ALST in Betrieb
Asylzentren sind ausgelastet: «Unterkunft in Olten reicht vorerst aus»

In ALST Unterkunft im Gheid werden in den nächsten Tagen 80 männliche Asylsuchende aufgenommen. Zu solchen Unterbringungen könnte es in Zukunft häufiger kommen. Momentan kann das ALST den Kanton entlasten - der Druck bleibt aber trotzdem hoch.

Urs Mathys
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Der Eingang zur Gruppenunterkunft Alst im Gheid Olten.
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Die Gruppenunterkunft dient als Unterkunft für Asylsuchende.
Gruppenunterkunft ALST
«Die Anlage ist gut im Schuss», so Franco Giori, Oltens Leiter Öffentliche Sicherheit. «Auch Fernseh- und Internetanschluss sind vorhanden.»
Die Küche der Gruppenunterkunft
Die sanitären Anlagen

Der Eingang zur Gruppenunterkunft Alst im Gheid Olten.

Bruno Kissling

Bereits in den nächsten Tagen werden die ersten Asylsuchenden in die Reserveunterkunft im Oltner Gheid einziehen. Angesichts eines wachsenden Zuweisungsdrucks des Bundes sieht sich der Kanton Solothurn gezwungen, in den nächsten Wochen sukzessive bis zu 80 Männer in der unterirdischen Truppenunterkunft ALST unterzubringen.

Im Sommer war dieser Schritt – der in Absprache mit der Stadt Olten erfolgt – bereits angekündigt worden (wir berichteten). «Aus der Bevölkerung sind damals keinerlei negative Reaktionen eingegangen», sagt der Oltner Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage dieser Zeitung. Wichtig sei – auch mit Blick auf die Akzeptanz in der Bevölkerung – dass den hier untergebrachten Männern eine gewisse sinnvolle Beschäftigung geboten werde.

«Anlagen sind stark ausgelastet»

«Wir wissen, dass unterirdische Unterkünfte auf Dauer nicht optimal sind», räumt David Kummer ein. Deshalb, so der Abteilungsleiter im Amt für Soziale Sicherheit (ASO), würden auch keine Familien, Frauen und Kinder hier einquartiert. Je nach Lage könnte es in Zukunft aber durchaus noch häufiger zu unterirdischen Unterbringungen von Männern kommen – bei Bedarf auch in zusätzlichen Anlagen.

«Die kantonalen Asylunterkünfte sind stark ausgelastet und der Zuweisungsdruck des Bundes ist weiterhin hoch», heisst es in der Medienmitteilung der Staatskanzlei. David Kummer verdeutlicht: «Der Bund hat die Zuweisungsquote für die Kantone erhöht. Dem müssen wir bei unserer Planung Rechnung tragen.» Je nach Entwicklung an den Brennpunkten und allfälligen Veränderungen der Fluchtruten werde der Druck auf den Bund und von diesem auf die Kantone noch grösser werden.

«Mit der Inbetriebnahme der Oltner Unterkunft reicht die Kapazität fürs Erste aus», sagt Kummer. Er wagt unter den heutigen Vorzeichen nicht darauf zu hoffen, dass sich im Herbst/Winter die Zahl der neuankommenden Asylsuchenden – wie in den vergangenen Jahren – etwas reduzieren wird.

Kanton setzt auf den «Schachen»

Der Kanton setzt in seiner Planung auf Grossanlagen, die organisatorisch, betrieblich und ökonomisch besser zu betreuen sind. Erklärtes Ziel ist laut ASO-Mann David Kummer der Bau des Asylzentrums im Schachen Deitingen. Diese Grossanlage mit 180 Plätzen – unter Einbezug eines Bundeszentrums bis zu 250 Plätzen – könnten laut Kummer die Situation erheblich entschärfen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil die Egerkinger «Fridau» dem Kanton vertraglich nur bis Herbst 2017 als Unterkunft zur Verfügung steht.

Der Möglichkeit von Unterbringungen bei Privaten steht der Kanton nach wie vor eher passiv gegenüber. Laut Kummer wäre diese Frage sowieso primär auf Stufen Gemeinden bzw. Sozialregionen zu regeln. Eine besondere Herausforderung ist hierbei in seinen Augen die Sicherstellung der Betreuung sowohl der Asylbewerber als auch der jeweiligen Gastgeber.

Olten: Nach und nach in Betrieb

Nachdem alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, wird die Unterkunft im Oltner Gheid in den nächsten Tagen sukzessive mit Asylsuchenden belegt. «Die Stadt Olten leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Situation im Asyl – und Flüchtlingsbereich», schreibt die Staatskanzlei in ihrer Mitteilung. In der Unterkunft sollen «für vorerst maximal ein Jahr 80 Asylsuchende untergebracht werden», heisst es. Im März 2016 werde die Situation dann neu beurteilt. «Die Betreuung und Aufsicht ist während 24 Stunden am Tag durch Fachleute gewährleistet», wird versichert.

Die Beschäftigung sei gerade bei unterirdischen Unterbringungen wichtig: «Die in der ALST platzierten Asylsuchenden werden in der Unterkunft oder an externen Einsatzorten beschäftigt, unter anderem auch für Arbeiten in der Stadt.» Nach Angaben des Kantons wird der Betrieb durch eine Begleitgruppe mit Vertretungen der Stadt Olten, des Kantons, der Polizei und Fachleuten beaufsichtigt und unterstützt. Stadt und Sozialregion Olten würden durch den Betrieb weder personell noch finanziell belastet.

Der Bevölkerung steht ab Betriebsbeginn eine Hotline zur Verfügung: 062 212 39 24.