Olten

Asylzentrum im Gheid wird geräumt, bleibt aber Reserveunterkunft

Die ALST-Unterkunft im Gheid wird Ende November geräumt.

Die ALST-Unterkunft im Gheid wird Ende November geräumt.

Die ALST-Unterkunft im Gheid wird Ende November vorläufig aufgegeben. Der Grund: Mit den Gemeinden wird bei Bezug einer Unterkunft jeweils vereinbart, die Gebäulichkeiten maximal für ein Jahr zu nutzen.

Noch bis Ende November wird die ALST-Unterkunft im Oltner Gheid für Asylsuchende genutzt, dann wird sie für eine unbestimmte Zeit geschlossen. Grund dafür: Mit den Gemeinden wird bei Bezug einer Unterkunft jeweils vereinbart, die Gebäulichkeiten maximal für ein Jahr zu nutzen. «Und diese Vereinbarung wollen wir auch einhalten», so David Kummer vom kantonalen Amt für soziale Sicherheit.

Ob und wie viele der Asylbewerber von Olten nach Gretzenbach umziehen werden, kann Kummer nicht mit Bestimmtheit sagen. Sicher ist hingegen: Auch in Gretzenbach werden ausschliesslich Männer untergebracht sein: Frauen und Kindern mutet man eine unterirdische Unterbringung nicht zu.

Investitionen nicht umsonst

Wegen Sicherheitsanliegen und zur Einhaltung der Brandschutzvorrichtungen wurde noch vor Jahresfrist in bauliche Massnahmen in der ALST investiert. Für die Katz also? «Keineswegs», so Kummer. Wie lange die ALST-Unterkunft im Gheid nämlich nicht mehr zur Verwendung kommt, hängt im Wesentlichen von der geopolitischen Entwicklung ab. «Die kann sich rasch wieder ändern», so Kummer. Ein Anschwellen der Flüchtlingszahlen wäre dann garantiert.

«Wir beabsichtigen, die ALST-Unterkunft im Gheid als Reserve in der Hinterhand zu behalten. Ein entsprechender Reservierungsvertrag mit der Stadt Olten hat bereits vor Inbetriebnahme der Anlage bestanden. Die Investitionen sind keineswegs umsonst gewesen», erklärt Kummer.

Auch die Tatsache, dass in Olten – im Gegensatz zu Gretzenbach – wenig bis gar keine Befürchtungen oder Klagen über die Anwesenheit der Asylsuchenden laut wurden, ist für die Verantwortlichen im Amt für soziale Sicherheit kein Grund, am Standort festzuhalten. Die Wahl unterschiedlicher Standorte geschehe auch im Sinne eines Lastenausgleichs, «wenn man dem so sagen will», erklärt Kummer.

Man sei im Übrigen froh, in Gretzenbach auf eine weitere Unterbringungsmöglichkeit zurückgreifen zu können. Aber auch für das Dorf im Niederamt gelte voraussichtlich ein Jahr als maximale Nutzungsdauer.

Wenig negativen Erfahrungen

In Olten waren die Erfahrungen mit der Asylunterkunft im wesentlichen positiv, wie Franco Giori, Leiter Öffentliche Sicherheit im Stadthaus erklärt. «Abgesehen von kleinen Litteringproblemen zu Beginn der Belegung sind negative Vorkommnisse ausgeblieben.»

Das Litteringproblem sei intern gelöst worden, wie Stadträtin Iris Schelbert bestätigt. Bezüglich der vom Kanton gesetzten Belegungsfrist von maximal einem Jahr meint Giori: «Wir haben gar nicht so richtig daran geglaubt, dass sich der Wechsel innert Jahresfrist vollzieht. Nun siehts offenbar so aus, als würde die ALST-Unterkunft als Reserveraum vorgesehen.»

Bereits hat die Direktion Sicherheit entsprechende Korrekturen fürs Budget 2017 vorgenommen. Dass die Unterkunft freigehalten werden müsse, verunmögliche der Stadt die Einquartierung militärischer Einheiten, weiss Giori. «Konkrete Abmachungen zwischen Kanton und Gemeinde liegen aber noch nicht vor», wie Iris Schelbert zu verstehen gibt.

Autor

urs huber

urs huber

Meistgesehen

Artboard 1