Olten

Bei der Eröffnung ist Haus der Museen bereits ein Publikumsrenner

Das neue Haus der Museen in Olten erlebte bei der Eröffnung vergangenes Wochenende einen Besucheransturm. Gemäss Stadtpräsident Martin Wey sollen die drei Museen zu einem neuen touristischen Aushängeschild Oltens werden.

Die Oltnerinnen und Oltner eroberten am Wochenende ihr neues Haus der Museen in Scharen. Aber auch viele Besucher aus der Region und einige Weitgereiste erkundeten an den beiden Eröffnungstagen die neuen Wege durch das Naturmuseum, das Historische Museum und das Archäologische Museum des Kantons Solothurn. Waren die Massen im neuen Eingangsbereich auf der Ostseite und im «Magazin», das durch den Umbau zu einem eigentlichen Museumsrestaurant geworden ist, manchmal geballt, so verteilten sie sich in den Ausstellungsräumen gut. Wer mehr als einen ersten Eindruck gewinnen und seine Neugier stillen wollte, fand durchaus auch schon Raum und Zeit, um die Exponate gründlich anzuschauen. Obwohl den Dauerausstellungen drei unterschiedliche Gestaltungskonzepte zugrunde liegen, galten die vielen positiven Urteile stets dem ganzen Haus. Trotz etwas geringerer Ausstellungsfläche als früher wirkt das Arrangement luftiger und farbiger, die Objekte sind anschaulich präsentiert und ermöglichen oft einen interaktiven und multimedialen Zugang.

Dass «weniger manchmal mehr» sein kann, wie Stadtschreiber Markus Dietler an der offiziellen Eröffnung formulierte, können wohl die meisten Interessierten nach dem Wochenende unterschreiben. Der Weg zur schweizweit einzigartigen Vielfalt von drei Dauerausstellungen unter einem Dach habe zwar einige graue Haare erzeugt, doch als Belohnung habe man nun «den Batzen und das Weggli». Der Leiter der Direktion Präsidium im Stadthaus überreichte in seiner Funktion als Museumschef dem vor Ort verantwortlichen Trio symbolisch einen Schlüssel.

Die drei Museen und ihre Leitgedanken

Luisa Bertolaccini, die Leiterin des Historischen Museums, wird das Zeichen für den Eröffnungs- und Freudentag in ihre Sammlung integrieren. Sie wies das sitzende und stehende Publikum im Konradsaal auf die Spezialitäten bei der Verwendung des reichen Fundus hin: Die Ausstellung sei eher thematisch als chronologisch, offen und semipermanent angelegt, sodass Auswechslungen möglich sind. Eine so einmalige Geschichtswerkstatt erlaube es den Besuchern auch, zu erfahren, welche handwerkliche Arbeit die Objekte erst anschaulich mache.

Peter Flückiger als Leiter des Hauses der Museen führte als Moderator durch den ersten Tag und gestaltete auch die Vernissage der ersten Sonderausstellung im 4. Stock. Als zusätzlicher Leiter des Naturmuseums beleuchtete Flückiger dessen Unterteilung in das geologische und biologische Olten. Ein Alleinstellungsmerkmal des Hauses sei «Das grosse Fressen», die Ausstellung, die in neuartiger Art und Weise die verschiedenen Ernährungsweisen der Lebewesen thematisiere.

Der Leitgedanke des kantonalen Archäologischen Museums bestehe darin, sagte Leiterin Karin Zuberbühler, aus den Hinterlassenschaften von 80'000 Jahren Geschichten in einem nun zeitgemässen Rahmen zu erzählen. Mit einem aussergewöhnlichen hohen Beitrag aus dem Lotteriefonds habe der Kanton sein Interesse unterstrichen, als Juniorpartner im Haus der Museen zu bleiben und die enge Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum fortzuführen, unterstrich Landammann Roland Fürst an der Eröffnungsfeier.

Baudirektor Thomas Marbet skizzierte den auch wegen drei Bestellern anspruchsvollen Prozess hin zum Haus der Museen. Am Ende habe der Oltner Pragmatismus gesiegt: «Man macht aus Bestehendem das Beste, mehr gibt es nicht.» Nach dem Bau sei vor dem Bau, knüpfte der Stadtrat an das Versprechen an, das schon Martin Wey geäussert hatte. Der Stadtpräsident sagte nach seinen Dankesworten, dass die erste schwierige Hürde für die Museumserneuerung genommen sei, nun folge die zweite mit dem Kunstmuseum. Doch vorerst gilt es, auch die Früchte zu ernten. Wey gab bei der Begrüssung der Bevölkerung der Hoffnung Ausdruck, dass das neue Haus so attraktiv sei, dass es zu einem «touristischen Aushängeschild» werde.

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