Fulenbach
Auch die "Linde" war kurz Thema an der Gemeindeversammlung

Die Rechnung 2019, die Elektra als Eigentümerin des Stromnetzes und das gemeindeeigene Restaurant waren Themen an der Gemeindeversammlung in Fulenbach.

Beat Wyttenbach
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Nun ist auch der Sanierungskredit für die «Linde» vom Souverän abgesegnet.

Nun ist auch der Sanierungskredit für die «Linde» vom Souverän abgesegnet.

Oltner Tagblatt

Einer der grossen Themenblöcke an der Fulenbacher Gemeindeversammlung mit 51 anwesenden Stimmberechtigten betraf die Elektra Fulenbach (EFU), welche letztes Jahr laut Geschäftsführer Hansjörg Schaad einen Gewinn von 79’989 Franken erwirtschaften konnte; Geschäftsbericht und Rechnung wurden von den Anwesenden ohne Gegenstimme gutgeheissen. Vor rund zwölf Jahren gegründet, hat sich die EFU, so Gemeindepräsident Thomas Blum, «gut behauptet».

Da es aber immer schwieriger werde, einen genügenden Umsatz im Netznutzungsbereich zu generieren, sei der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, nicht nur die Entwicklungen bei der alternativen Energienutzung als zweites Standbein zu prüfen, sondern auch neue Versorgungsbereiche wie Kommunikation (Betreiben eines Breitbandnetzes; Synergienutzung mit der Fernsehgenossenschaft Fulenbach beim Glasfasernetz) oder die Wärmeerzeugung im Rahmen eines Wärmeverbundes (Holzschnitzelheizung).

Holzbrücke bleibt für 12 Tage gesperrt

Unter «Verschiedenem» gab Gemeindepräsident Thomas Blum bekannt, dass die Holzbrücke von Fulenbach nach Murgenthal im Zuge der laufenden Sanierungsarbeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt werden muss, und zwar vom 14. bis 25. September. In dieser Zeit wird der Verkehr über Aarburg, respektive Aarwangen umgeleitet. Der Langsamverkehr wird allerdings wie gewohnt die Brücke passieren können. (bw

Dies sah der Souverän auch so und genehmigte grossmehrheitlich die Teilrevision der Statuten der EFU, die Teilrevision des Konzessionsvertrages zwischen der Gemeinde Fulenbach und der EFU sowie die Gründung von zwei selbstständigen Gesellschaften für die Wärmeerzeugung und die Breitbandkommunikation. Die Zustimmung zu diesem Geschäft zog denn auch die Totalrevision des «Elektrizitätsversorgungsreglement» inklusive der Tarif- und Gebührenordnung (Neuerungen sind: Regelung der Finanzierungsgrundsätze, Neuregelung der Anschlussgebühren und Klärung der Verantwortlichkeiten bei Netzanschlussveränderungen) sowie eine Teilrevision der «Reglements über die Grundeigentümerbeiträge und -gebühren» nach sich. Allen Anträgen stimmten die Anwesenden ohne Gegenstimmen ebenso zu wie der Totalrevision des «Reglements über die Schulzahnpflege».

«Linde-Kredit» mit regierungsrätlichem Segen

Im Weiteren orientierte der Gemeindepräsident über Umbau und Sanierung des Restaurants Linde; der Gemeinderat hatte im März 2020 einen Kredit über 280’000 Franken zur Sanierung bewilligt, was eigentlich in die Kompetenz der Gemeindeversammlung gefallen wäre, die für April 2020 angedacht war. Diese fiel aber der Pandemie zum Opfer, was den Rat dazu bewegte, den Kredit mit regierungsrätlicher Absegnung (Verordnung zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Gemeinden aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus) in Eigenregie zu sprechen mit der Auflage, dieses Geschäft dem Souverän bei nächster Gelegenheit zur Kenntnis zu bringen.

Der Kredit wurde bis dato mit 7’863 Franken überschritten. Seitens der Versammlung wollte Ruedi Leclerc in der Folge wissen, warum dieser Kredit nicht schon an der Budgetgemeindeversammlung im Dezember 2019 vorgelegt worden sei. «Weil wir die Investitionen noch nicht im Detail kannten und auch noch keinen Pachtvertrag vorlegen konnten», so Blum. Der Pachtvertrag wurde im Januar 2020 unterzeichnet mit der Verpflichtung, das Restaurant am 1. Mai 2020 zu eröffnen (wir berichteten).

Fast eine halbe Million Franken Ertragsüberschuss

Die Rechnung 2019 schliesslich, von Gemeindeverwalter Jörg Nützi erläutert, schliesst mit einem hohen Ertragsüberschuss von 491’076 Franken, was hauptsächlich auf höhere Steuererträge und Landverkäufe zurückzuführen ist. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital gutgeschrieben, welches sich neu auf 9,648 Mio. Franken beläuft. Auch die vier Spezialfinanzierungen Wasserversorgung (plus 84’430 Franken), Abwasserentsorgung (plus 58’169 Franken), Abfallbeseitigung (plus 20’108 Franken) und Forst (plus 31’917 Franken) schliessen positiv ab. Nettoinvestitionen wurden im Umfang von 138’194 Franken getätigt. Zudem mussten noch sechs ordentliche Nachtragskredite im Umfang von rund 0,412 Mio. Franken bewilligt werden.

Der Souverän hiess die Rechnung 2019 einstimmig gut – inklusive der öffentlich-rechtlichen Organisationen Regionale Zivilschutzorganisation Gäu, Sozialregion Untergäu und Wasserversorgung Wolfwil-Fulenbach.