Olten
Auf der Suche nach dem Sinn des Träumens

Die philosophische Gesprächsrunde «Café Philo» im Quartierzentrum Cultibo widmete sich dem «Traum». Träume sind demnach keine Schäume.

Urs Amacher
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Dass Team des Oltner Café Philo mit zwei der Moderatoren: (v.l) Karl Kirschbaum, Verena Zimmermann, Anna Secreti Zbinden, Markus Meyer und Theo Tschopp.

Dass Team des Oltner Café Philo mit zwei der Moderatoren: (v.l) Karl Kirschbaum, Verena Zimmermann, Anna Secreti Zbinden, Markus Meyer und Theo Tschopp.

Urs Amacher

Das letzte «Café philosophique» vor der Sommerpause hatte sich ein vielschichtiges Thema vorgenommen: «Haben wir noch Träume?» Gesprächsleiter Theo Tschopp wies einleitend darauf hin, dass jedes Wort des Fragesatzes bereits wieder eine Reihe von weiteren Fragen aufwirft. Haben wir Träume, oder haben (kommen und beherrschen) sie uns? Was bedeutet «wir»? Sind die individuellen oder die gemeinsamen Träume gemeint? Was schwingt hier im Wörtchen «noch» mit? Ist träumen nur etwas für Junge (Naive, Optimisten, Idealisten), nach dem Motto: Mit siebzehn hat man noch Träume...? Oder ist unser Leben so gut organisiert und gesättigt, dass wir keine Wünsche mehr haben?

In der Diskussion zeigte sich, dass in verschiedene Träume unterschieden werden muss. Es gibt einmal die Nachtträume, wo die Träume im Schlaf unser Unterbewusstsein heraufholen. In der Bibel erscheinen den Träumenden im Schlaf vorausdeutende Prophezeiungen. Dem stehen die Wachträume und Tagträume gegenüber, die mehr mit Fantasie, Vorstellungen, Wünschen und Visionen zu umschreiben sind.

Begrabenes

Zu dieser Kategorie wären auch die Träume, die wir begraben haben zu zählen, zum abgelegten Traum vom Sportcoupé, von der Weltreise oder vom erfüllten Traumberuf.

Die Träume beschäftigen die Menschheit seit Urzeiten, und so entpuppte sich die Träume als ein unerschöpfliches Thema, das nach den obligaten anderthalb Stunden überhaupt noch nicht ausdiskutiert war. Der Moderator, Theo Tschopp, was bis 2008 Lehrer für Französisch und Deutsch an der Oltner Kantonsschule; mit Philosophie beschäftigte es sich intensiv als Hobby. Die offene Diskussion umrahmte er mit je einem Zitat: «Unsere Träume können wird erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschliessen, daraus zu erwachen», sagte Josephine Baker. Und von der deutschen Schriftstellerin Liselotte Rauner stammt das Wort: Man verkauft uns schöne Träume, damit wir nicht erwachen. Denn mit aufgeweckten Leuten wäre manches nicht zu machen.» So gesehen wäre das Aufwachen aus den Träumen oder das Einfordern der geträumten Utopien durchaus subversiv. Jedenfalls sind Träume keine Schäume, wie der Volksmund sagt.

Fester Bestandteil

Das «Café philo» ist inzwischen ein fester Bestandteil der Oltner Kulturszene. Das Quartierzentrum Cultibo bietet jeden letzten Sonntag im Monat eine Plattform für alle Leute, die mitdiskutieren oder auch bloss zuhören wollen. Angestossen wurde das «Café philo» im Herbst 2012 von Verena Zimmermann, Markus Meyer und Karl Kirschbaum. Nun konnte Mitorganisator Markus Meyer ankündigen: «Nach den erfolgreichen zwei Saisons wird diese offene Gesprächsrunde über ein philosophisches Thema im nächsten Winterhalbjahr weitergeführt.»