Olten

Beethovens Fünfte als Prüfstein

Das Stadtorchester mit Mozart-Klavierkonzert und van Beethovens 5. Sinfonie.

Das Stadtorchester mit Mozart-Klavierkonzert und van Beethovens 5. Sinfonie.

Gelungenes Konzert des Oltner Stadtorchesters mit Mozart-Klavierkonzert und Beethovens populärstem Werk.

Musikfreunde, aber auch ein breiteres Publikum lieben die Sinfonie. Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie in c-Moll, op. 67, gehört wohl zu den populärsten Werken der klassischen Musik und ist in den letzten Jahren auf CD in einigen exemplarischen Einspielungen erschienen. Ein mutiges Unterfangen also für ein Laienorchester, die Fünfte mit ihren prägnanten Rhythmen, den gelegentlich pathetischen Melodien, der grossen Dynamik zwischen Laut und Leise und den anspruchsvollen Parts für Streicher und Bläser als Abschluss eines sonntäglichen Vorabendkonzertes aufs Programm zu setzen. Die sogenannte Schicksalsinfonie ist ein Prüfstein sondergleichen.

Viele Schwung und Kraft

Dirigent André Froelicher, der das Stadtorchester Olten seit 2000 leitet, liebt die Herausforderung. Konsequent lotet er seit je die musikalischen Fähigkeiten und künstlerischen Möglichkeiten seiner Musikerinnen und Musiker voll aus. Er liebt es, in anspruchsvoll zusammengestellten Konzertprogrammen die Grenzen zu erweitern, die Laien in der Regel gesetzt sind.

Ohne Partitur vor sich, mit viel Verve und Körpereinsatz schlug Froelicher frische Tempi an, ein hoch konzentriertes Orchester folgte seinem Schwung von den markanten Anfangstönen bis zu den mehrmals angesetzt Fortissimo-Schlussakkorden. Kurz gesagt, das mutige Unterfangen gelang dem Orchester und sogar die zugezogenen Bläser wuchsen über sich hinaus. Das Publikum im Oltner Konzertsaal war hingerissen.

Hervorragende Solisten

Vor der Pause allerdings waren die Musikerinnen und Musiker des Stadtorchesters beim Konzert für zwei Klaviere, Es-Dur KV 365 von Wolfgang Amadeus Mozart weniger entspannt. Zwar waren die beiden Solisten aus Solothurn, die junge Pianistin Evelyne Grandy und der Musiklehrer Adalbert Roetschi, ihrem Auftrag gewachsen. Die Zwiesprache zwischen den beiden Instrumenten war spannungsvoll, ja gelegentlich sogar witzig, was Mozart wohl entsprochen hätte: Er hat sein zehntes Klavierkonzert ursprünglich für sich und seine Schwester Nannerl komponiert.

Weniger gefallen hätte dem Musikgenie hingegen, dass die Klangfarben der beiden Flügel nicht harmonierten und das Orchester die ihm zugesagten Motive fast gar unsicher und die Bläser sogar sehr wenig inspiriert aufnahmen. Schade. Denn wie es anders sein kann, hatte gleich zu Beginn die Ouvertüre zur Revolutionsoper «Catilina» von Antonio Salieri gezeigt. Das dramatische Stück gelang vortrefflich. Doch war es so kurz, dass das Publikum nicht zu applaudieren wagte.

André Froelicher rettete die Situation, in dem er seinem Orchester zuklatschte, woraufhin der Saal zögerlich zum Applaus ansetzte.

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