Olten
Autos haben bei der Rötzmattkreuzung weiterhin Vorrang

Die Kreuzung vor dem Rötzmatttunnel soll nicht fussgängerfreundlicher werden – das Oltner Parlament hat einen Vorstoss knapp abgelehnt. Als Zünglein an der Waage entpuppte sich mit Gökhan Karabas ausgerechnet ein Grüner.

Fabian Muster
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Eine durchgängige Grünphase für Fussgänger über den Zebrastreifen der Umfahrungsstrasse (vorne) und denjenigen des Rötzmattwegs (hinten) wurde vom Parlament abgelehnt.

Eine durchgängige Grünphase für Fussgänger über den Zebrastreifen der Umfahrungsstrasse (vorne) und denjenigen des Rötzmattwegs (hinten) wurde vom Parlament abgelehnt.

Bruno Kissling

Seit das Parlament entschieden hat, dass eine Stadtteilverbindung Hammer ins neue Quartier Olten SüdWest aus Kostengründen vorerst nicht infrage kommt, suchen dieselben Parlamentarier nach möglichen günstigeren Alternativen für die Langsamverkehrsverbindung. In der Januar-Sitzung hat der Stadtrat etwa gegen seinen Willen den Prüfungsauftrag gefasst, wie der Rötzmatttunnel für den Fuss- und Veloverkehr aufgewertet werden könnte.

In der Sitzung vom Donnerstag verschob sich die Diskussion auf die Kreuzung vor dem Tunnel. Die Grüne-Fraktion verlangte in einem Vorstoss, ob eine durchgängige Grünphase für die beiden Fussgängerstreifen einerseits über die Umfahrungsstrasse und andererseits über den Rötzmattweg geprüft werden könnte. Zudem sollen die Autos während der Grünphase der Fussgänger nicht mehr rechts abbiegen dürfen.

Hauchdünne Entscheidung

Das Postulat wurde knapp mit 22 zu 21 Stimmen abgelehnt. Als einziger Linker dagegen gestimmt hat der SPler Gökhan Karabas. Er nennt auf Anfrage den Hauptgrund für seine ablehnende Haltung: Wegen der längeren Rotphase könnten sich die Autos vor der Ampel länger stauen und die Umfahrung deswegen meiden. «Das wäre nicht unbedingt im Sinn von uns Linken.»

Ähnlich argumentierten im Rat die Gegner des Vorstosses, wie etwa CVP/EVP/GLP-Fraktionssprecherin Heidi Ehrsam: «Wir wollen die Leistungsfähigkeit der Kreuzung für Autos nicht schmälern.» In der Antwort des Stadtrats auf den Vorstoss heisst es nämlich, dass die Kreuzung «bereits heute während der Morgen- und Abend-Spitzenstunden eine Auslastung von knapp 100 Prozent aufweist». Auch ein Verzicht auf das «bedingte Grün» – Autos dürfen rechts abbiegen, wenn die Fussgänger grün haben – liesse die Leistungsfähigkeit der Kreuzung sinken.

Ferner gibt es seit dem Betrieb der Strasse Anfang 2013 keinen verzeichneten Fussgängerunfall, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort weiter.
Ein Versprechen gab der Stadtrat aber ab: Im Rahmen der laufenden Masterplanung für Olten SüdWest will er die Verkehrssituation auf der Rötzmatt-Kreuzung nochmals prüfen.