Oltner Altersheim
Besonders schlimm: Nur ein Viertel hatte Norovirus, doch niemand durfte raus an die Sonne

«Wir haben glücklicherweise die Krisensituation mit dem Norovirus überstanden», sagt Geschäftsführer Marco Petruzzi. Für das Oltner Altersheim «Haus zur Heimat» bedeutet dies, dass die Quarantäne-Massnahmen per Donnerstag aufgehoben werden.

Jasmin Kunz
Merken
Drucken
Teilen
Eine Mitarbeiterin versorgt während der Norovirus-Quarantäne im «Haus zur Heimat» die Bewohner mit Mundschutz. (Archiv)

Eine Mitarbeiterin versorgt während der Norovirus-Quarantäne im «Haus zur Heimat» die Bewohner mit Mundschutz. (Archiv)

TeleM1

Die betroffenen Personen zeigen keine Symptome mehr und sind auf dem Weg zur Besserung, weshalb die Norovirus-Massnahmen ab Donnerstag aufgehoben werden können.

«Wir sind froh, alles überstanden zu haben und hoffen, aus diesem Vorfall gelernt zu haben», teilt uns Geschäftsführer Marco Petruzzi am Mittwoch auf Anfrage mit. Er ist dankbar für die Mithilfe und das entgegengebrachte Verständnis in der Krisensituation mit dem Norovirus.

Besucher ab Donnerstag wieder willkommen

Da einige Bewohner noch immer geschwächt sind, bittet die Geschäftsleitung weiterhin um erhöhte Aufmerksamkeit. Besucher sollen darauf achten, sich die Hände bereits bei den Eingängen zu desinfizieren. Zur Sicherheit werden stärkere Desinfektionsmittel verwendet.

Noroviren sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse und können auf verunreinigten Flächen mehr als 12 Tage lang ansteckend bleiben.

Keine Todesfälle dank sofortigen Massnahmen

Die Geschäftsleitung hatte im Vorfeld Angst, es könnte bei bereits geschwächten Bewohnern zu Todesfällen kommen, doch das Personal kümmerte sich mit grossem Einsatz um die Betroffenen, um gefährlichen Flüssigkeitsverlust zu vermeiden.

Nur ein Viertel der Bewohner angesteckt

Das Alters- und Pflegeheim «Haus zur Heimat» in Olten ist seit einer Woche komplett geschlossen. Noch bevor sich der Verdacht der ersten Erkrankung bestätigt hatte, wurden die ersten Massnahmen getroffen. Dank dem sofortigen Handeln und der Mithilfe der Haus- und Heimärztin konnte die Ansteckungsgefahr reduziert werden.

Bewohner und Mitarbeitende litten unter dem tückischen Norovirus, wodurch sämtliche Aktivitäten gestrichen werden mussten. «Das war besonders schlimm. Nur ein Viertel war effektiv vom Virus betroffen, jedoch durften auch die anderen Bewohner aus Sicherheitsgründen das Haus bei dem schönen Frühlingswetter nicht verlassen», so Petruzzi.

Einige Bewohner und Bewohnerinnen hielten sich jedoch nicht an die Vorschriften und wollten trotz allem nach draussen und die Sonne geniessen. Besonders schwierig war es bei Demenzpatienten, denen die Situation immer wieder erklärt werden musste.

Auch stiessen die Massnahmen bei einigen Angehörigen auf Unverständnis. Grundsätzlich wurden die getroffenen Entscheidungen aber sehr gut aufgenommen und umgesetzt. «Besonders dem Pflegepersonal muss ich einen Kranz binden, unter diesen schwierigen Umständen wurde beinahe unbezahlbare Arbeit geleistet», sagt Petruzzi stolz.