Zudem hat sie den Namen Alpiq aus dem Unternehmensnamen des regionalen Netzbetreibers und Stromversorgers gestrichen: Die Abkürzung Avag bleibt, steht aber neu für «Aare Versorgungs AG». Dieser Einschnitt in der Avag-Geschichte wurde einstimmig abgesegnet.

Bisher bestand der Avag-Verwaltungsrat aus drei Vertretern der Alpiq (Mehrheitsaktionärin mit 96,7 Prozent des Kapitals) und zwei Vertretern der 14 Aktionärsgemeinden (zusammen 3,3 Prozent).

Nachdem Alpiq am 3. Juni den Verkauf ihrer Avag-Beteiligung für 312 Mio. Franken an ein Konsortium aus Elektra Birseck (EBM), dem Investitionsfonds UBS-Ceis und den Städtischen Betrieben Olten (sbo) bekannt gegeben hatte, traten die drei Alpiq-Vertreter Martin Eschle (VR-Präsident), Christian Wanner und Fredy Dubach auf den 7. Juli aus dem Avag-Verwaltungsrat zurück. An diesem Tag wurde der Aktienverkauf rechtlich vollzogen.

Sieben neue Mitglieder

Um die neuen Mehrheitsverhältnisse abzubilden, wählte die Avag-GV gestern sieben neue Mitglieder in den Verwaltungsrat. Die neue Mehrheitsaktionärin EBM stellt fünf der neun VR-Mitglieder: Conrad Ammann, Dominik Baier, Roger Ballmer, Cédric Christmann und Herbert Niklaus.

Der Investitionsfonds UBS-Ceis – der von der UBS nur verwaltet wird, die Investoren sind bekannte schweizerische Pensionskassen – wird durch Beat Huber vertreten, die sbo durch Ernst Zingg. Weiter im Avag-Verwaltungsrat bleiben die beiden Vertreter der Avag-Aktionärsgemeinden in der Region, Kurt Henzmann (Niedergösgen) und Dieter Leu (Rickenbach). Leu leitete die gestrige Versammlung.

Neuer Präsident gibt Comeback

Der neue VR-Präsident der Avag ist in der Region ein bekanntes Gesicht: Herbert Niklaus (61, Aarau) ist ein langjähriger Atel- und Alpiq-Mann und präsidierte als solcher die Avag bereits von 2005 bis 2012. Ab 2008 war er bei Alpiq zuständig für das Projekt eines neuen Kernkraftwerks Niederamt. Nach der Beerdigung dieses Projekts wechselte Niklaus zu EBM und ist dort innerhalb der Geschäftsleitung verantwortlich für die EBM Netz AG.

In Anwesenheit von vielleicht 30 Gemeindevertretern bezeichnete Herbert Niklaus den Verkauf der Avag an EBM, UBS-Ceis und sbo als gute Lösung, «vor allem auch für die Kunden im Niederamt». Im neuen Eigentümer-Konsortium seien alle nötigen Kompetenzen vereint.

In Bezug auf die gemeinsam mit den sbo geführte Betriebsgesellschaft Aare Energie AG (a.en) versprach Niklaus: «Wir wollen die Mitarbeiter in der a.en behalten und diese vielleicht sogar ausbauen – auch wenn nicht alles so bleiben wird, wie es immer war.»

Der abtretende Präsident Martin Eschle dankte den sbo für ihren Effort für eine regionale Lösung. Die Avag sei der sichtbare Anker von Alpiq in der Region gewesen, aber nicht der einzige: «Alpiq bleibt in der Region: mit der Produktion, mit Alpiq InTec und mit vielen Mitarbeitern am Hauptsitz Olten.»