Olten

Auf Sparte Fun setzen: Nächstes Jahr kommt ein Billiger Jakob an die MIO

Showschwingen des Schwingklubs Olten-Gösgen an der diesjährigen MIO; ein populäres Element der Messe.

Ein grosser Wunsch des MIO-Leiters Mike Zettel geht damit an der Messe 2019 in Erfüllung. Ein billiger Jakob tut der Messe gut.

Es scheppern Metallstangen, Lieferwagen zirkeln durch die engen Gassen, die links und rechts teilweise noch von Ausstellerzelten gesäumt sind. Irgendwelche Helfer rufen einander koordinierende Hinweise zu. Telefone klingeln fast ununterbrochen.

Über 40 Mitwirkende sind aktuell beim Abbau beschäftigt. Und mittendrin: Mike Zettel; Leiter der MIO, der Messe in Olten, die seit über 70 Jahren zum festen Bestandteil des hiesigen Terminkalenders gehört.

Die Ausgabe 2018 liegt in den letzten Zügen. «Sie ist noch nicht fertig», sagt Zettel. Denn wenn der Abbau mal vorbei ist, dann folgt Büroarbeit für den Messeleiter. Aber seit gestern Dienstagabend deutet rein äusserlich nichts mehr auf die Veranstaltung hin.

Zufriedener Messeleiter

Zettel ist zufrieden mit der MIO 2018. Keine gravierenden negativen Vorfälle, glückliche Aussteller, ein Besucheraufkommen wie etwa im letzten Jahr. Jedenfalls ist das sein Eindruck. Mit Zahlen hält er sich zurück; für MIO-Besuchende gibt er bekanntlich keine Eintritte, die registriert werden. Nicht zurück hält er sich dagegen bezüglich des Entscheides, die Messe ab nächstem Jahr eine Woche vorzuverlegen; der Entscheid sei ein guter.

«Es gab eine Umfrage unter den Ausstellern: Über 90 Prozent sprachen sich für eine Vorverlegung aus», sagt er. Denn die Herbstferien würden beim Publikum immer populärer. Da gehe Besucherpotenzial verloren. Und dem wolle man mit der terminlichen Rochade vorbeugen.

Nächstes Jahr heisst’s ab dem 20. September bereits «S’isch MIO-Ziit». Dann, so erklärt Zettel verheissungsvoll, wird auch ein Billiger Jakob, ein Marktrufer, dabei sein. Den hat der Messeleiter an der Olma kennen gelernt und für die MIO engagieren können. Einen billigen Jakob an der MIO zu wissen war schon das Ziel von Zettels Vorgänger Bruno Frauch.

Denn eine solche Marktfigur trägt niederschwellig auch zur Unterhaltung bei, sorgt für gute Laune und macht den Aufenthalt an der MIO kurzweilig. «So etwas tut der Messe gut», sagt der Leiter, der aber eigentlich jetzt schon mit der durchschnittlichen Verweildauer des MIO-Gastes sehr zufrieden ist. Rund drei Stunden vermag die MIO die Kundschaft auf dem Gelände zu halten.

Auf Sparte Fun setzen

Weitere Neuerungen? «Es hat sich gezeigt, dass die Sparte Fun sehr gut bei den Leuten ankommt», sagt Zettel. Die motorisierten Bierkisten und der Bubble-Soccer jedenfalls hätten sich bereichernd ausgewirkt. Da stecke sicher noch Potenzial drin. Und Zettel liebäugelt auch mit einem Riesenrad, dem jeweils heimlichen Liebling an der Oltner Chilbi. «Da hast du einfach einen guten Überblick auf die ganze Stadt; so was mögen die Leute.» Allerdings: Das sind Zukunftsgedanken, die noch nicht konkretisiert sind.

Was dem Messeleiter auch noch vorschwebt: mehr städtisches Gewerbe an die MIO zu bringen. An den Standpreisen kann’s gemäss Zettel nicht liegen: «Neun Quadratmeter für vier Tage, praktisch alles inklusive für rund 900 Franken; das ist ein faires Angebot.» Und es sei auch nicht so, dass ein Bewerbender «Vitamin B» brauche, um dabei zu sein. «Das ist eine alte Mär, die sich noch immer hält.»

Aber es sei klar: Langjährige Teilnehmer hätten einen Platz auf sicher. Und natürlich auch ein gewisses Recht auf einen von ihnen bevorzugten Standplatz. «Die meistens wollen immer am selben oder in etwa am selben Ort sein», weiss der Messemacher. Denn das sorge auch für einen gewissen Wiedererkennungswert bei den Besuchenden.

Natürlich gibt’s auch grundsätzlich Verbesserungspotenzial. «Viele Besucher sind erfreulicherweise mit dem öV angereist», sagt Zettel. MIO-Unerfahrene unter ihnen aber hätten sich durch die Fahnenparade auf der Bahnhofbrücke in die Irre führen lassen, hätten die MIO auf der linken Stadtseite vermutet. «Wir hatten den Weg ab Bahnhof zwar ausgeschildert, aber offensichtlich zu wenig prägnant», räumt Zettel ein. Das will man ändern im kommenden Jahr.

Die allermeisten unter den Ausstellern haben sich dahingehend geäussert, im kommenden Jahr wieder dabei sein zu wollen. Ein gutes Zeichen für MIO und Messeleiter. Der aber ist erst zufrieden, wenn’s wieder allgemein heisst: «A d’MIO goht me.»

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