Die Grünliberale Beatrice Schaffner tritt nicht mehr zum zweiten Wahlgang der Oltner Stadtratswahlen an. Die 53-Jährige ist nach der ersten Runde auf dem achten Platz gelandet. Der Hauptgrund für ihren Rückzug: Die wieder gewählte Kantonsrätin hätte gerne mit der FDP, die erneut mit Monique Rudolf von Rohr zur zweiten Runde antritt, zusammengespannt. "Von den Freisinnigen kam aber kein klares Bekenntnis, dass sie mich vorbehaltlos unterstützen", sagt Schaffner. In ihren Augen hätte man mit einem Zweierticket auftreten und einen gemeinsamen Wahlkampf führen müssen. Nur eine "halbherzige Unterstützung" hätte ihr nicht gereicht, sagt Schaffner mit leichter Enttäuschung im Unterton. Und nur unter der Flagge ihrer Kleinpartei GLP wollte sie nicht mehr antreten. "Ich bin dann chancenlos."

Die Grünliberale ist überzeugt, dass sie zusammen mit der FDP-Parteipräsidentin Monique Rudolf von Rohr ein breites bürgerliches Spektrum abgedeckt hätten; in Bildungs- und Kulturkreisen hätte Rudolf von Rohr gepunktet, in Wirtschaftskreisen Schaffner, um so eine erneute linke Mehrheit im Stadtrat zu verhindern. 

Die FDP-Parteileitung sieht die Sache etwas anders: Man sei durchaus nicht einem Päckli abgeneigt gewesen, sagt Parteipräsidentin Monique Rudolf von Rohr. Am Schluss hätten sie und Schaffner wegen der knappen Zeit sich kaum richtig austauschen können. "Als ich Beatrice Schaffner dann heute morgen erreichte, stand ihr Rückzug schon fest."

Fest steht nun, dass es für die verbleibenden zwei Sitze im zweiten Wahlgang am 23. April zur Ausmarchung zwischen drei Frauen kommen wird. Die bisherige Stadträtin Iris Schelbert (Grüne) tritt nochmals an, zudem die neuen Marion Rauber (SP) und Monique Rudolf von Rohr (FDP). Zurückgezogen haben sich am Dienstag neben Schaffner auch der wilde FDP-Kandidat Thomas Rauch (FDP). Bereits gestern ihren Rückzug bekanntgegeben haben Simon Gomm (Junge SP) und Ursula Rüegg (SVP). Schon im ersten Wahlgang gewählt wurden Martin Wey (CVP), Thomas Marbet (SP) und Benvenuto Savoldelli (FDP).