Olten
Auch künftig gibt es nach dem Schulfestumzug kein Essen ohne Anstehen

Nach dem Schulfestumzug in Olten bilden sich oft lange Kolonnen vor den Vereinsbeizli. Auch dieses Jahr war das wieder der Fall. Das OK will aber keinen Regimewechsel.

Fabian Muster
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Ein gewohntes Bild an Schulfesten: Die Warteschlangen vor den Vereinsbeizli in der Schützi ziehen sich bis weit in den Platz hinein.

Ein gewohntes Bild an Schulfesten: Die Warteschlangen vor den Vereinsbeizli in der Schützi ziehen sich bis weit in den Platz hinein.

Zur Verfügung gestellt

Es ist alle zwei Jahre dasselbe Bild in der Schützi nach dem Schulfestumzug: Die Schülerinnen und Schüler haben Hunger und erhalten Essensbons, die sie in den Vereinsbeizli einlösen können. Die Eltern und Verwandte übernehmen dann meistens diese Aufgabe – und stehen mal an. Wer Glück hat und gleich nach dem Umzug den passenden Stand findet, hat sein Essen innert weniger Minuten und kann den hungrigen – und manchmal quengelnden – Nachwuchs verköstigen.
Anders sieht es aus für jene, die länger warten müssen, bis die Kinder zurück sind vom Umzug: Wartezeiten von mindestens 15 bis 20 Minuten sind dann der Normalfall. Die Kolonnen vor den Beizli ziehen sich dann bis weit in den Platz hinein. Die meisten Eltern nehmen das Warten mit Gelassenheit, andere mit Humor, aber dritte verziehen dann schon mal das Gesicht, wenn sie fragen, ob sie nun hier endlich am Ende der Warteschlange angekommen sind.
Bei den Organisatoren ist das Anstehen auch immer wieder ein Thema. In diesem Jahr gab es allerdings keine Reklamationen, wie OK-Präsidentin Iris Schelbert auf Anfrage sagt. «Es ist nun mal so, dass es etwas länger dauern kann.» Die Vereine hätten aber sehr speditiv gearbeitet. Um Wartezeiten zu verhindern, gäbe es allerdings auch andere Möglichkeiten, die Schüler zu verköstigen: «Wir könnten auch 1500 Sandwiches bereitstellen», sagt die Stadträtin, die zuständig ist für die Direktion Bildung und Sport. Es sei dem OK aber wichtig, dass die Vereine ebenfalls vom Schulfest profitieren können. Daher ist ein Regimewechsel zumindest für die nächste Ausgabe in zwei Jahren kein Thema.
Umzugsroute wird wieder kürzer
Änderungen geben wird es allerdings bei der Umzugsroute. Da und dort war am Sonntag zu hören, dass die Strecke auch wegen der Hitze zu lang ausgefallen sei. Weil die Alte Holzbrücke wegen der zu engen Platzverhältnissen diesmal nicht infrage kam, zogen die Teilnehmer zweimal über die Bahnhofbrücke. Die Route war daher 400 Meter länger. Künftig soll sie aber wieder etwas kürzer ausfallen: Zwar will das OK daran festhalten, auch auf der rechten Stadtseite zu marschieren – doch nur noch bis zum Bifangplatz und nicht mehr bis zum Joggi-Brunnen an der Ecke Aarauerstrasse/Wilerweg, wie dies bis vor zwei Jahren der Fall war. Dadurch soll sich die Marschzeit gemäss Schelbert auf rund 45 bis 50 Minuten verkürzen. Am Sonntag waren es knapp 60 Minuten.

