Olten SüdWest
Arealbesitzer Bachmann pocht auf eine Stadtteilverbindung

Sigmund Bachmann, Besitzer des Areals Olten SüdWest, ist überrascht über den Entscheid des Parlaments, das den Kredit zum Vorprojekt Stadtteilverbindung Hammer zurückgewiesen hat. Seiner Meinung nach ist die Stadt verpflichtet, das Quartier anzubinden.

Fabian Muster
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Hier bei der Hammerallee würde die Stadtteilverbindung beginnen. Im Hintergrund der Bahnhof. Bruno Kissling

Hier bei der Hammerallee würde die Stadtteilverbindung beginnen. Im Hintergrund der Bahnhof. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Als diese Zeitung Sigmund Bachmann von der Terrana AG Rüschlikon am vergangenen Freitag telefonisch erreichte, wusste er noch gar nichts davon, dass das Gemeindeparlament den Kredit zum Vorprojekt Stadtteilverbindung Hammer zurückgewiesen hatte. «Das ist eine kleine Überraschung», sagte Bachmann. Er müsse mit seinem Anwalt abklären, was man als Arealbesitzer nun für Möglichkeiten habe.

Die Stadt ist in seinen Augen dazu verpflichtet, das Quartier anzubinden. Im bisherigen Gestaltungsplan, welcher der Kanton abgesegnet hat, ist die Personenunterführung respektive Stadtteilverbindung Hammer, wie sie der Stadtrat neu nennt, vorgesehen. Und im Factsheet, welches die Stadt Olten bis vor kurzem noch auf ihrer Homepage hatte, musste der unbedarfte Leser davon ausgehen, dass die Verbindung für Fussgänger und Velofahrer bereits steht.

Die bürgerliche Mehrheit im Parlament findet, dass die bisherige Anbindung für den Langsamverkehr via Rötzmatttunnel und mit dem öV via Bus genügend sei. Die Stadt habe in der nächsten Dekade wichtigere Projekte zu finanzieren, wie einen neuen Bahnhofplatz und ein neues Schulhaus, so der Tenor.

Das sieht Arealbesitzer Bachmann dezidiert anders: «Die Personenunterführung Hammer wäre für Fussgänger und Velofahrer viel sicherer gewesen als der Weg über die viel befahrene Umfahrungsstrasse via Rötzmatttunnel.» Nun müsse man davon ausgehen, dass die Mieter vermehrt aufs Auto umstiegen. Zudem wäre die Anbindung sicher ein «Pluspunkt» bei der Vermietung der Wohnungen und der Gewerberäume gewesen.

Kein Ausstieg aus Olten SüdWest

Für die weitere Entwicklung des Areals hat die fehlende direkte Verbindung in die Innenstadt vorerst keine Auswirkungen. Bei den Sitzungen mit der Stadtverwaltung werde man die nun vorerst nicht projektierte Stadtteilverbindung «sicher zur Sprache bringen», sagt Bachmann, doch die beabsichtigte Gestaltungsplanänderung ist aus seiner Sicht nicht gefährdet, weil diese für die Stadt und für ihn «eine Win-win-Situation» ist. Auch bei der weiteren Überbauung des 24 Hektar grossen Areals sollte es keine allzu grossen Verzögerungen geben. «Wir werden weiterbauen, sobald alle Wohnungen des bisherigen Komplexes vermietet sind und die Gestaltungsplanänderung dies zulässt.»

Versucht er nun, selbst ein Vorprojekt in die Wege zu leiten? «Anreissen könnten wir möglicherweise etwas von uns aus, doch die Sache selbst ausführen geht sicher nicht, ohne dass die Stadt mit im Boot ist», mutmasst Bachmann. Aus dem Projekt Olten SüdWest aussteigen und das Areal verkaufen werde er aber sicher nicht. «Was will man sonst machen mit dem vielen Geld?», fragt er rhetorisch und schiebt nach, dass sonst bei den Banken nur Negativzinsen drohten. Er kann sich aber vorstellen, einzelne Parzellen zu verkaufen. Interessenten gibt es bereits, doch Namen will Bachmann keine nennen. «Wir sind bei den Verhandlungen erst in der Anfangsphase.»

Der Oltner Baudirektor Thomas Marbet hält gegenüber dieser Zeitung fest, dass die Stadtteilverbindung zwar planerisch sichergestellt sei. Dazu habe man auch extra die Umfahrungsstrasse ERO um fünf Meter tiefer gesetzt. «Letztlich braucht es dazu aber noch einen Volksentscheid, wenn es überhaupt so weit kommt.» Und wenn dieser negativ ausfallen würde, gibts keine Stadtteilverbindung. In seinen Augen besteht daher keine Verpflichtung der Stadt, die Personenunterführung zu realisieren, so wie dies Arealbesitzer Bachmann behauptet.

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