Brunch

Beim Brunch darfs auch etwas mehr sein: In diesen Restaurants lässt es sich ausgiebig frühstücken

Zum Brunch gehört meistens ein Buffet wie hier im Restaurant Pure in Olten.

Zum Brunch gehört meistens ein Buffet wie hier im Restaurant Pure in Olten.

Wenns draussen kälter wird, macht ein ausgedehnter Brunch Laune – etwa in diesen acht Lokalen in der Region.

Jeweils am Sonntagmorgen holte mein Vater beim Bäcker frische Gipfeli. Dann setzte er Kaffee auf und legte «Ave Maria» von Jennifer Rush im CD-Player ein. Es waren die 1980er. Wenn der Kaffee hochkochte und sich sein Duft in der ganzen Wohnung verbreitete, wurde auch die übrige Familie langsam wach. Noch schlaftrunken trafen wir uns am weiss gedeckten Tisch. Eine Kerze brannte; selbst gemachter Zopf und Gipfeli, Käse, Aufschnitt und Orangensaft machten aus dem späten Frühstück ein beinahe festliches Ereignis. Mein Vater nannte es «Zmo-Zmi». Andere nannten es Brunch.

Jetzt, wo es draussen langsam ungemütlich wird, bietet sich ein Brunch am Wochenende mit Partner, Freunden oder Familie wieder besonders an. Der Brunch, ein aus den englischsprachigen Begriffen «breakfast» und «lunch» zusammengesetztes Wort, ist eine Erfindung aus dem England des späten 19. Jahrhunderts. Er bezeichnet ein spätes, ausgedehntes Frühstück, das nahtlos in ein Mittagessen übergeht: eben ein «Zmorgen-Zmittag» oder «Zmo-Zmi». In den 1930er-Jahren wurde der Brunch auch in den USA populär. Auch hierzulande ist er längst angekommen.

Auswärts brunchen

Vor einigen Jahren verlegte man den Brunch dann mit Vorliebe von zu Hause in die lokalen Cafés und Restaurants. Diese warten inzwischen mit einem üppigen oder nicht ganz alltäglichen Frühstücksangebot auf, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Üppig sollte es ohnehin sein, denn ein Brunch zieht sich oft über mehrere Stunden hin und bleibt manchmal die einzige Mahlzeit am Tag. Häufig bekommt man ihn auswärts deshalb à discrétion. Eines muss er nämlich: satt machen.

Riddle: Acht Brunch-Möglichkeiten in der Region Olten

Darfs opulent oder deftig sein?

Das ist natürlich auch in der Region nicht anders. Einen opulenten Brunch bieten etwa das Restaurant Pure im Oltner Hotel Arte oder das Mövenpick Hotel in Egerkingen. Das À-discrétion-Buffet ist umfangreich: Prosecco, verschiedene hausgebeizte Lachsvariationen, Salate, warme Speisen und ein Dessertbuffet ergänzen das übliche Angebot von Brot, Müesli, Käse und Aufschnitt.

Im Restaurant Pavillon in Olten ist der Brunch speziell auf Familien zugeschnitten. So werden etwa kinderfreundliche Speisen wie Pasta oder Wienerli aufgetischt. Wie Martin Braun, Geschäftsführer der Restaurants Pure und Pavillon sagt, sei der Pure-Brunch stets gut besucht, im Sommer etwas weniger als von Herbst bis Ostern. Häufig seien alle Plätze reserviert. Der Brunch im «Pavillon» existiere erst seit vier Monaten. Dieser habe sich wohl noch nicht herumgesprochen, glaubt Braun. Im Schnitt 40 Brunch-Gäste zähle das 100 Plätze bietende Restaurant an Sonntagen.

Gediegen gefrühstückt wird im Hotel Storchen in Schönenwerd. Ein reichhaltiger Brunch wird auch im Comfort Hotel Egerkingen geboten, wobei auf der Homepage nur das Frühstück bis 11 Uhr angepriesen wird. Auf Anfrage ist aber auch ein Brunch erhältlich, dieser allerdings erst ab zehn Personen.

Wers gerne deftig mag, fährt bergwärts. Etwa ins Restaurant Blüemlismatt ob Egerkingen oder in den Gasthof Engelberg ob Walterswil. Bei beiden Angeboten ist eine Reservierung im Voraus empfehlenswert. Auf der «Blüemlismatt» seien die 70 Plätze auf längere Zeit ausgebucht, sagt Wirt Markus Studer. Bereits am Morgen könne die Aussicht auf die Alpen wegen der nebelfreien Lage genossen werden.

Das Brunch-Angebot ist in diesen Lokalen zwar bei weitem nicht so gross wie in den Hotels, trägt dafür eine sehr persönliche Note. Und manche schwören auf die hausgemachte Rösti. Ebenfalls beliebt sind der gebratene Speck und die Spiegeleier. Ein ähnliches Angebot findet man auch in der Bergwirtschaft Allerheiligenberg von Mittwoch bis Sonntag. Allerdings nur auf Vorbestellung.

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