Olten
Band «Hot Like Sushi» bringt Debütsingle heraus

Die Band «Hot Like Sushi» mit Oltner Frontmann Elias von Arx hat ihre Debütsingle «Crazy» herausgebracht. Ihr Sound soll das Publikum zum Tanzen bringen.

Isabel Hempen
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Im Alter von 7 Jahren begann er, Ukulele zu spielen. Mit 10 lernte er Englisch. Mit 12 gründete er seine erste Band. Er hatte zwischenzeitlich auf E-Gitarre gewechselt, schrieb Songs, und weil keiner den Part machen wollte, übernahm er das Singen auch gleich. Mit 14 kam Gesangsunterricht dazu.

«Ich wusste schon als Kind, dass ich Rockstar werden will», sagt Elias von Arx. So, als wäre das selbstverständlich. Prince ist sein Vorbild, die Rolling Stones und den Classic Rock legte ihm sein Vater in die Wiege. Lang, schlaksig und unaufgeregt lümmelt von Arx am Küchentisch im Haus seiner Eltern in Olten.

Das kaputte Rockstar-Image von einst ist dem 25-Jährigen nicht auf den Leib geschrieben. «Das ist lächerlich, damit schockierst du heute doch keinen mehr», sagt er mit Blick über die Schulter. Gerade müht er sich an der Kaffeemaschine ab, die er sonst nie bedient. Kaffee trinkt er nämlich keinen. Geschweige denn Alkohol. Er raucht nicht, konsumiert keine Drogen, ernährt sich seit zwei Jahren vegetarisch. «Mir geht es nur um die Musik», sagt er.

Von Arx ist Sänger, Gitarrist und Frontmann der 2014 gegründeten Band «Hot Like Sushi», deren Debütsingle «Crazy» am Freitag erschienen ist. Nach den «Rag Dolls» und einigen Schülerbands ist das seine neuste Formation. Stilrichtung: «Guitar Dance Pop».

Gitarre ist ein Muss, das Publikum soll tanzen und der Sound funky sein. «Als wir ‹Crazy› schrieben, merkten wir: Das ist das, was wir wollen», erklärt von Arx. Die Bestätigung kam postwendend, als die Zürcher Plattenfirma Muve Recordings bei dem Trio vorstellig wurde.

Talent? Obsession!

Seine Bandkollegen Luka Wartmann aus Basel (Keyboard, Gesang) und Sam Schwalm aus Winterthur (Schlagzeug) lernte von Arx an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) kennen. 17-jährig war er wegen ungenügender Noten von der Kantonsschule Olten geflogen.

Nach einem einjährigen Vorkurs an der Berner Jazzschule nahm er das Musikstudium an der ZHdK mit Vertiefung Pop auf. Dank einer Genius-Klausel der Hochschule: Wer talentiert genug ist, wird auch ohne Schulabschluss zugelassen. Mit dem Begriff Talent weiss von Arx allerdings wenig anzufangen: «Talent heisst für mich Obsession. Wenn du dich dauernd mit etwas beschäftigst, wirst du gut darin.»

Londoner Management

«Hot Like Sushi» hat das Zeug zu Grösserem. Findet zumindest das englische Management, bei dem die Band unter Vertrag steht. «Das ist eigentlich nicht üblich, dass eine Schweizer Band ein Management in London hat», gibt von Arx zu. Zweimal spielten «Hot Like Sushi» bereits Showcases in Londoner Clubs. In England hat die Band allerdings kein Netzwerk.

Daher steht für sie erst einmal im Vordergrund, in der Schweiz bekannt zu werden. Wobei von Arx einwendet: «Unsere Musik ist zu krass, als dass wir nur auf die Schweiz setzen könnten.»
Will heissen: zu wenig radiotauglich. «Wir können es nicht lassen, zusätzliche musikalische Elemente einzubauen – aber hoffentlich so, dass es nicht stört», sagt von Arx.

Würde die Band neben dem Heimatmarkt auch Deutschland und Österreich für sich gewinnen, würde das seiner Meinung jedoch bereits reichen, um von der Musik leben zu können. Grenzen setzt sich die Band keine: «Wir wollen so weit kommen, wie es geht. So viele Konzerte spielen wie möglich.»

Derzeit sind das ein bis zwei Gigs monatlich. Am Gurten traten sie schon auf, am 8x15. Alle drei Bandmitglieder sind hauptberuflich Musiker. Zusätzlich sind sie als Musiklehrer oder Tontechniker tätig. «Ich werde zum Glück noch von meinen Eltern unterstützt. So bin ich nicht vom Musikunterricht abhängig», sagt von Arx.

Boy-Band-Verschnitt

Crazy wie die erste Single präsentiert sich «Hot Like Sushi» auch selbst. In Blümchenhemden und ironisch-cooler Pose auf Bandfotos, mit Sonnenbrille und slow motion Boy-Band-Moves im Clip zum Song. Der Bandname: stammt aus der Zukunft, wo Sushi heiss gegessen wird. «Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst, nur die Musik», sagt von Arx lachend.

Bereits in Arbeit seien zwei weitere Singles, schiebt er nach. Sie werden in den kommenden Monaten erscheinen. Findet der Sound Anklang und genügend Airplay, könnte bereits in einem Jahr ein Album herauskommen.