Olten
Aus Spargründen schliessen? Oltner Museen harren der Prüfungsergebnisse

Im Zeichen des Sparens stehen auch Natur-, Kunst- und Historisches Museum auf dem Prüfstand. Welches wären die Auswirkungen, würde die Stadt Olten eines oder mehrere ihrer drei Museen aus Spargründen schliessen?

Urs Huber
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Städtische Museen stehen für Lokalkolorit, Naturnähe, visuelle Vielfalt und Kultur.

Städtische Museen stehen für Lokalkolorit, Naturnähe, visuelle Vielfalt und Kultur.

Unter anderem dies will der Stadtrat im Rahmen einer Reihe von 45 Prüfungsaufträgen (Administration Direktion Präsidium, Administration Baudirektion, Beiträge an Sport- und andere Vereine, usw.) herausfinden.

Dabei, so die Botschaft der Exekutive, seien die Prüfungsaufträge nicht präjudizierend, sondern würden Stadtrat und Parlament gegebenenfalls als Grundlage dienen, um einen fundierten Entscheid fällen zu können.

Denn ein Museum – einmal geschlossen – wird so schnell nicht wieder eröffnet. Dieses Umstandes ist man sich im Stadthaus denn auch absolut bewusst.

Verzicht? Nein danke

Stellt eine Stadt ihre Museen – und sei es nur virtuell – zur Disposition, liegt doch vieles im Argen. Aber schliessen? Schier undenkbar, denn die Institutionen sind scheinbar gut im Gedächtnis der Bevölkerung eingebettet. Eine Strassenumfrage dieser Zeitung zum Verzicht auf ein Museum hat Ende September jedenfalls wenig überraschende Antworten geliefert. Die befragten Personen wollten auf keines der drei Museen verzichten. «Museen vermitteln ein Stück Kultur und Kultur ist für den Menschen enorm wichtig.» In etwa so tönte es unisono von Strassen und Plätzen.

Von dort kommt bislang also wenig Richtungsweisendes. Vielleicht hilft Statistisches. Obwohl – ums im Duktus der Skeptiker auszudrücken: Das Leben ist nicht nur Statistik und Entscheide lassen sich nicht bloss auf deren Grundlage fällen. Trotzdem: Gemäss städtischem Verwaltungsbericht 2012 zählte das Naturmuseum im letzten Jahr 10 395 Besucher; «das sechste Jahr in Folge mit über 10 000 Eintritten», wie der Bericht verrät.

Dem gegenüber verzeichnete das Kunstmuseum 6792 Besucher und konstatierte eine Steigerung um 20 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren 2009 bis 2011, während das Historische Museum mit 5169 Eintritten von einem durchschnittlichen Jahr berichtet. «Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Museum in Zeitabschnitten zwischen Sonderausstellungen zeitweise geschlossen blieb», vermerkt der Bericht ergänzend.

Die Aufwände

Besucherzahlen sind das eine, der Aufwand das andere. Alle drei Museen schlugen 2012 mit einem Netto-Aufwand zwischen 880 000 (Historisches Museum) und 610 000 Franken (Naturmuseum) zu Buch. Das Kunstmuseum liegt mit 786 000 Franken ziemlich in der Mitte. Gemessen an der Höhe der erwirtschafteten Eintrittgelder und Benutzungsgebühren nimmt das Historische Museum den Spitzenplatz ein: 8727 Franken resultieren aus dieser Rubrik, gefolgt vom Naturmuseum mit 5874 und dem Kunstmuseum mit 3385 Franken.

Alle drei Kulturinstitutionen erhielten im vergangenen Jahr auch Ausstellungsbeiträge des Kantons: 130 000 Franken gingen ans Kunstmuseum, 120 000 ans Historische und 80 000 Franken ans Naturmuseum. Zwei Museen vermelden zudem unter der Position Sponsoring Beiträge in Höhe von 12 342 (Natur) und 22 000 Franken (Kunst).

Nichts macht den Braten feisst

Es gibt also keine markanten Differenzen in der Statistik der städtischen Museen. Selbst die Besoldungsgelder liegen bei allen drei Instituten in etwa auf derselben Höhe. Mit 340 000 Franken schliesst das Historische Museum am tiefsten, während das Naturmuseum Werte von 355 000 und das Kunstmuseum solche von 388 000 Franken vermeldet.

Statistisches also wird wohl nicht so richtig zu einer effektiven Entscheidungsfindung beitragen. Und womöglich kommts auch zu keiner Schliessung, ist das alles lediglich virtuelles Spiel oder mit einem Sturm im Wasserglas zu vergleichen. Und käme es tatsächlich zu einer negativen Entscheidung zuungunsten eines oder mehrerer Museen: Es wäre ein Entscheid nach Fotofinish.

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