Olten

Bessere Alternative zur Winkelunterführung: Grünliberale wollen alten Tunnel als Stadtquerung

Ein alter Tunnel soll von Velos befahren werden dürfen. (Archiv)

Ein alter Tunnel soll von Velos befahren werden dürfen. (Archiv)

Im Zeichen der Bahnhofplatzgestaltung in Olten soll eine alte Baute zur sicheren Langsamverkehrslinie umfunktioniert werden.

Sind wir ehrlich. Es ist der Wunsch aller Zweiradfahrenden in Olten: nämlich auf mehr oder weniger sicheren Wegen von der einen auf die andere Stadtseite zu gelangen. Bislang waren diese Wege aber verstellt, aus welchen Gründen auch immer. Das heisst: Eigentlich sitzt einer schon einem Irrtum auf, wenn er von Wegen redet. Es gab eigentlich immer nur den einen, jenen durch die Winkelunterführung. Aber: Der durfte nicht befahren werden. Das bestimmte deren Besitzer, der als Argument Sicherheitsüberlegungen anführte. Die Stadt blieb im Regen stehen; mit ihr der Langsamverkehr. Mehr als ein verbrieftes Wegrecht durch die Winkelüberbauung hatte sie sich seinerzeit nicht gesichert.

Jetzt lancieren die Grünliberalen Olten-Gösgen im Zeichen der bevorstehenden Bahnhofplatzgestaltung eine unkonventionelle Lösung. Jedenfalls erwarten sie vom Stadtrat deren vertiefte Prüfung. Die Idee: Die Grünliberalen wollen bereits einen bestehenden und unter den Gleisen verlaufenden Tunnel aus den Bahnpostzeiten als Verbindungskanal zwischen den Stadtteilen nutzen. Der Tunnel soll an die sechs Meter breit sein. Dessen west- und ostseitige Verlängerung würde wieder ans Tageslicht führen. Im Osten auf Höhe des Restaurants Flügelrad via zu erstellender Rampe, im Westen via Tunnelverlängerung bis zum projektierten Veloparking.

Die rot gepunktete Linie macht sichtbar, wo notwendige Bauarbeiten auszuführen wären.

Die rot gepunktete Linie macht sichtbar, wo notwendige Bauarbeiten auszuführen wären.

«Ein Durchbruch von wenigen Metern würde reichen», sagt Christian Ginsig, grünliberales Mitglied im Oltner Gemeindeparlament auf Anfrage. Und dann: «Es macht aus Sicht der GLP Sinn, eine Veloquerung dort zu planen, wo sich dereinst das zentrale, städtische Veloparking befindet.»
Aber bekanntlich ist nichts so einfach, wie es scheint: «Es ist klar: Die Idee betrifft auch den SBB-Perimeter», so Ginsig. Aber der Parlamentarier ist zuversichtlich, dass mit der als harte Verhandlungspartnerin bekannte SBB eine Lösung zu erzielen ist.

Warum die Partei nicht den parlamentarischen Weg beschreitet, erklärt Ginsig mit der Absicht, nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen zu wollen. «Das hier ist, im Zeichen der Bahnhofplatzgestaltung, ein mittelfristiges Projekt; da wäre der parlamentarische Weg nicht der Richtige.» Für den Grünliberalen jedenfalls bietet sich jetzt eine Chance, die Veloverbindung herzustellen. «Es wäre sehr schade, würde sie verpasst.» Im Weiteren kann sich die Partei auch einen breiteren Aaresteg vorstellen. In der Planung zum Bahnhofplatz sind gut vier Meter vorgesehen. Die Grünliberalen schlagen aber einen Ausbau auf sechs Meter vor und würden, falls notwendig, dafür auch einen Stützpfeiler für den Aaresteg in Kauf nehmen.

Stadt will das Anliegen prüfen

Und was sagt die Stadt? «Grundsätzlich ist uns die Existenz des Tunnels bekannt», meint Stadtschreiber Markus Dietler. Es gelte abzuklären, inwiefern die fragliche Baute als Veloweg nutzbar gemacht werden könne, oder als solcher überhaupt in Frage komme. Insbesondere die Höhe der Tunnel sei zu prüfen. «Allenfalls ist auch in die Überlegungen einzubeziehen, ob Tunnelbauten bei Zweiradfahrenden auf Akzeptanz stossen», so der Stadtschreiber. Zu überlegen wäre auch, ob das geplante Veloparking dann nicht weiter zum Aaresteg hin verlegt werden müsste. «Es macht keinen Sinn, wenn sich der zweirädrige Durchgangsverkehr um unübersichtliche Winkel bewegen muss», so Dietler. Im aktuellen Setting liegt das Veloparking etwas versetzt davon. «Auf jeden Fall wird die Anregung geprüft», so der Stadtschreiber. Auch unter Berücksichtigung der entstehenden Mehrkosten.

Heute liegt die Kalkulation für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes, bei einer geltenden Schwankungsbreite von 30 Prozent, bei 90 Mio. Franken. Ein Viertel davon hat die Stadt zu berappen.

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