Sonne, Hitze und Drachen: Am Sonntagmorgen stand Olten im Zeichen des Schulfests.
29 Bilder
Mit Sonnenbrillen, Hüten und Wasserflaschen waren die Schüler und Schülerinnen ausgerüstet.
Jedes Schulhaus hatte ein eigenes Motto.
Das Motto des Frohheimschulhauses passte zum derzeit omnipräsenten Thema – dem Wetter.
Sie widmten sich den «vier Jahreszeiten» und ...
... präsentierten ihre Plakate dazu.
Zusammen bildeten sie ein ein buntes Farbenmeer.
Die Bannfeld-Schüler waren «zäme unterwägs». Sie gestalteten mehrarmige Wimpel-Girlanden.
Die Bifang-Schüler präsentierten Drachen.
Die grossen Drachen wurden von mehreren Schülern getragen. Sie liefen in Violett, ...
... in Orange und ...
... in Grün durch die Oltner Strassen.
Dank der Konstruktion konnten die Schüler etwas Schatten geniessen.
Eine andere Klasse konzentrierte sich auf die Farbe Grün.
Auch diese Schüler bereiteten sich auf die grosse Hitze vor.
Danach zogen die Regenbogen-Drachen durch die Strassen.
Zur Freude der Eltern, Verwandten und Freunden, die am Strassenrand standen.
Das Sälischulhaus läuft unter dem Credo «Kleider machen Leute. Kinder machen Kleider».
Die Kinder tragen selbst eingefärbte T-Shirts in Batik-Optik und ...
... halten Papier-Sonnenblumen in die Luft.
Andere Klassen bastelten verschiedenfarbige Blumen.
Die Freude bei den Schülern war trotz der Hitze spürbar.
Stolz zeigten sie den Zuschauern ihre Werke.
Und vermutlich freuten sie sich bereits jetzt auf eine baldige Abkühlung.
Die Schüler aus dem Hübeli hatten das Mottp: «Punkten mit Spielen in der Stadt».
Sie haben selbst gefertigte Spiele dabei.
Während Kinder und Lehrpersonen sich dem Wetter gerecht anziehen konnten, ...
... treten alle Mitglieder der anwesenden Musikformationen in ihren Uniformen auf.
Die ersten Teilnehmer kommen eine Stunde nach Umzugsbeginn in der Schützi an. «Es war warm, aber wir haben es gut überstanden», meinen zwei Lehrerinnen, die eine sechste Klasse im Sälischulhaus unterrichten.

Sonne, Hitze und Drachen: Am Sonntagmorgen stand Olten im Zeichen des Schulfests.

OT/Patrick Lüthy

Apropos Marschzeit: Für die jüngeren Teilnehmer war das Tempo zum Teil zu schnell, sodass sich der Umzug stark in die Länge zog und grössere Lücken aufwies. Auch darauf will man bei der nächsten Ausgabe ein Auge haben.
Trotz der Hitze zieht OK-Präsidentin Schelbert ein positives Fazit: «Es war ein tolles Schulfest.» Auch bei der Sanität habe es keine grösseren Vorkommnisse gegeben. Dies hätte auch mit den Vorkehrungen der Schulen zu tun, ist Schelbert überzeugt. So hatten die Lehrkräfte Wasserflaschen mit dabei, Schüler wurden darauf hingewiesen, Hut und Sonnenbrille zu tragen, und nach dem Umzug stand in der Schützi für jeden Teilnehmer ein Becher Wasser bereit. Verantwortliche eines Schulhauses hatten sogar unterwegs einen Trinkposten eingerichtet.

Auch der Werkhof Olten zieht ein positives Fazit zu den Mehrwegbechern

Am Schulfest wurden erstmals Mehrwegbecher eingesetzt und ein Depot von zwei Franken auf Aludosen sowie PET-und Glasflaschen verlangt. Der Versuch ist auch aus Sicht des Oltner Werkhofs gelungen, wie Leiter René Wernli auf Anfrage sagt. «Wir haben tatsächlich geringere Mengen an Abfall festgestellt.» So lagen weniger Flaschen und Becher auf den Tischen herum. Und wenn doch, so konnten sich die Kanti-Schüler, welche die Tische aufräumten, mit dem Depot noch ein Sackgeld dazuverdienen. Insgesamt 1720 Kilo Abfall hat der Oltner Werkhof am vergangenen Wochenende eingesammelt, das sind rund 1000 Kilo weniger als noch vor zwei Jahren. Allerdings fand damals zeitgleich auch das Stadtfest statt, relativiert Wernli. Für einen Versuch mit Mehrweggeschirr an der kommenden Chilbi reicht es aber nicht mehr: Die Anfrage sei für die Anbieter zu kurzfristig und der Anlass zu gross, sagt Wernli. (fmu)