«Ich habe nichts damit zu tun» oder «Dazu kann ich Ihnen nichts sagen». So lauteten die Standart-Antworten des Hauptangeklagten Blerim Y.* auf die Fragen von Amtsgerichtspräsidentin Eva Berset. Zusammen mit seinen beiden Schwägern Burim Q.* und Bekim Z.* wird er beschuldigt, im Frühling 2012 für eine Reihe von Einbrüchen im Niederamt, in Olten und im Gäu verantwortlich zu sein. Daneben soll er im Zeitraum von 2010 bis 2015 weitere Einbrüche in der Region verübt haben.

Insgesamt sind es 28 Vorhalte, welche dem Hauptangeklagten zur Last gelegt werden. Es geht um gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, mehrfachen Hausfriedensbruch, mehrfache Sachbeschädigung, versuchter Raub, Erpressung, Anstiftung zur einfachen Körperverletzung. Bei den meisten der Einbruchdiebstähle soll er alleine oder mit unbekannter Täterschaft gehandelt haben. In zwei Fällen war Schwager Burim dabei, in einem anderen Schwager Bekim.

Die Vorgehensweise war laut Anklageschrift immer die Gleiche: Mit mitgebrachten Steinen oder Betonplatten wurden die Eingangstüren der Kioske, Lebensmittelläden oder Tankstellen-Shops eingeschlagen. Auch das Deliktgut beschränkte sich meist auf Zigarettenstangen, Losständer und Lose im Wert von mehreren Tausend Franken. Aufwändige Polizeiermittlungen haben Blerim Y. als Strippenzieher ausfindig gemacht.

Handy stets ausgeschaltet

Blerim Y., der am Dienstag in der Hauptverhandlung angab, wie die anderen beiden Beschuldigten aus dem Kosovo und nicht aus Serbien zu stammen, stritt alle ihm zu Last gelegten Vorbehalte ab. Er könne so etwas nie tun, beteuerte er mehrmals. Er trat mit beigen Hosen, schwarzem Hemd und schwarzem Kittel auf. Auch seine beiden mutmasslichen Komplizen, die jeweils mit einer seiner Schwestern verheiratet sind, machten es ihm gleich.

Burim Q., der bei zwei Einbrüchen dabei gewesen sein soll, sagte, dass er sich nicht erinnern könne. Er ist der Jüngste der drei Angeklagten und erschien in roten Sneakers, dunklen Jeans und einem weissen Polohemd vor Gericht. Für die Fragen, die er nervös und oft mit einem Schulterzucken beantwortete, brauchte er einen Dolmetscher. Bekim Z., der Älteste, erschien mit schwarzen Sneakers, grauen Jeans und einem grünen T-Shirt. Auch er beteuerte vor Gericht seine Unschuld. Vor allem der Hauptangeklagte verstrickte sich mehrmals in Widersprüche oder versuchte sich mit fadenscheinigen Erklärungen herauszureden.

So bezeichnete er alle Zeugen, mit denen er die Einbrüche verübt oder denen er davon erzählt haben soll, als Lügner. Auch wurde an mehreren Gegenständen oder an Tatorten seine DNA gefunden. Dies konnte sich Blerim nicht erklären. Weiter auffallend ist die Tatsache, dass sein Handy stets zu den Zeitpunkten der Einbrüche ausgeschaltet war. «Ich hatte keinen Akku mehr und musste es aufladen», erklärte er. Einen Führerausweis besitzt er keinen. Trotzdem besass er einen eingelösten Roller, den er aber nicht benutzt haben will.

Ausserdem unterschrieb er einen Vertrag zum Mieten eines Autos, in welchem einen Teil des Deliktgutes sichergestellt werden konnte. «Wie meine Unterschrift auf dieses Dokument kommt, kann ich mir nicht erklären», meinte er. Wenn er von Amtsgerichtspräsidentin Berset etwas gefragt wurde, zögerte er oft bei seinen Antworten. Gegenseitig beschuldigt haben sich die drei Angeklagten nicht. Auch verhielten sie sich jeweils ruhig, während die anderen Angeklagten befragt wurden. Heute Mittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt. Es folgen die Befragung einer Auskunftsperson sowie die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der drei Verteidiger.