Olten
«Augen auf!» für die Augentage

Die Augentage Olten rund um ein mehr als physikalisches Phänomen ist am Mittwoch eröffnet worden. Die Veranstaltung dauert insgesamt drei Tage.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen
Von links: Camille Stapfer und Anina Trösch (Photostream BBZ Olten), Kantonsratspräsident Ernst Zingg, Felix Wettstein (Initiant und OK-Präsident Augentage Olten), Regierungsrat Remo Ankli, Georg Berger (Direktor BBZ/Präsident Bildungsstadt Olten.Bifang, BOB), Moderator Nico Zila, Alisha Steiner und Viviane Lehmann (Projekt Einblicke Kanti).

Von links: Camille Stapfer und Anina Trösch (Photostream BBZ Olten), Kantonsratspräsident Ernst Zingg, Felix Wettstein (Initiant und OK-Präsident Augentage Olten), Regierungsrat Remo Ankli, Georg Berger (Direktor BBZ/Präsident Bildungsstadt Olten.Bifang, BOB), Moderator Nico Zila, Alisha Steiner und Viviane Lehmann (Projekt Einblicke Kanti).

Bruno Kissling

Längst bekannt: Vom 15. bis 17. Januar finden in Olten, so quasi zeitgleich mit der 21. ophthalmologischen Tagung, die ersten Augentage Olten statt. Und schon ist die Stadt mit einem neuen Attribut versehen: Augenstadt nämlich. Daran liess am Mittwoch bei der Eröffnung keiner der vier Redner auch nur den leisesten Zweifel aufkommen. Die schönste Herleitung stammte aus der Feder von Initiant und OK-Präsident Felix Wettstein, der in Basel die Nase des Landes sah, das Herz der Schweiz in Bern oder allenfalls in den Urschweizer Kantonen, in Genf das Ohr, in Zürich das Maul und in Olten eben – das Auge.

Nicht zuletzt darum, weil in der Eisenbahnerstadt viele optische Bereiche (wissenschaftliche, technische und künstlerische) angesiedelt seien und auf hohem Niveau gepflegt und vorangetrieben würden. Und just darum gings den Organisatoren: Das Dokumentieren des Umstandes, dass Olten in der Causa «Auge» – die Nase vorn hat. «Wien», so meinte der Direktor BBZ, Georg Berger, «hat auch einen Augentag, aber eben bloss einen. Wir hingegen haben deren drei.» Und während das Wiener Motto heuer «Gut sehen – ein Leben lang» lautet, so gestand Kantonsratspräsident Ernst Zingg, dass die Augenheilkunde ihn ermächtigt habe, nach Operationen des Grauen Stars wieder ohne Brille auskommen zu können. «Aber ich trage trotzdem eine, weil ich damit besser aussehe.» «Besser aussehen – ein Leben lang» ist auch eine Losung.

Fenster zur Seele

Im philosophischen Sinne sei das Auge auch das «Fenster zur Seele», meinte Bildungsdirektor Remo Ankli, der aus einem schulischen Lesebuch von 1907 Passagen zitierte, die genau dies untermauerten. Mehr noch: Dem Sehsinn wurde darin die grösste Bedeutung aller fünf Sinne beigemessen. Was wohl nicht nur falsch ist. Menschen, knapp so alt sind wie das Lesebuch und noch ein bisschen jünger, meinen doch immer wieder: «S isch s gröschte Elend, wenn me nüüt me gseht.»

Schärfen der Sinne

Besser sehen, besser aussehen. Dies ist das eine. Das andere sind die feinstofflichen Ergebnisse der geschärften optischen Wahrnehmung und deren Vermittlung. Nicht bloss die physikalischen Abläufe, die das Sehen überhaupt erst ermöglichen, sollen während dieser Tage in den Vordergrund rücken. Auch das Erlebnis von Auge zu Auge soll zum Tragen kommen. Davon zeugten an der Eröffnung die präsentierten fotografischen Bildwelten von Anita Trösch, Camille Stapfer, Viviane Lehmann und Alisha Steiner, die unter dem Leitfaden «Einblicke/Ausblicke» beziehungsweise «Licht im Gesicht» für gelungene Farbtupfer sorgten.

Darüber hinaus setzen acht Restaurants in der Stadt die lukullische Weisheit «Das Auge isst mit» um, während rund um das eigentliche Zentrum der Augentage, den Neubau der Fachhochschule, an den unterschiedlichsten Orten das Auge im Fokus steht: an der Primarschule Bifang, an der Kantonsschule Olten, im BBZ Olten, an der Höheren Fachschule für Pflege und im Kongresszentrum Hotel Arte.

Die Augentage seien eine gute Gelegenheit gewesen, die Bildungsstadt Olten.bifang als Trägerschaft ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu holen, so Berger zum Schluss der Eröffnung. «Viele Leute mussten für dieses Projekt überzeugt werden. Es hat sich gelohnt», so sein vorausschauendes Urteil. Und vorausschauend tippte er auch die Vision einer zweiten Ausgabe der Augentage an. «Aber erst lassen wir die ersten vorübergehen. Dann ziehen wir Bilanz.» Und er vermied tunlichst den Ausdruck: Wir werden sehen.