Olten
Anwohner sind enttäuscht über Mitwirkung beim Sälipark 2020

Der Stadtrat hält an drei Zufahrten zum Einkaufszentrum fest – nun sind Einsprachen möglich.

Fabian Muster
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Der Stadtrat lehnt das Ansinnen einiger Anwohner ab, die Zufahrt zum Sälipark nur über die Sälistrasse zuzulassen – der Sälikreisel wäre überlastet.

Der Stadtrat lehnt das Ansinnen einiger Anwohner ab, die Zufahrt zum Sälipark nur über die Sälistrasse zuzulassen – der Sälikreisel wäre überlastet.

Bruno Kissling

Beim Mitwirkungsverfahren zum Oltner Neubauprojekt Sälipark 2020 wurde von Anwohnern und weiteren Parteien verlangt, dass die Zufahrt für Autos zum Einkaufszentrum mitten im Quartier nur noch über die Sälistrasse erfolgen soll. Doch der Stadtrat hält an der bisherigen Erschliessung über die drei Achsen Sälistrasse sowie Bifang- und Von- Rollstrasse fest, wie der gestern veröffentlichte Mitwirkungsbericht zeigt. Eine einseitige Zufahrt über die Sälistrasse würde zum Verkehrskollaps beim Sälikreisel und zu mehr Schleichverkehr im Quartier führen, so der Stadtrat.

Die rund 50 Anwohner um SP-Kantonsrätin Luzia Stocker, Theaterfrau Käthi Vögeli und SBB-Manager Hansruedi Kaeser sind vom Stadtrat enttäuscht. Sie behalten sich vor, eine Einsprache bei der Nutzungsplanung zu machen oder «ein anderes geeignetes Mittel zu ergreifen», um ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen – sei es über Vorstösse im Gemeindeparlament, Petitionen oder Lobbying. «Eine verkorkste Planung des Sälikreisels wird nun auf dem Buckel der Quartierbewohner gelöst», schreiben die Anwohner auf Anfrage.

Auch der VCS, welcher die einseitige Erschliessung über die Sälistrasse in der Mitwirkung vorgeschlagen hat, überlegt sich eine Einsprache via Verbandsbeschwerderecht. «Das ist eine vertane Chance», sagt Geschäftsführerin Anita Wüthrich. Man werde eine Einsprache mit den Anwohnern abstimmen.

Das sagt die Giroud Olma

Die Bauherrin Giroud Olma will die Reaktionen aus dem Mitwirkungsverfahren, soweit technisch und wirtschaftlich möglich, in die weitere Projektentwicklung einfliessen lassen, wie es in einer Mitteilung heisst. So will die Bauherrin den Sälipark im Minergie-Plus-Standard bauen lassen, allerdings ohne Zertifizierung. Zudem sollen die geplanten 75 Wohnungen explizit als autofrei vermarktet werden. Zudem gäbe es bereits Anfragen von lokalen Läden und Ketten, doch Verträge mit Mietern würden laut der Giroud Olma erst in der Bauphase abgeschlossen. Die Bauherrin ist zuversichtlich, dass die nötigen Bewilligungen in einem Jahr vorliegen, damit mit dem Bau 2017, und der Sälipark 2020 im Jahr 2020 eröffnet werden kann. Käme es zu grösseren Verzögerungen beim Projekt, würde die Bauherrin ihre Pläne grundsätzlich überprüfen.