Seit einiger Zeit ruht der Betrieb auf der Baustelle Kreuzcenter in Hägendorf. Ursache: Der Baugrund dort gilt als sogenannter belasteter Standort. Ein Umstand, der die Bauherrschaft, die Immo Handels AG mit Sitz in Hägendorf, nicht weiter überrascht, wie deren Leiter Martin Müller auf Anfrage erklärt. «Das war uns schon vorher klar», meint er.

Von der geäusserten Vermutung, die ruhenden Arbeiten stünden auch im Zusammenhang mit einer Asbestbelastung im Abbruchbereich, will er allerdings nichts wissen. «Wer erzählt denn so was?», fragt Müller fast belustigt. Auch das kantonale Arbeitsinspektorat weiss von der kolportierten Asbest-Kontamination der Baustelle nichts, wie eine Anfrage auf der Amtsstelle in Solothurn ergab.

Wie viel Zeit die Sanierungsarbeiten in Anspruch nehmen werden, ist derzeit aber noch unklar, doch geht Müller davon aus, dass die Verunreinigungen in absehbarer Zeit behoben sein werden und damit keine nennenswerte Verzögerung in der Projektterminierung eintritt. Mit «Nicht der Rede wert» apostrophiert er den durch die Altlastensanierung bedingten Zeitaufwand.

Kupfer im Boden

Gemäss der Abteilung Boden beim kantonalen Amt für Umwelt ist der Baugrund hauptsächlich mit Kupfer kontaminiert, und ist im kantonalen und offen einsehbaren Raster der belasteten Standorte auch verzeichnet. Die Verunreinigung rührt wahrscheinlich aus jenen Zeiten her, als am Standort Kreuzcenter noch eine elektromechanische Werkstätte betrieben wurde. Das Sanierungskonzept sieht demnach vor, den Oberboden, im Normalfall bis zu einer Tiefe von 20 bis 30 Zentimeter, abzutragen und durch frischen zu ersetzen.

Durch den Aushub an sich werde schon ein wesentlicher Teil des verunreinigten Erdreichs entfernt, wie das kantonale Amt weiter erklärt. Die Dekontaminationsarbeiten werden denn auch «als nicht sehr aufwendig» beschrieben. Gemäss Sanierungskonzept landet das kontaminierte Erdreich schliesslich auf einer Deponie.

Migros wollte Voi-Filiale eröffnen

Die Migros hatte seinerzeit ins Auge gefasst, im Kreuzcenter eine Voi-Filiale zu eröffnen. «Das Bedürfnis nach einem Nahversorger in Hägendorf ist vorhanden», gab damals eine Firmensprecherin zu verstehen. Und: Man hoffe, die Formalitäten mit der Bauherrschaft in nächster Zukunft abwickeln zu können.

Daraus ist bis heute jedoch nichts geworden. Nach wie vor ist die Migros zwar am Standort Hägendorf interessiert, wie Firmensprecher Reto Wüthrich gestern sagte. Allerdings steht die Überbauung Kreuzcenter mit Voi-Filiale nicht mehr im Vordergrund. Ursache dafür: «Das Projekt entwickelt sich nicht wunschgemäss», wie Wüthrich in knappen Worten erklärt. Nähere Umstände bleiben im Dunkeln.

Die dreistöckige Überbauung Kreuzcenter sieht im Parterrebereich Ladenflächen und darüber pro Stockwerk je vier 2½-Zimmer-Wohnungen vor. Die Überbauung ist mit dem Auto lediglich über die Solothurnerstrasse aus Richtung Egerkingen erreichbar. Wer aus Richtung Olten kommend die Überbauung erreichen will, muss beim Kreisel im Thalacker wenden.