Auch als E-Book
Oltner Historiker schreibt Geschichte: Kanti-Lehrer gibt Buch mit über 1,5 Kilo heraus

Seit kurzem steht den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums ein neues Geschichtslehrmittel zur Verfügung, welches mehr zu bieten hat als nur das Buch; der Oltner Kantilehrer Thomas Notz ist Co-Herausgeber.

Denise Donatsch
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Thomas Notz unterricht an der Kanti Olten und hat bereits mehrere Lehrbücher herausgegeben.

Thomas Notz unterricht an der Kanti Olten und hat bereits mehrere Lehrbücher herausgegeben.

Bruno Kissling

Satte 1,53 Kilo wiegt die jüngste Bucherscheinung, bei welcher Historiker Thomas Notz gemeinsam mit Walter Frey als Herausgeber mitwirkte. Dementsprechend stattlich präsentiert sich das bewusst modern gestaltete Lehrmittel mit dem naheliegenden Titel «Geschichte fürs Gymnasium». «Das Buch beinhaltet nebst stufengerechten Texten und zahlreichen Bildern auch Quellen sowie weiterführende Aufgaben und ist daher ziemlich dick», erklärt Thomas Notz, der selbst seit rund 30 Jahren als Geschichtslehrer an der Kantonsschule Olten unterrichtet. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, erhält die Kundschaft beim Kauf des Buches automatisch eine digitale Version dazu. «So wird das Gewicht weniger wichtig.»

Das ist aber noch nicht alles. Nebst der E-Book-Version hat das Lehrmittel noch ein weiteres digitales Tool zu bieten. «Mit einer extra zum Buch entwickelten App können mithilfe der Kamera des Smartphones über gewisse Bilder Links zu audiovisuellen Quellen oder Erklärungsvideos im Internet aktiviert werden.» Schülerinnen und Schülern stehe die App denn auch gratis zur Verfügung. Ebenfalls bietet das Buch innerhalb der Rubrik «Einblick in die Forschung» Texte auf universitärem Niveau. «Das Gymnasium hat eine Brückenfunktion zwischen Schule und Universität», weshalb neben Inhalten auf Stufe der Sek II eben auch der eine oder andere schwierigere Text zu finden sei.

Thomas Notz' Buch wiegt rund 1,5 Kilo, ist aber auch als E-Book-Version zu haben.

Thomas Notz' Buch wiegt rund 1,5 Kilo, ist aber auch als E-Book-Version zu haben.

Bruno Kissling

Das in diesem Jahr im hep-Verlag erschienene Buch ist der dritte Band einer Serie von Geschichtsbüchern. Das Spezielle daran: Band 1 und 2 sind noch gar nicht erschienen. Diese sind aber auf 2022 und 2023 geplant. «Der dritte Band beinhaltet Themen rund um die letzten 110 Jahre, welche für die Sekundarstufe II am zentralsten sind.» Deshalb sei beschlossen worden, diesen als ersten zu publizieren.

Weg von der deutschen Perspektive auf Geschichte

Im Unterschied zu anderen gymnasialen Lehrmitteln, bei welchen Notz zwischen 2009 bis 2011 als Autor und Herausgeber mitwirkte, entschied er sich dieses Mal für einen stärkeren globalgeschichtlichen Ansatz. «Im Geschichtsunterricht an Schweizer Gymnasien wurden lange Zeit deutsche Bücher verwendet, welche eine deutsche Perspektive vermittelten.» Aber auch in Schweizer Geschichtsbüchern sei wenig über Regionen wie beispielsweise Lateinamerika gesprochen worden. Ebenso stehe die Verflechtung der Schweiz mit dem Rest der Welt dieses Mal stärker im Fokus. «Wir haben uns bei der Erarbeitung der Themen immer gefragt, was für eine Rolle die Schweiz in dieser Angelegenheit gespielt hat.»

Mitbeteiligt an der Entstehung des Lehrmittels waren mehrere Autoren und Autorinnen aus der Deutschschweiz, die allesamt über Unterrichtserfahrung auf gymnasialer Stufe verfügen. «Auf der Sekundarstufe II gibt es keinen nationalen Lehrplan», weswegen das Wissen und die Erfahrung der aus verschiedenen Regionen stammenden Autorenschaft genutzt worden sei. Der Startschuss des «Megaprojekts» sei vor gut fünf Jahren gefallen. «Das Konzept musste manchmal neu angepasst werden, was teils für das Autorenteam nicht ganz einfach war.» Dennoch ist Notz über das Resultat hocherfreut und das Lehrmittel steht bereits seit Ende Sommerferien bei ihm im Geschichtsunterricht an der Kanti Olten im Einsatz.

Bereits ein weiteres Projekt geplant

Auf seinen Lorbeeren wird sich der Historiker, welcher ebenfalls an der Pädagogischen Hochschule Bern als Dozent für Fachdidaktik Geschichte tätig ist, allerdings nicht ausruhen. Bereits steht ein nächstes Projekt in seiner Agenda. «Ich bin Projektleiter eines zweibändigen Werkes über 50 Jahre Schulgeschichte der Kanti Olten.» Im ersten Band ginge es vor allem um die Schule selbst und werde aufgezeigt, inwiefern sich beispielsweise das Bildungssystem oder die Lehrer- und Schülerschaft in den letzten fünf Dekaden verändert haben. Im zweiten Band stehe das Schulhaus im Mittelpunkt; der Bau und die Sanierungsarbeiten der vergangenen Jahre sollen dokumentiert werden. «Mit Abschluss der Renovation soll auch diese Kanti-Bau-Geschichte erscheinen.» Wie der gerade eben erschienene Geschichtsband sollen die Bücher über die Kantonsschule Olten reich bebildert und «anmächelig» gestaltet sein. Und spätestens am Umbaufest im September 2022 an der Kanti Olten soll das neue Werk fertig gedruckt sein und zum Verkauf bereitstehen.

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