Olten

Bed and Breakfast-Betreiber: «Wir sind seit Wochen ausgebucht»

Der ausgebildete Koch Reto Derungs vor seinem Bed and Breakfast-Betrieb an der Felsenstrasse in Olten.

Der ausgebildete Koch Reto Derungs vor seinem Bed and Breakfast-Betrieb an der Felsenstrasse in Olten.

Auch die drei Bed and Breakfast in Olten sind von der Coronakrise betroffen – doch seit Juli geht es wieder aufwärts.

Ein Minus von 47 Prozent im ersten Halbjahr von Januar bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahr: Die Übernachtungszahlen in der Stadt Olten sind wegen Corona fast um die Hälfte eingebrochen, wie diese Zeitung gestern berichtete. Auch bei den drei Bed and Breakfast-Betrieben in Olten sah es in den Lockdown-Monaten nicht rosig aus. «Wir waren bis zu 95 Prozent leer», sagt Reto Derungs vom Bed and Breakfast Olten mit drei Doppelzimmern.

Irène Schibli hatte ihr Schibli’s Bed and Breakfast mit zwei Gästezimmern sogar geschlossen gehabt. «Wir hatten einen sehr grossen Einbruch», sagt sie. Die Auslandsgäste seien komplett ferngeblieben. Auch beim dritten Bed and Breakfast 17 in Olten mit einer 3-Zimmer-Wohnung und einem Mansardenzimmer gab es Einbussen. «Es war immer etwas los, allerdings nicht vergleichbar mit den Vorjahren», sagt Betreiberin Monika Marti. Weil das Dach saniert wurde, sei sie aber gar nicht so unglücklich gewesen, hätte es weniger Anfragen gegeben. Zudem waren sie und ihr Mann diesen Sommer selbst vier Wochen ferienhalber abwesend.

Situation bessert sich

Finanziell hatte der Einbruch bei den Übernachtungen natürlich Folgen. Als einziger machte Derungs Gebrauch von den Entschädigungen, die Bund und Kanton auszahlten. Zudem liess sich der selbstständige Unternehmer auch einen zinslosen Kredit in Höhe von mehreren Tausend Franken aufs Konto gutschreiben, den er bisher aber noch nicht angetastet hat.

Seit Juli sieht die Situation für die drei Betriebe der Oltner Parahotellerie wieder besser aus. «Wir sind sehr zufrieden und seit Wochen ausgebucht», sagt etwa Derungs. Vor allem Velofahrer und Wanderer seien derzeit seine Klientel, davon 90 Prozent Schweizer. Meistens blieben diese für eine Nacht. Die Buchungen fallen dabei relativ kurzfristig aus. «Ein bis zwei Tage vorher erhalte ich eine entsprechende Meldung», sagt Derungs.

Auch das Geschäft mit Durchreisenden aus Holland oder Belgien, die in den Süden fahren oder von dort zurückkehren, zieht langsam wieder an. Um vermehrt wieder Gäste in seine Zimmer zu locken, hat er auch den Preis angepasst: Statt 120 Franken kostet eine Übernachtung im Doppelzimmer derzeit noch 100 Franken. Diese Aktion hat er nun bis Ende Jahr verlängert. Denn: «Der Preis ist matchentscheidend.» Vor allem auf der internationalen Buchungsplattform
Booking, wo er seine Zimmer ebenfalls anbietet. «Nun kann ich bei den Preisen mit den Jugendherbergen mithalten.»

Ebenfalls «sehr zuversichtlich, dass es wieder besser wird», zeigt sich Monika Marti. Neben Wanderern und Veloreisenden hätte sie auch Kanufahrer gehabt. «Es gab vor allem sportliche Leute, die für eine bis drei Nächte blieben.» Bisher weniger positive Tendenzen kann Irène Schibli von Schibli’s Bed and Breakfast ausmachen: «Bei uns ist es derzeit eher noch ruhig.» Die Leute machten Ferien in den Bergen, und nicht in Städten wie Olten.

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