«Absolut neu ist, dass Vieles beim Alten bleibt», so Christoph Wiederkehr-Käppeli zur geplanten Zusammenlegung der drei Pfadiabteilungen Oltner Pfadfinderinnen Abteilung (OPA), Pfadiabteilung Stadt Olten (PASO) und Pfadi Froburg Olten (PFO).

Er ist Koordinator der Tafelrunde, die seit gut einem Jahr mit dem Formulieren neuer Statuten, dem Aufstellen eines gemeinsamen Budgets und Suchen der Vorstandsleute diesen Zusammenschluss zur Pfadi Olten aufgleist, über welchen am 29. März an der Startversammlung beschlossen wird.

Aber eben – das Rad neu erfinden, muss man nicht: «Die Pfingst- und Sommerlager werden weiterhin das wichtigste Standbein bleiben und auch die typischen Pfaditechniken wie das Aufstellen eines Zeltes sind zeitlos.» Wenn der Inhalt also derselbe bleibt und sich «nur» die Verpackung ändert – warum dann die Bemühungen um eine Vereinigung?

Beweggrund seien die schwachen Bestände in allen drei Abteilungen, erklärt Wiederkehr. «Leiter sind zwar schon vorhanden, aber dafür viel zu wenig Kinder. Beim Zusammenschluss geht es deswegen um die Existenz dieser Pfadis.»

Deshalb sei das Vorhaben auch auf keine Widerstände gestossen, zumal die drei Abteilungen schon seit mehreren Jahren im Rahmen von gemeinsamen Übungen, Projekten, Ausbildungskursen und Lagern zusammenarbeiten würden.

Ein neues Profil entwickeln

Doch worauf fusst dieser akute Mitgliedermangel? Wiederkehr sieht die Ursachen vor allem in einem Überangebot an Freizeitaktivitäten. Deshalb sei es wichtig, dass die künftige Abteilung ein Profil entwickle und den alten Pfadigedanken auf einem neuen Tablett serviere, betont er. Und diese neue Aufmachung wurde in Form einer von der Tafelrunde verabschiedeten Absichtserklärung im 2013
definiert.

Unter anderem ist darin die Vereinsstruktur und das Vorgehen beim Zusammenschluss detailliert aufgelistet: Zuerst sollen die Vereine OPA und PASO aufgelöst und in den Verein PFO überführt werden.

In einem nächsten Schritt erfolgt dann dessen Umbenennung in Pfadi Olten. Einem Namenswechsel werden zudem die bestehenden Vereine Heimverein PASO und Alt-Pfadfinder-Verein der Pfadi Froburg Olten unterliegen. Ersterer wird zum Heimverein Pfadi Olten, Letzterer neu zum Alt-Pfadfinder/-innen-Verein der Pfadi Olten.

Gemeinsames Pfadiheim gefunden

Ein weiteres Thema sei das Bestimmen eines gemeinsamen Pfadiheims gewesen, schildert Wiederkehr. Auserkoren wurde letztlich das jetzige PASO-Heim in der Rötzmatt. «Wir werden jedoch das OPA-Heim in Olten nach wie vor benutzen, solange uns das Grundstück durch die VEBO zur Verfügung gestellt wird.» Trennen wird man sich hingegen vom Pfadiheim der PFO in Starrkirch-Wil, dessen Verkaufserlös als Polster für die Zukunft diene.

In Anbetracht strapazierter Budgets von anderen Oltner Vereinen erstaunt die Aussage Wiederkehrs, dass die Finanzen bei allen drei Pfadis im Lot und damit kein vordergründiges Problem seien.

Trotzdem: «Die neu gegründete Pfadi Olten wird weiterhin auf die finanziellen Beiträge der Stadt Olten angewiesen sein.» Ferner sei eine Zusammenarbeit mit Kirchgemeinden in keiner Weise ausgeschlossen, gleichzeitig aber verzichte die neue Pfadiabteilung bewusst auf eine institutionelle Anbindung, unterstreicht der (Noch-)Präsident der PFO: «Dies aus Rücksicht auf unterschiedliche Traditionen und Kulturen der bisherigen Vereine.»

Geschlechterdurchmischung neu

Durch den Zusammenschluss entsteht bald eine neue Kultur, die vor allem von einer Sache geprägt sein wird: Die Pfadi Olten ist nämlich als eine gemeinsame Abteilung für Buben und Mädchen konzipiert.

Ein Novum, schliesslich gibt es heute in der Dreitannenstadt entweder reine Knabenpfadis (PFO und PASO) oder aber die Mädchenpfadi OPA. «Diese Durchmischung wird einerseits die grösste Herausforderung darstellen, andererseits bringt sie auch Dynamik und Spannung.» Laut Absichtserklärung soll der Geschlechterthematik dennoch Rechnung getragen und wo nötig auf einen geschlechtergetrennten Betrieb gesetzt werden.

Ansonsten wird man aber an einem Strick ziehen: «Es erfolgt eine Bündelung der Kräfte. Aus diesem Zusammenschluss heraus soll die Pfadi wieder bestandmässig wachsen oder zumindest konstant bleiben», nennt Wiederkehr Vorteil und Ziel. Konkret strebt man mit der Zusammenlegung eine Grösse von 60-80 Personen inklusive Leitern an.

Für Wiederkehr stellt die neue Pfadiabteilung eine bessere Ausgangsposition dar, um die Pfadiidee auch in Zukunft weiterzugeben: «In der Pfadi pflegt man das Leben in der Gruppe, man ist draussen in der Natur und lernt, Verantwortung für seine Mitmenschen zu übernehmen.»