Olten

Betrieb in der Innenstadt sorgt für Unmut bei den Passagieren

Problemkind Linie 503: Fährt die nächsten drei Wochen eine Umleitung; ein fahrplanmässiger Anschluss am Bahnhof fällt dadurch häufig dahin.

Problemkind Linie 503: Fährt die nächsten drei Wochen eine Umleitung; ein fahrplanmässiger Anschluss am Bahnhof fällt dadurch häufig dahin.

Zwischen dem 13. Juni und 7. Juli verkehrt die Linie 503 wieder über die Leberngasse; da sind Verspätungen vorprogrammiert. Bei den Passagieren macht sich deshalb Unmut breit.

«Die ewigen Wechsel gehen einem auf die Nerven», sagt eine Kundin der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG (BOGG). Und sie fragt sich, ob es nicht besser wäre, die Linie 503, die üblicherweise vom Bornfeld über Mühlegasse und Baslerstrasse zum Bahnhof führt, im Grundsatz künftig über Leberngasse, Solothurner-, Ring- und Konradstrasse zu führen. «Da würde man nicht in regelmässigen Abständen vor Überraschungen stehen», stimmt ein anderer Nutzer der Linie zu.

Zudem bringe die Umleitung, weil deutlich länger als die ordentliche Linie, Verspätungen mit sich. Beide stören sich auch am Umstand, dass die Routenänderung teils ohne ersichtlichen Grund verfügt wird.

So wurde gemäss den beiden betreffenden Buskunden die Nutzung der Umleitung mit der Eröffnung der Public-Viewing-Zone in der Schützenmatte begründet, obwohl diese nach Einschätzung der beiden gar nicht stört. «Wir sehen nicht ein, weshalb die Public-Viewing-Zone Grund für die Umleitung sein soll; die Veranstaltung beeinträchtigt weder Fahrbetrieb noch Fahrbahn.»

Verständnis, aber ...

Toni von Arx, Vorsitzender der Geschäftsleitung, hat für den leisen Ärger der Passagiere ein gewisses Verständnis. Aber er macht auch klar, dass die Umleitung in Zeiten einer viel benutzten Kirch- und Mühlegasse aus Sicherheitsgründen durchaus Sinn macht.

Seit Einführung der verkehrsfreien Zone hätte die Aufmerksamkeit der Passanten auch an der Mühlegasse sehr abgenommen. «Die Busse der BOGG sind die einzigen Fahrzeuge, die dort verkehren», so von Arx.

Auf der Mühlegasse setzt sich also fort, was auf der Kirchgasse ausgiebig praktiziert werden kann: schlendern ohne Ende nämlich. Auf der Konradstrasse dagegen sei die Aufmerksamkeit der Fussgänger markant besser. «Weil dort halt auch mehr Verkehr herrscht», versucht von Arx die Verhaltensweisen zu erklären.

Ausserordentlicher Betrieb in der Schützenmatte generiert demnach viel Fussverkehr auf der Mühlegasse und tangiert deshalb die Verkehrsführung der BOGG. Aber nicht bloss Sicherheitsargumente hält der Geschäftsleiter als Grund für die lang anhaltende Umleitungsphase bereit.

Zwischen dem 13. Juni und 7. Juli finden in der verkehrsbefreiten Zone zahlreiche Veranstaltungen statt: Public Viewing, Beachvolleyball, Streetsoccer, Circus Knie. Es zeige sich, dass die verkehrsfreie Zone sehr intensiv genutzt werde, so von Arx.

Offenbar mehr als erwartet. Und weil die zahlreichen Veranstaltungen dicht aufeinanderfolgen, die vielen Ankündigungen der in kurzen Intervallen folgenden Umleitungsphasen nur schwer kommunizierbar wären, wurde im Zeichen der Einheitlichkeit die Umleitung für die nächsten gut drei Wochen gleich durchgehend angesetzt. Zudem sind jeweilige Umstellungen von Normal- auf Umleitungsbetrieb für die BOGG mit grossem Mehraufwand verbunden.

... keine Alternative

Dass damit für die Fahrgäste vom Bornfeld die Anschlüsse am Bahnhof nicht mehr gewährleistet sind, ist auch von Arx klar. «Leider», sagt er. Darum werde den Fahrgästen empfohlen, jeweils den Kurs vor dem üblicherweise gewählten zu nehmen, also zum Beispiel den Kurs 6.16 Uhr ab Stadthalle anstelle des Kurses 06.31 Uhr.

«Klar fragen die Leute dann, wozu denn ein Fahrplan existiere, wenn er nicht eingehalten werden könne», so der Betriebsleiter weiter. Aber eine Alternative dazu gebe es nicht. Die zeitlichen Abstimmungen im aktuell gültigen Fahrplan seien von den Planern bis zur letzten Minute ausgereizt worden. Spielraum gibt es keinen mehr. Und wenn, wie gegenwärtig der Fall, noch Baustellen den Verkehrsfluss erschweren, werde alles noch enger.

So sind Verspätungen also Teil des Programms. Es sei denn, man entscheide sich, wie von den kritischen Kunden derzeit angeregt, für die permanente Umleitung und verzichte fortan auf die Route Mühlegasse–Baslerstrasse.

Grundsätzlich sei diese Idee nicht unrealistisch, meint Arx, warnt aber gleichzeitig vor höheren Kosten: «Diese Variante – mit garantiertem Anschluss am Bahnhof – würde den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs und eines Chauffeurs bedingen.»

Erschwerend kommt hinzu, dass im Zuge der Umgestaltung Innenstadt vor dem Coop City eine Bushaltestelle eingerichtet wurde. Die wäre dann – für die Katz gewesen.

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