Seit diesen Montag ist der Strassenabschnitt direkt vor der Vario-Bar eine Baustelle. Sechs Wochen dauern die Strassenarbeiten der Stadt. An drei Wochen davon finden EM-Spiele statt. Warum wurde mit den Arbeiten gerade jetzt angefangen? Laut Marcel Dirlam, stv. Leitung Tiefbau, erfolgt der Baustellen-Start zu einem üblichen Zeitpunkt. «Grundsätzlich gibt es keine solchen Baustellen im Winter», sagt er.

Bei diesen Strassenarbeiten wird Belag und Beton eingesetzt. Damit dieser richtig erhärten kann, muss die Aussentemperatur um die 10 Grad Celsius betragen. Auch in der Nacht, sonst könne es Qualitätseinbussen geben. «Würden wir die Arbeiten bei kälteren Temperaturen durchführen, wären die Arbeiten mit Mehraufwand und Kosten verbunden, da zum Beispiel Zelte und Spezialheizungen zum Einsatz kommen müssten.»

Trottoir unberührt bis Herbst

Welche Umstände sie den anliegenden Gewerbetreibenden verursachen, ist der Stadt offenbar nicht egal: «Wir haben im Vorfeld intensive Gespräche mit den Betreibern der Vario-Bar geführt», so Dirlam. Das Ergebnis der Verhandlungen: der Bau-Etappenplan wurde angepasst. In den nächsten sechs Wochen wird lediglich der Strassenabschnitt vor der Vario-Bar saniert.

Die aktuellen Abschrankungen verbleiben während dieser Zeit – vorausgesetzt, man stosse nicht auf Hindernissen im Boden wie zum Beispiel auf alte Fundamente. Der Trottoirabschnitt vor der Bar aber bleibt bis Mitte September unverändert, also auch über den ganzen Sommer, und kann weiterhin für die Aussenbestuhlung genutzt werden. Erst im Herbst wird es dann angepasst und um 20 bis 60 Zentimeter breiter gemacht.

Trotzdem wird die Aussicht vor dem Aussensitzplatz in der nächsten Zeit weniger ansprechend sein. Dafür zeigt Marcel Dirlam Verständnis: «Wir können nachvollziehen, dass eine Baustelle vor dem Haus unschön ist. Dafür gibt es später etwas Schönes.» Und stellt klar: «Leider müssen diese Arbeiten gemacht werden, wenn wir weiterhin eine gute Strom- und Wasserversorgung wollen.»

Nach Zulayka Nann, Geschäftsführerin Vario Bar, ist die Baustelle vor der Bar nicht ideal. Ob die Bar deswegen Einbussen erleiden wird, kann sie schlecht abschätzen, vermutet aber, dass die Baustelle Leute abschreckt. «Ich bin aber froh um den Trottoir-Kompromiss.» Die Aussensitzplätze seien sehr wichtig.

Im Gegensatz zum neutralen VarioTeam kritisieren die Betreiber der Café/Bar Gryffe auf ihrer Homepage den ungünstigen Zeitpunkt der Arbeiten. Gleichzeitig künden sie eine solidarische Zusammenarbeit mit der Bar an der Solothurnerstrasse an.

Diesen Sommer wird die Vario-Bar an der City Lounge, einmal im Monat, in der Kirchgasse ein Zelt betreiben und den Gewinn daraus einkassieren können. «Das ist eine super Geste», zeigt sich Zulayka Nann dankbar. «Wir werden aber versuchen, unser Betrieb weiterhin reibungslos laufen zu lassen.» Und meint zuversichtlich: «Wir machen das Beste daraus.» Stef Dietschi, Pächter vom «Gryffe», war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.