Olten
Besitzerin tötet Hund mit Hammer und Beil: «Erlösungsschlag» schlägt hohe Wellen

Mit einem Beil wollte Chantal Boss ihren eigenen Hund von qualvollen Schmerzen befreien. Die Empörung über diesen Fall ist riesig. Die Reaktionen haben nicht auf sich warten lassen.

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Nachdem «Tele M1» publik gemacht hat, dass Chantal Boss ihren Hund getötet hat, hagelt es nun Reaktionen.

Das Regionalfernsehen berichtet beispielsweise von folgenden Kommentaren auf seiner Facebook-Seite: «Ich bin fassungslos und schockiert! Noch nie was vom Tierarzt gehört?», «Unglaublich» und «Einfach eine Tierquälerin ist das......Wofür gibt es den Tierärzte? In einem solchen Fall geht man das Tier einschläfern und tut nicht so etwas.» Dies seien vergleichsweise harmlose Kommentare.

Anfangs Februar ist der fünfeinhalbjährige Jackson von einem Auto angefahren worden. Anstatt ihren Hund zum Tierarzt zu bringen, hat Chantal Boss den Vierbeiner mit Hammer und Beil erschlagen und getötet.

Die 40-Jährige bleibt dabei: Sie habe dem Hund nur Leid ersparen wollen. Beim Tierarzt hätte sie lange anstehen müssen, so ihre Ansicht. «Ich konnte ihm nur noch diese letzte Ehre erweisen, ihn von seinen Schmerzen zu befreien.»

Ihre Tat wird wohl Konsequenzen haben. Chantal Boss droht eine Anklage wegen qualvoller Tötung. Das bestätigt Christine Künzli, Stv. Geschäftsleiterin Stiftung Tier im Recht, gegenüber «Tele M1».

In diesem Fall würden bis zu drei Jahre Gefängnis oder hohe Geldbussen auf Chantal Boss zukommen.

Künzli sagt gegenüber dem Regionalfernsehen: «Sie hat die qualvolle Tötung vorsätzlich begangen. Aber ihre Motivation war das Erlösen des Tieres, nicht das Zufügen von Schmerzen und Schaden. » Das werde in die Beurteilung der Strafbehörden sicherlich einfliessen müssen.

Die Polizei empfiehlt in einem solchen Fall unbedingt Fachleute aufzusuchen. Bernhard Graser, Mediensprecher der Kapo Aargau wählt deutliche Worte: «Das Dümmste, das man in einem solchen Fall tun kann, ist das Tier erlösen zu wollen, vor allem dann, wenn man nicht einmal vom Fach ist.» Klüger ist es, die Polizei anzurufen. Diese kümmere sich darum.

Eine Nachbarin hatte das noch versucht. Sie hatte die Polizei laut «Tele M1» noch informiert. Doch als sie eintraf, war der Hund schon tot.

Boss glaubt nicht, dass sie bestraft wird. Sollte es doch geschehen, werde sie das akzeptieren. Jetzt hoffe sie nur, dass ihr Hund seinen Frieden findet.