Olten
Auf Microscon folgt nun Microstech

Sich etablieren in der Welt der Diagnostik – so heisst das Ziel der im Juni gegründeten Firma Microstech, die mit einer sechsköpfigen Belegschaft gestartet ist und Branchenleader werden will.

Urs Huber
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Die Geschäftsleitung: von links Patrick Schwarzentruber, Caroline Conrad-Behr und Nicola Di Maiuta hub

Die Geschäftsleitung: von links Patrick Schwarzentruber, Caroline Conrad-Behr und Nicola Di Maiuta hub

Urs Huber

Man erinnert sich: Im Oktober 2012 fand in Olten die erste Microscon-Konferenz statt; eine Veranstaltung, die sich wissenschaftlichen Erkenntnissen und Beobachtungen aus der Mikrobiologie widmete und deren Väter Patrick Schwarzentruber und Nicola Di Maiuta waren. Damals geben die beiden zu Protokoll, mit der Durchführung der Microscon den Fachbereich Life Sciences auch in die Region Olten zu holen. Damit war natürlich die Ansiedelung entsprechender Betriebe gemeint. Und nun, nicht mal ein Jahr später, stehen die beiden Dozenten der Universität Warwick (GB) als Geschäftsführer der Microstech an der Solothurnerstrasse in Olten da. Mit im Boot: Caroline Conrad-Behr als Juristin.

«Wo Wissenschaft zur Realität wird» – unter dieser Prämisse operiert der neue gegründete Betrieb, wo derzeit sechs Personen arbeiten und die Ambitionen klar formuliert werden: «Wir wollen uns in der Welt der Diagnostik etablieren und schweizweit führend agieren», sagen Di Maiuta und Schwarzentruber unisono. Optimistische, aber offensichtlich durchaus realistische Zielsetzungen. «Wir sehen gute Chancen, uns entsprechend entwickeln zu können», so Caroline Conrad Behr. Mit dem Unternehmer-Gen ausgestattet seien sie alle drei, entsprechender Enthusiasmus steter Compagnon. Die Solitärposition der Microstech auf dem Platz Olten, die mit Analysen auf dem Gebiet der Mikrobiologie Dienstleistungen für private und Firmen aber auch für die öffentliche Hand anbietet, ist dabei sicher auch hilfreich.

Interdisziplinarität, das war schon immer die Maxime Schwarzentrubers und Di Maiutas. «Forschungsfragen können mehrheitlich nicht aus einem einzelnen Fach heraus beantwortet werden», meinen sie. Eine Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen ist also notwendig. Nicht zuletzt daraus entwickeln sich auch Innovationen, welche die Microstech ebenfalls anstrebt. Vielleicht ein Müsterchen? Zwar gibt man nur ungern über kurz vor dem Markteintritt stehende neue Produkte Auskunft, aber immerhin soviel verrät das Trio dann doch: Eine der marktreifen Neuerungen im Portfolio der Microstech betrifft ein Verfahren, welches die «Tierkotanalyse revolutionieren wird», wie Di Maiuta weiss.

«Es versteht sich von selbst: Unser Ziel ist es nicht, ausschliesslich im Dienstleistungsbereich tätig zu sein», sagt Schwarzentruber. «Neben der im Angebot stehenden grossen Palette an mikrobiologischen, molekularbiologischen und chemischen Analysen in den Bereichen Agro, Lebensmittel, Wasser, Kosmetik, Pharma, Umwelt, Hygiene und einer Vielzahl anderer Industrien» – so die Website des Startup – «forscht und entwickelt Microstech stetig neue Technologien im Bereich Life Science.» Sei es im Auftrag oder in Eigeninitiative, wie Di Maiuta ergänzt. Und mit der Juristin an Bord bietet das Unternehmen auch rechtliche Beratungen in Fragen der Life Science.

Und auch im Wissenstransfer bleibt das Trio aktiv. Sicherlich wird bereits im kommenden Jahr, im Oktober, die nächste Microscon-Konferenz über die Bühne gehen. Und im Jahr darauf wird Microscon Youth geschaltet, welche jungen Talenten aus international renommierten Universitäten und Hochschulen eine Bühne bietet, sich und ihre Innovationen der Industrie präsentieren zu können. Der Fachbereich Life Science bekommt in der Region definitiv ein Gesicht.