Olten
Bei Überfall auf Uhren-Bijouterie hatten es die Räuber nur auf IWC Uhren abgesehen

Am Dienstag wurde die Oltner Uhren-Bijouterie Adam Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls. Die unbekannten Täter hatten es nur auf eines abgesehen: Uhren der Luxusmarke IWC. So haben die Mitarbeiter der Bijouterie an der Hübelistrasse den dreisten Überfall erlebt.

Jasmin Kunz
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Nach dem bewaffneten Raubüberfall auf die Uhren-Bijouterie Adam in Olten.

Nach dem bewaffneten Raubüberfall auf die Uhren-Bijouterie Adam in Olten.

Bruno Kissling
Ernst Adam vor der Uhren-Bijouterie. Die Metallpfosten sind eine Sicherheitsmassnahme gegen Raubüberfälle mit Fahrzeugen.

Ernst Adam vor der Uhren-Bijouterie. Die Metallpfosten sind eine Sicherheitsmassnahme gegen Raubüberfälle mit Fahrzeugen.

Bruno Kissling

Wer am Mittwoch die Uhren-Bijouterie Adam betreten wollte, konnte die Tür weder von aussen, noch von innen selber öffnen. Per Knopfdruck schliesst seither das Personal die Tür auf, wenn Kunden ein- oder austreten möchten. Die Mitarbeiter bedienen dieses Sicherheitssystem seit dem Raubüberfall am Dienstag strenger. Das soll bis auf weiteres auch so bleiben. Diese Sicherheitsmassnahme besteht zwar schon seit längerem, jedoch war der Mechanismus zu gewissen Tageszeiten nicht aktiv.

So auch am Tag des Raubüberfalls. «Wären die Türen stets verriegelt, würden Kunden das Geschäft vielleicht sogar für geschlossen halten», erklärt Ernst Adam. Bei der Uhren-Bijouterie wolle man seinen Kunden ein sympathisches Einkaufserlebnis bieten, bei dem man ohne Voranmeldung einfach mal vorbeischauen kann. Trotzdem müsse man sich jetzt wohl bis auf weiteres an dieses verschärfte System gewöhnen. Ein Türsteher komme als weitere Sicherheitsmassnahme jedoch nicht infrage. Einerseits aus Kostengründen, andererseits aber auch wegen des Wohlfühlfaktors bei potenziellen Kunden.

Mitarbeiter handelten richtig

Im Laden stehen am Mittwoch weniger Mitarbeiter als sonst. Der Schock nach dem Überfall am Dienstag sitzt noch tief. Zwei Angestellte fehlen. Sie müssen seit dem Vorfall betreut werden. Doch ganz unvorbereitet waren die fünf zur Tatzeit im Geschäft anwesenden Mitarbeitenden nicht. Als Bijouterie mit vielen teuren Stücken ist sich der Geschäftsinhaber dem Risiko stets bewusst, weshalb regelmässige Schulungen zu diversen Überfallszenarien durchgeführt werden.

Bereits drei Mal wurde die Uhren-Bijouterie Adam schon Opfer von Autoattacken, wobei Einbrecher ein Fahrzeug direkt ins Schaufenster gerammt haben. Aus diesem Grund stehen auf der gesamten Länge des Schaufensters Metallpfosten, um eine Durchfahrt zu verhindern. Der Raubüberfall am Dienstag war jedoch der erste Angriff auf das Geschäft mitten am Tag. Der Geschäftsinhaber ist sehr stolz auf seine Mitarbeiter, denn alle haben sich genau so verhalten, wie es in den Übungen gezeigt wurde. «Alle sind ruhig geblieben, Nervosität war eher auf der Seite der Verbrecher spürbar», erzählt Adam.

Doch was ist eigentlich genau passiert? Ernst Adam erläutert den Tathergang: Laut Geschäftsführer des «Fläschehals» an derselben Strasse, haben die zwei Täter sein Geschäft unmaskiert passiert. Erst kurz vor dem Eingang der Uhren-Bijouterie Adam hätten sie sich vermummt. Blitzschnell stürmten die Täter dann die Bijouterie und bedrohten die Angestellten mit einer Faustfeuerwaffe.

Alle Mitarbeiter verhielten sich in dieser schwierigen Situation genau richtig und legten sich auf den Boden. Die Täter stürmten sofort auch die Büroräume im hinteren Teil des Ladens. Auch die dort betroffenen Mitarbeitenden verhielten sich ruhig. «Die zwei Täter haben uns angeschrien, wir sollen ihnen nicht ins Gesicht schauen», erzählt Ernst Adam.

Nur IWC Uhren sind weg

An der hinteren Wand der Bijouterie klafft ein grosses Loch in der IWC-Vitrine: Alle ausgestellten Modelle sind weg. Da der Dienstag für die Umdekoration gedacht war, lagen unverschlossen hochwertige Schmuckstücke herum. Die Täter interessierten sich aber überhaupt nicht dafür. «Sie hatten es nur auf die IWC Uhren abgesehen», erzählt Ernst Adam.

Kaum hatten die Räuber ihre Beute im Rucksack, rannten sie auch schon wieder aus dem Laden – ohne die anderen Schmuckstücke zu beachten. Der Geschäftsführer des «Fläschehals» konnte die Diebe offenbar ein zweites Mal beobachten. Sie seien – inzwischen schon wieder unvermummt – zu Fuss der Strasse entlang, wieder an seinem Geschäft vorbei, in Richtung Ringstrasse geflüchtet.

Angst vor weiteren Überfällen dieser Art hat man bei der Uhren-Bijouterie Adam nach dem Vorfall aber nicht. Jedoch sind weitere Massnahmen geplant, wie zum Beispiel das schon seit Mittwoch strenger umgesetzte Türöffnungssystem, die Sicherheit der Mitarbeiter und der Kunden gewährleisten.

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