Abgeblitzt

Bäume für Kanti-Sanierung könnten gefällt werden – ziehen die Anwohner vor Bundesgericht?

Die Lastwagen sollen durch den Hardwald via Meierhof-Quartier zur Kantonsschule-Baustelle gelangen.

Die Lastwagen sollen durch den Hardwald via Meierhof-Quartier zur Kantonsschule-Baustelle gelangen.

Anwohner sind vor Verwaltungsgericht abgeblitzt: Die Rodungsbewilligung für die Kantonsschul-Sanierung ist rechtens.

Für die anstehende 86 Millionen teure Sanierung der Kantonsschule Olten müssen 4210 m2 Hardwald gerodet werden, das entspricht etwas mehr als der Hälfte eines Fussballfeldes. Zwei Drittel der Fläche würden gefällt für den Kranstellplatz, den Warenumschlagplatz und die 35 Handwerker-Parkplätze gleich in der Nähe der Kantonsschule. Ein Drittel wegen der geplanten Ausbuchtungen für die Baustellenzufahrt über den Hauptweg im Hardwald via Meierhof-Quartier. Die gerodeten Flächen würden nach Ende der mehrjährigen Sanierung wieder aufgeforstet.

Sieben Anwohner aus dem Meierhof-Quartier haben sich nun bis vors kantonale Verwaltungsgericht gegen die Rodungen gewehrt und befürchteten, dass der Hardwald wegen der Baustellenzufahrt irreversible Schäden hinnehmen müsste. Ihre Beschwerde wurde nun vom Gericht abgewiesen, und sie haben die Verfahrenskosten von 2800 Franken zu tragen. Ob sie einen Weiterzug ans Bundesgericht erwägen, ist laut ihres Anwalts Arthur Haefliger aus Olten noch nicht entschieden, aber «eher unwahrscheinlich aufgrund der geringen Erfolgschance». Weil die Einsprachefrist 30 Tage ab Urteilseröffnung läuft, ist die vom Kanton ausgestellte Rodungsbewilligung noch nicht rechtskräftig.

Falls die Beschwerde mit aufschiebender Wirkung nicht weitergezogen wird, will der Kanton nach den Sommerferien mit den Rodungen und dem Bau der Zufahrt durch den Hardwald beginnen. Der Startschuss für diese Vorbereitungsarbeiten hätten eigentlich schon letzten November fallen sollen. Trotz der Verzögerung glaubt Gesamtprojektleiter David Brunner allerdings daran, dass die Kantonsschul-Sanierung bis Ende 2022 fertig wird: «Wir können die verlorene Zeit wieder einholen, indem wir mehr Leute auf der Baustelle arbeiten lassen.»
Abgeblitzt sind die Anwohner mit der Forderung, die Rodungsbewilligung aufzuheben und Alternativen zur Baustellenzufahrt durch den Hardwald zu prüfen.

Das Verwaltungsgericht argumentiert, dass nicht ein neuer Weg durch den Wald erstellt, sondern der bestehende asphaltiert und nach Ende der Sanierung wieder zum Waldweg rückgebaut werde. Zwei Alternativrouten wurden laut dem Verwaltungsgerichtsurteil zudem geprüft, aber schliesslich verworfen. Eine Zufahrt über die Hardfeldstrasse komme wegen des «Konflikts zwischen Schul- und Baustellenverkehr nicht infrage», weil so ein «erhebliches Unfallrisiko» bestünde.

Auch eine Erschliessung über die Tannwaldstrasse falle weg, weil diese wegen eines Bauprojekts der SBB gar nicht benutzt werden könnte. So blieb am Schluss nur die Zufahrt durch den Hardwald via Knoblauchweg. Dass mit den veranschlagten zehn Lastwagenfahrten der Wald irreversible Schäden davontrage, sei nicht zu erwarten. Während der Schulferienzeit würden die Handwerker die direkte Zufahrt via Hardfeldweg benützen. Der Hardwald sei zudem nicht geschützt.

Einen Teilerfolg konnten die Anwohner trotzdem feiern. Der geplante Fussweg entlang der Baustellenzufahrt durch den Hardwald wird nicht gebaut. Die Waldgänger werden über die bestehenden Wege umgeleitet. Die Baustellenzufahrt wird ferner ausserhalb der Arbeitszeiten abgesperrt. Das Entgegenkommen des Kantons ist der Grund, wieso Pro Natura die Beschwerde beim Bau- und Justizdepartement nicht ans Verwaltungsgericht weitergezogen hat.

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