Seit Tagen hat es nicht mehr so geregnet wie gestern Dienstag. Ausgerechnet an dem Tag, an welchem die Schausteller ihre Bahnen für die Oltner Chilbi aufstellen. Die Mitarbeiter sind trotzdem alle gut gelaunt und schrauben und hämmern die riesigen Stahlwerke mit geübten Handgriffen zusammen.

Glücklicherweise sieht der Wetterbericht für das kommende Wochenende besser aus. «Ich zahle vorab immer 50 Franken in die Kasse von Petrus», sagt Chilbichef Christoph Koch verschmitzt. Damit sichere er sich für die Oltner Chilbi immer gutes Wetter. Diese gastiert am kommenden Wochenende wie immer auf den Arealen Schützi, Klosterplatz, Munzingerplatz und in der Altstadt. Dort sorgen rund 56 Bahnen und Schiessbuden und weitere 81 Marktstände, Beizen und Verpflegungsstände für Unterhaltung.

Sicherheit gewährleisten

Neu kommt in diesem Jahr eine Videoüberwachung dazu. Die zwei Kameras hätten aber eine sehr schlechte Pixelauflösung, denn es gehe nur darum, die Besucher zu zählen. «Sie erkennen keine Gesichter», versichert Koch. Das System von Swisstraffics sei aber zu rund 90 Prozent genau bei der Zählung. Ausserdem gibt es einen Notlandeplatz für Helikopter auf der Wiese der Badi Olten und die umliegenden Strassen werden mit Betonblöcken verbarrikadiert.

Diese Massnahmen sollen die Sicherheit der Chilbi verbessern. Am Freitag findet deshalb auch noch eine Inspektion der Polizei und der Feuerwehr auf dem Gelände statt. Diese stellen sicher, dass Rettungsfahrzeuge problemlos durch das Gelände manövrieren könnten.

Auch neu sind zahlreiche Bahnen wie zum Beispiel der Freifallturm «Spin Tower», das Laserlabyrinth «Fun City» und die «Speed». Letztere sei aber wegen den schnellen Umdrehungen nichts für schwache Mägen, meint Koch lachend. Für eine erfolgreiche Chilbi sei es wichtig, jedem etwas zu bieten. Deshalb werden die Stände immer wieder neu ausgewählt und zusammengestellt.

Jeder Handgriff muss sitzen

Reto Büttiker, Schausteller der «VIP» erzählt, wie eine Bahn hinter den Kulissen funktioniert: «Nur mit dem Aufbau ist es nicht getan. Jeden Tag müssen wir die Bahn schmieren, kontrollieren und putzen.» Die 14-Meter hohe Drehschaukel ragt bereits am Dienstagnachmittag in die Höhe.

Für den Aufbau brauchen die sechs Mitarbeiter beinahe den ganzen Tag. «Das ist Millimeterarbeit. Wir müssen alles mit der Wasserwaage abmessen», verrät Büttiker. Für das eingespielte Team ist das aber kein Problem. Einmal aufgebaut, poliert und kontrolliert, wird die rund 2-minütige Fahrt auf der «VIP» sechs Franken kosten.