Jugendmusik Olten

Beat Kohler macht aus «Alphorn-Jutz» polyfones Musikerlebnis

Der Jodlerclub Innertkirchen und die Jugendmusik Olten bei der Aufführung des «Alphorn-Jutz».

Der Jodlerclub Innertkirchen und die Jugendmusik Olten bei der Aufführung des «Alphorn-Jutz».

Der Leiter der Jugendmusik Olten arrangierte einen viel gesungenen Jutz zum Stück für Blasorchester und Jodelchor. In Innertkirchen fand die Premiere statt.

Der Höhepunkt des Abends in Innertkirchen: der gemeinsame Vortrag des «Alphorn-Jutz». Und der hat seine Geschichte. Der Jutz wurde zwar viel gesungen, lag aber nur als handgekritzeltes, zweistimmiges Dokument vor. Die Idee des Jodlerklubs Innertkirchen, mit der Jugendmusik gemeinsam ein Stück aufzuführen, setzte Beat Kohler prompt in ein gelungenes Arrangement für Blasorchester und Jodelchor um; Bearbeitungen, die meist vergeblich gesucht werden. So entstand ein Jutz, bei dem die Hörner eben auch eine Rolle spielen dürfen. Subtil begleitet von der Jugendmusik wurden die Gesangsstimmen positiv unterstützt. Logisch, dass der «Alphorn-Jutz» als Zugabe verlangt wurde.

Zum fünften Mal hatte der Jodlerklub Innertkirchen, eine im Berner Oberland gut aufgestellte, siebzigjährige Formation, mitgewirkt am Konzert. Stimmgewaltig füllten die Sänger die grosse Mehrzweckhalle und bildeten einen effektvollen Kontrast zu den Blasmusikvorträgen.

Zum sechzehnten Mal hingegen war die Jugendmusik Olten ins traditionelle Musiklager nach Innertkirchen gereist. Mit engagierter Hilfe einiger Musiklehrer führt Beat Kohler, Leiter der Jugendmusik, das freiwillige Lager seit Jahren mit viel Herzblut. Achtjährig war diesmal der jüngste Teilnehmer, zweiundzwanzig der älteste. Ziel der Lagerwoche ist in erster Linie die Ausbildung in Registern und im Gesamtorchester. Ein Freizeitprogramm mit Wettbewerben wie etwa Postenläufe oder Tischtennis fördert den Zusammenhalt und die Kameradschaft. Das musikalische Wissen wird durch einen zur Stückwahl passenden Filmabend erweitert, und auf einem Halbtagesausflug lernen die Jungmusikanten Spezielles in der Region kennen, von der Meringue-Fabrik bis zu den Kraftwerken Oberhasli.

Musikalisches Schaffen im Vordergrund

Der grosse Teil des Lagers gehört klar dem musikalischen Schaffen. Die Noten erhalten die Teilnehmer erst am Sonntagabend nach dem Einrücken. Und bis Freitagabend soll dann ein Konzertprogramm gut einstudiert dargeboten werden. Dass somit für die erwähnten Freizeitaktivitäten wenig Zeit bleibt, liegt auf der Hand. Gut sechs Stunden wurde pro Tag geübt. Für die Probearbeit stand die ganze Schulanlage der Gemeinde Innertkirchen zur Verfügung. Der stilvolle Holzbau der Mehrzweckhalle bietet für das Abschlusskonzert eine tolle Ambiance mit besten akustischen Voraussetzungen.

Und diese Voraussetzungen wurden von der Jugendmusik voll und ganz genutzt. Es war schon bravourös, was da nach fünf Tagen Arbeit von der Bühne klang. Man spürte förmlich, wie die Jugendlichen in dieser kurzen Zeit zusammengeschweisst worden waren. Mit viel Begeisterung wurde musiziert, von top motivierten Musiklehrern, die für das Konzert ebenso zum Instrument griffen, unterstützt. Rhythmisch präzis, klar in der Tongebung, sauber in der Intonation, dies nur wenige Prädikate dieses eindrucksvollen Konzertes. Dass die Oltner im Haslital gern gesehene Gäste sind, zeigte auch Walter Brog. In seinen Begrüssungsworten lobte der Gemeindepräsident von Innertkirchen das Konzert in höchsten Tönen.

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