Naturpark Thal
Bernadette Arpagaus verlässt den Naturpark Thal

Auf Anfang 2009 kam Bernadette Arpagaus zum Naturpark Thal, um sich dort des Tourismus und der Kommunikation anzunehmen. Jetzt wechselt sie in den Kanton Aargau und wird dort Projektleiterin für Kulturtourismus. Die Bilanz für diese drei Jahre?

Alois Winiger
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Nimmt Abschied von Balsthal: Bernadette Arpagaus. Hanspeter BÄrtschi

Nimmt Abschied von Balsthal: Bernadette Arpagaus. Hanspeter BÄrtschi

Das Thal wird Ihnen doch sicher nicht verleidet sein?

Bernadette Arpagaus: Nein, nein, ganz und gar nicht. Aber es gehört in diesem Beruf dazu, dass man weitergeht. Denn die Stelle hier beim Naturpark war die erste nach dem Tourismusstudium.

Warum hatten Sie sich damals für keine berühmte Ferienregion, sondern für das Thal entschieden?

Es war der Naturpark, der mich angesprochen hat. Mich hat es eben mehr gereizt, an der Umsetzung eines Projekts mitzuarbeiten, wie es bis jetzt keines gab in der Schweiz. Der sanfte Tourismus interessiert mich besonders stark, er passt zur nachhaltigen Entwicklung und für diese möchte ich mich einsetzen.

Kannten Sie den Kanton Solothurn?

Ich wusste von der Stadt Solothurn, dass sie schön ist und sie mal sehen sollte. Der Kanton selber war für mich ein grauer Flecken. Darum war es für mich umso interessanter, hierherzukommen.

Ihr Bündnerdialekt kennzeichnet Sie sofort als Auswärtige. Wie kamen Sie mit den Thalern zurecht?

Gut, so habe ich jedenfalls das Gefühl. Ich weiss gut, was es heisst, etwas abseits von den Zentren zu wohnen, ich komme aus Tersnaus, einem kleinen Ort zwischen Ilanz und Vals.

Was haben Sie hier im Naturpark Thal angetroffen?

Es gab vielerlei Angebote wie Exkursionen und Museen. Der Tourismus an sich befand sich in den Kinderschuhen – aber es waren Schuhe aus gutem Material. Hier etwas aufzubauen zusammen mit den Leuten aus der Region, das stellte ich mir viel interessanter vor, als in einer etablierten Region nach stets neuen Angeboten zu jagen.

Welche Ziele hatten Sie sich beim Antritt 2009 gesetzt?

Es ging nicht darum, das Rad neu zu erfinden oder Neues aus dem Boden zu stampfen, sondern das Bestehende unter ein Dach zu bringen, es weiterzuentwickeln, und zwar so, dass es auch Bestand hat und Nutzen bringt, eben nachhaltig ist.

Was haben Sie in diesen drei Jahren erreicht?

Da möchte ich vorausschicken, dass ich auf ein starkes Team und viele Partner zählen konnte. Generell darf ich feststellen, dass der Naturpark Thal an Bekanntheit gewonnen hat. Weiter konnten wir uns stärker vernetzen mit lokalen Leistungsträgern, regionalen und nationalen Tourismusnetzwerken.

Haben Sie konkrete Beispiele?

Der Naturpark Thal wird merklich mehr als Ausflugsziel genutzt, vor allem fürs Wandern. Er wird aber auch immer mehr als Ausflugsdestination für Gruppen und Vereine wahrgenommen. Der Vorteil dabei ist, dass alles an einer Stelle gebucht werden kann. Weiter bieten wir die Möglichkeit, für Ausflüge Flyer, also Elektrovelos, zu mieten.

Welche Angebote haben besonders guten Anklang gefunden?

Wir konzentrieren uns auf die Sparten Natur, Kultur und Wohlbefinden. Das Maximum ist dabei, wenn es etwas zu Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken gibt. Schnapsbrennen auf dem Bauernhof oder der Erlebnisbauernhof Mont Pelon sind gute Beispiele, damit hatten wir einen schönen Erfolg. Wir achten darauf, dass das Angebot sowohl für Gäste von auswärts, als auch für Einheimische interessant ist.

Was fehlt noch im Naturpark Thal?

Zum Beispiel Übernachtungsmöglichkeiten im mittleren Segment für Gruppen mit bis zu 40 Personen, da reicht das bestehende Angebot nicht aus. Der Traum wäre eine Gruppenunterkunft auf den Jurahöhen. Aber ich weiss natürlich inzwischen, dass ein Neubau wegen der Juraschutzzone nicht möglich ist. Aber vielleicht lässt sich ja ein Gebäude finden, das sich umnutzen lässt.

Wie läuft der Tagestourismus?

Der ist nicht leicht zu messen, da diese Besucher nicht über uns buchen. Wir bekommen diesbezüglich keine direkte Meldungen. Wir registrieren aber, dass sich in der Gastronomie etwas bewegt.

Wie geht man im Thal mit dem Thema Tourismus um?

Vor drei Jahren hatte ich den Eindruck, das Wort Tourismus sei eher negativ besetzt. Man dachte halt vielleicht Massen von Leuten, die auftauchen und es wäre dann aus mit der Ruhe. Aber das wollen wir ja nicht. Das Thal soll keine Destination werden wie das Berner Oberland oder Graubünden. Was im Naturpark Thal geschieht, muss etwas mit Land und Leuten von hier in der Region zu tun haben. Es braucht nach wie vor Sensibilisierung, aber wir – also das Team vom Naturpark Thal – sind auf gutem Weg.

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