Kappel

Auf Hobby-Betrieb im Gasthof Kreuz folgt Ausbau zum professionellen Hotel

Das Ehepaar Edith und Peter Weber vor dem Erweiterungsbau Hotel und Landgasthof Kreuz in Kappel.

Das Ehepaar Edith und Peter Weber vor dem Erweiterungsbau Hotel und Landgasthof Kreuz in Kappel.

Edith und Peter Weber investieren in ihren Landgasthof in Kappel und bauen 27 Hotelzimmer. Schritt für Schritt machen sich die beiden auf den Weg zum professionellen Betrieb - nachdem sie den Gasthof anfangs als Hobby geführt haben.

Angefangen hat alles als Hobby. Peter Weber, der 2001 den Landgasthof Kreuz von seinen Eltern übernahm, hatte noch keine Ambitionen, den elterlichen Betrieb dereinst in ein Hotel umzufunktionieren.

Zu Anfang bestanden sieben Zimmer, nach und nach habe er aber auf eine Vergrösserung hingearbeitet, sodass momentan 17 Hotelzimmer zur Verfügung stehen. Der erneute Ausbau, welcher im Herbst 2016 zum Abschluss kommen soll, ist nun der nächste Schritt zu einem professionellen Hotelbetrieb.

Fünfjährige Planung

Der Gasthof hat eine lange Geschichte, feiert es doch im nächsten Jahr seinen 350. Geburtstag als Gaststätte. 1666 wurde das Gebäude, welches von einem Untervogt 1651 erbaut wurde, zu einer Schenke. Der Untervogt sei sehr reich gewesen, und er habe darum das Haus eineinhalb Meter ab Boden bauen können, was heute so gar nicht mehr zulässig sei und als zusätzlicher Stock angeschaut wird.

Ein Kompromiss mit den Behörden musste erarbeitet werden, damit der Bau nun viergeschossig errichtet werden kann. Dies ist mit ein Grund, warum es fünf Jahre dauerte, bis das Projekt in die Bauphase ging.

Die neuen Hotelzimmer sind allesamt als Doppelzimmer projektiert. Für den Annexbau wurde die alte Scheune abgerissen. «Einige der Balken aus der Scheune werden wieder in die Zimmer verbaut», erklärt Edith Weber. Neben den Zimmern wird auch ein neuer Frühstücksraum erbaut und eine neue Réception kommt in den Anbau.

«Wir wollen ein ganzheitliches Hotel sein», nennt Peter Weber ihr Credo. «Ein Gast hat uns mal gesagt, dass wir es entweder richtig machen oder es sonst halt bleiben lassen sollen», erzählt Peter Weber. Das animierte Weber dann auch dazu, sein Hobby zu professionalisieren.

Mit dem Neubau ist nun der letzte Schritt zum professionellen und voll ausgestatteten Hotel eingeleitet. Verbunden mit dem Ausbau, wird auch der Restaurationsbetrieb neu auf sieben Tage in der Woche ausgebaut, die beiden Ruhetage entfallen.

«Wir wollen den Gästen ein Rundumpaket bieten, sie sollen sich vollständig zu Hause fühlen», sagt Weber. Dies funktioniere aber nur, wenn nicht nur das Frühstück, sondern auch das Abendessen in den Hausschuhen eingenommen werden kann, wie Weber lachend erklärt.

Vornehmlich Businesskunden

Die Bauarbeiten gehen zügig voran, noch vor dem Winter soll das Dach fertig sein. Danach wird der Innenausbau in Angriff genommen. Dieser wird durch eine auf Gastrobauten spezialisierte Innenarchitekturfirma durchgeführt, viele der anderen Arbeiten werden durch regionale Firmen erledigt. Das bisherige Hotelangebot wurde laut Peter Weber sehr gut genutzt. Vor allem die Nähe zu etlichen Konferenz- und Schulungszentren in der Region bringt viele Businesskunden ins Kreuz nach Kappel.

Diese sind auch die vornehmlich anvisierten Kunden im Neubau. Das Ehepaar Weber rechnet damit, dass sie das Gesamtarbeitspensum verdoppeln müssen. So ist nicht nur der Ausbau ein finanzieller Kraftakt, auch die Betriebskosten werden deutlich steigen. «Momentan haben wir an 220 Tagen offen, danach werden es gut 350 Betriebstage», erklärt Weber. Er ist aber guten Mutes, dass die Auslastungsquote der Zimmer dies auch finanziell zulässt.

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