Die treibenden Kräfte der Quartierentwicklung Olten Ost können sich freuen: Der Gebäudekomplex Aarauerstrasse 55, im Bifang gewiss nicht der schäbigste an der Ausfallstrasse und auch nicht der älteste, wird saniert und erfährt einen Umbau samt Umnutzung. Es tut sich also was hinsichtlich Quartieraufwertung im Bifang.

Was aber tut sich an der Aarauerstrasse 55? Vieles. Basierend auf der Einstellhalle für 51 Fahrzeuge im Untergeschoss ist im Erd- und Terrassengeschoss eine gewerbliche Nutzung auf rund 1300 Quadratmetern vorgesehen, von der man sich bis zu 60 Arbeitsplätze verspricht.

Dies jedenfalls verrät die Bauausschreibung, die noch bis zum 7. April dauert. Die Pläne können bis zu diesem Zeitpunkt auf der städtischen Baudirektion eingesehen werden.

Über der gewerblichen Nutzfläche folgen, vom 2. bis zum 7. Obergeschoss insgesamt 36 Wohnungen unterschiedlicher Grösse (54 bis 103 Quadratmeter), im 8. Obergeschoss noch einmal deren fünf (82 bis 103 Quadratmeter) und schliesslich, so quasi nahe am Himmel, im 9. Obergeschoss, zwei Wohnungen mit einer respektablen Nutzungsfläche: 176 beziehungsweise 120 Quadratmeter gross, beeindruckende Terrassenflächen noch nicht mal mit eingerechnet.

Eine Besonderheit weisen sämtliche Wohneinheiten auf: Den sogenannten Powder Room, der sich – in Kombination mit WC-Anlagen, vielleicht am besten als Boudoir übersetzen liesse. Boudoir bezeichnete ursprünglich einen kleinen, elegant eingerichteten Raum, in den sich die Dame des Hauses zurückziehen konnte. Später bezeichnete das Boudoir allgemein das Ankleidezimmer.

Knapp 3800 Quadratmeter Wohnfläche werden so geschaffen. Das Umnutzungsprojekt wird 12 Mio. Franken schwer. Wie Architekt Patrick Hüppi erklärte, dürften sich die Mietpreise an der Aarauerstrasse 55 aber trotzdem durchaus mit denen in Olten Südwest messen können.

Bauherrschaft aus Horw

Als Bauherrschaft tritt die im luzernischen Horw beheimatete LC Lucerne Capital AG auf, als deren Vertreter Raoul Bachmann (Bild) amtet. Bachmann hatte das Gebäude von der UBS Pensionskasse erworben. «Dort hat man mir ganz offen gesagt, dass mit dem Komplex etwas zu geschehen habe.»

Sanierung und Umbau bezeichnet der Investor als sehr komplex, nicht zuletzt der Altlasten und der bestehenden Struktur wegen. Mit grossem Widerstand gegen das Projekt rechnet er indes nicht. Der Baubeginn ist auf Anfang 2017 veranschlagt.