Olten

Autorin des Kinderbuches «Irina und die Mondfrau» malt auch die Bilder

Cornelia Kaufmann daheim in ihrem Atelier, wo auch die Bilder zu den Kinderbüchern wie jenes von «Irina und die Mondfrau» entstehen.

Cornelia Kaufmann daheim in ihrem Atelier, wo auch die Bilder zu den Kinderbüchern wie jenes von «Irina und die Mondfrau» entstehen.

Cornelia Kaufmann aus Olten stellt mit«Irina und die Mondfrau» ihr zweites Kinderbuch vor – die Originalbilder stehen ebenso zum Verkauf.

Muss man als Erwachsener eigentlich Kind sein, um ein Kinderbuch machen zu können? Cornelia Kaufmann sagt: «Eigentlich nein, aber was mich betrifft: Viele Erlebnisse und Momente der Gegenwart verbinde ich fast reflexartig mit Bildern aus meiner Kindheit, die ich dann zu einer Geschichte verschmelzen lasse.» Sie spüre den Drang zum Malen, Zeichnen, Schreiben, erklärt die Kinderbuch-Macherin. Beseelt von einer Sache also, könnte man sagen. Cornelia Kaufmann nickt. Aber, so findet die Kinderbuchautorin und Malerin in Personalunion: Kinderbücher hätten auch für Erwachsene ihren Reiz. Einen der Klassiker in dieser Beziehung, die Werke von Janosch, dem Erfinder der populären Tigerente, hat Cornelia Kaufmann durch ihren Sohn kennen gelernt. Und sie findet ihn, Janosch, grossartig. Sie lacht.

Mit Janoschs Geschichten ist das zweite Werk nach «Wybli und die Zauberpinsel» nicht zu vergleichen. In «Irina und die Mondfrau» erzählt die Oltnerin von einem kleinen Mädchen, von der Mutter verlassen, vom Vater vernachlässigt. Irgendwann macht sich die Kleine auf, startet eine abenteuerliche Reise, die von Begegnungen mit Zauberern, bedrohlichen Wolken am Himmel und wohlmeinenden Zaubervögeln erzählt.

Cornelia Kaufmann hat keinen Publikationsdruck

Und da wäre noch die Titelgeberin des Buches: Die Mondfrau nämlich, unter deren heimlicher Regie sich das Schicksal der kleinen Irina zum Guten wendet. Am Schluss jedenfalls ist die Familie wieder vereint, startet gar ein Fest, weil Irina bald in den Kindergarten gehen darf. Eine Geschichte in einfacher Sprache geschrieben, die sich mit Sicherheit auch zum Erzähltwerden eignet. Mit vielen Bildern angereichert aus der Hand von Cornelia Kaufmann, wirkt das Erzählte wundersam leicht, poetisch, ja menschenfreundlich. «Wissen Sie, mein Buch entsteht nicht in einem linearen Prozess», sagt die Frau mit Zeichenlehrerausbildung, dem höheren Lehramt für Zeichnen und unter anderem mit der Erfahrung als Dozentin in der Fachkasse Modegestaltung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. «Es sind viele Versatzstücke, Puzzleteile, Erlebnisse, die über einen längeren Zeitraum schliesslich eine Geschichte und Bilder ergeben, die ich dank dem Werd-Verlag nun veröffentlichen kann», erzählt sie. Eines ihrer Privilegien: Sie steht dabei nicht unter Publikationsdruck, wie die Künstlerin erklärt. Sie bestimmt den Zeitpunkt der Veröffentlichung weitgehend selber. Im kommenden Jahr übrigens wird sie erstmals in Olten ausschliesslich Bilder aus ihrem Œuvre ausstellen.

Nein, von den Kinderbüchern könne sie nicht leben, gesteht die Künstlerin offen. Sie sei froh, wenn die Unkosten gedeckt seien. Dabei ist Cornelia Kaufmann noch in einer komfortablen Lage: Neben dem Verkauf der Bücher bietet sie auch Bilder an. Die Originale aus dem Buch etwa oder Werke aus ihren anderen malerischen Schaffen.

In einer Ecke des Ateliers warten die ersten Exemplare von «Irina und die Mondfrau» auf Leserinnen und Leser. Ob sie glücklich ist, die Schöpferin des Werks. «Ja», sagt sie und lacht. Und besonders freut sie sich auf die Buchvernissage in Olten. «Ich werde richtig aufgeregt sein», so ihre Vermutung. Sie wisse das aus Erfahrungen. Denn eigentlich sei sie’s schon jetzt.

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