Zwischenbilanz

Bilanz zum Projekt Olten Ost: «Chancen wurden gemeinsam gepackt»

Eva Gerber und Markus Dietler.

Eva Gerber und Markus Dietler.

Nach acht Jahren Projets urbains zog das Quartierentwicklungsprojekt Olten Ost an einer öffentlichen Veranstaltung in der Fachhochschule Zwischenbilanz und blickte in die Zukunft.

«Ich bin begeistert, wie das Projekt gestartet ist», äusserte sich Stadtpräsident Martin Wey erfreut, «es ging ein tüchtiger Ruck durch das Quartier.» Mit dem Quartierentwicklungsprojekt Olten Ost sei dem Stadtteil rechts der Aare ein frischer Geist eingehaucht worden.

Auf Initiative von zahlreichen Freiwilligen finden die verschiedensten Aktivitäten statt; auch die Schulen und Immobilienbesitzer sind mit im Boot. «Olten Ost entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt und ist uns Ermunterung, weiterzufahren», bekannte Martin Wey in seinem Begrüssungswort.

Quartierentwicklung

Die Stadt Olten lud die Quartierbevölkerung am letzten Mittwoch in die Fachhochschule ein, um gemeinsam Rückschau und Ausblick auf das Projekt Olten Ost zu halten. Markus Dietler, Stadtschreiber und Projektleiter, rief das Ziel in Erinnerung, das vor acht Jahren am Anfang der vom Bund initiierten Projets urbains stand: Es geht um die integrale Quartierentwicklung auf der rechten Aareseite. Dabei stehen die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität sowie die Förderung der sozialen Integration im Zentrum.

«Die Chancen, die sich daraus ergaben, haben wir gemeinsam angepackt», schilderte Dietler den weiteren Verlauf. In einem Workshop wurden die Anregungen aus dem Quartier aufgenommen. Mehrere Massnahmen konnten anschliessend zügig umgesetzt werden. Das Projekt Liegenschaften-Erneuerung im Bifang konnte angestossen, bereits im Mai 2011 das Quartierzentrum Cultibo eröffnet und eine Integrationsfachstelle geschaffen werden.

Erfolgsfaktor Freiwillige

Verschiedene weitere Aktivitäten profitierten vom grossen Engagement vieler Freiwilliger aus der Bevölkerung. Man denke an das Werken im Park durch die helfenden Hände des Robi, an die ehrenamtliche Sprachförderung und das Fest im Vögeligarten mit der Vernetzung der beteiligten Vereine und Institutionen, an das Café Philo, an das Urban Gardening mit Garten und Essen für alle, an die kulturelle Zwischennutzung des Tattarletti oder an die Bildungsstadt Olten samt den Augentagen. Als Nukleus im Quartier bezeichnete Dietler das Begegnungszentrum Cultibo, wo dank professioneller Leitung sehr viel stattfindet und von wo aus freiwilliges Engagement zugunsten anderer ausgeht. «Das Cultibo ist ein Erfolgsmodell für Begegnung und Vernetzung, das über die Projektphase hinaus aufrechterhalten werden soll», hielt Markus Dietler fest.

Bifang-Boulevard

Nun gilt es, das im Projekt Olten Ost Erreichte zu verstetigen und weiterzuentwickeln, lautete Dietlers Fazit. Noch ist nicht alles erreicht. Das zeigte sich auch in den Statements von im Quartier aktiven Partnern, so der Verein Pro Kultur, Garten für alle, Quartierverein rechtes Aareufer oder die Immobilienfirma Giroud-Olma AG. Georg Berger, Direktor des BBZ Olten, war einerseits stolz, dass es gelang, die beteiligen Institutionen in der «Bildungsstadt Olten» zusammenzubringen.

«Olten Ost wirkte als Katalysator», lobte Berger. Gleichzeitig brach er eine Lanze gegen das Littering. Auch verdiene die alte Aarauerstrasse eine Aufwertung: «Ich wünsche mir dort eine Bifang-Promenade.» Eine menschenfreundlichere Umgestaltung des Bifangplatzes wurde aus den Reihen des Publikums übrigens ebenso gewünscht wie der Schutz des Wohnquartiers vom Autodurchgangsverkehr.

Paul Dilitz, der Präsident des Trägervereins Cultibo, outete sich als Zugezogener, der sich in Olten integrieren wollte. Er wertete positiv, dass es gelang, das Begegnungszentrum derart schnell zu eröffnen. Es funktioniert auf ehrenamtlicher Basis, allerdings geht die Freiwilligenarbeit ohne professionelle Leitung nicht. Deshalb ist es absolut zentral, dass das Quartierzentrum Cultibo auch nach dem Jahre 2016 von der Stadt finanziell unterstützt wird.

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