Olten
Anna Rossinelli im Caveau: Für einmal ein auditiver Leckerbissen

Die Musikgruppe Anna Rossinelli spielte auf der Kellerbühne und begeisterte mit Facettenreichtum und Kreativität. Lieder aus eigener Feder sowie Coverversionen sorgten für Abwechslung und Kurzweiligkeit.

Samuel Hool
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Die Band begeisterte sowohl mit eigenen Songs als auch mit anspruchsvollen Coverversionen. Bruno Kissling

Die Band begeisterte sowohl mit eigenen Songs als auch mit anspruchsvollen Coverversionen. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Wo normalerweise Delikatessen in Form von Wein und Käse offeriert werden, wurde am vergangenen Samstagabend ein auditiver Leckerbissen geboten: Die Basler Anna Rossinelli spielten im Caveau du Sommelier in Olten. Die national etablierte Musikgruppe trat in für den Event geeigneter Ursprungsformation bestehend aus Manuel Meisel, Georg Dillier und Anna Rossinelli auf.

Es wurde nicht zum ersten Mal ein Konzert im über 300-jährigen und akustisch überarbeiteten Gewölbekeller von Sommelier Armando Pipitone abgehalten. Das rund eineinhalb Stunden dauernde und vor über 80 Schaulustigen aufgeführte Konzert darf aber ruhig als musikalisches Highlight verbucht werden.

Konzert war eine Premiere

Nach der Eröffnung des Konzertes durch Organisator Martin Schaffner von Next Stop Olten betraten Anna Rossinelli die eigens für diesen Anlass errichtete Bühne – und spielten somit zum ersten Mal überhaupt in Olten auf. Bereits zu Beginn lobte Frontfrau Rossinelli die Atmosphäre der Konzerthöhle und beschrieb diese ähnlich einem gemütlichen Jazzkeller.

Nicht Jazz, aber der peppige Folksong «Vagabonds» vermochte das Publikum von der ersten Minute an zu fesseln und zum Bewegen zu animieren. Der Opener sowie auch eine Grosszahl der darauffolgenden Lieder stammten vom zweiten Album «Marylou (Two)» und somit aus eigener Feder.

Variantenreiches Set

Das Konzert war aber weitaus mehr als eine Promotion der neusten Aufnahmen. Vielmehr versuchte die Band, ein dynamisches und abwechslungsreiches Set zu präsentieren. Beweis dafür waren gesanglich anspruchsvolle Coverversionen wie beispielsweise «Price Tag» von Jessi J. Andere (um)interpretierte Songs zeigten die Varietät und Kreativität der Band auf. Besonders auffällig und gekonnt war dabei der Einsatz eines Drumcomputers durch Gitarrist Manuel Meisel.

Bereits zuvor zeigte dieser seine Fähigkeiten auch am E-Piano zum selbst geschriebenen «Until». Lieder vom Erstling «Bon Voyage» und Ältere wurden ebenfalls gespielt: «See what you’ve done» wurde vom schnell warm gewordenen Publikum klatschend begleitet und zum Eurovision-Song «In Love for a While» strapazierten so manche ihre Stimmbänder. Im Intro zu besagtem Song zeigte sich ausserdem die musikalische Klasse von Georg Dilliers: Das bisweilen ausgelassene Bassspiel gipfelte zwischenzeitlich in einem Solo, das im Verlauf durch Manuel Meisels Gitarre in – durch Martin Schaffner bereits im Vorfeld angekündigten – «tightem Zusammenspiel» ergänzt wurde. Auch die leisen Töne und Stimmungen kamen nicht zu kurz, wobei sich vor allem Anna Rossinelli mit ihrer klaren und facettenreichen Stimme in Szene zu setzen wusste. Das energetische «Use Somebody» von Kings of Leon und das eigene, sanfte «Polaroid Picture» wurden äusserst ruhig, gefühlsvoll und soulig inszeniert.

Das Beste kommt zum Schluss

Wieso von Anna Rossinelli viel zu hören war und vor allem noch sein wird, zeigte sich in eingängigen Hits wie der Single «Let it go» und dem während der Winterolympiade allgegenwärtigen «Shine in the Light». Die Laudationen des Publikums waren entsprechend laut und es wurde bereits vor Ende des eigentlichen Konzertes eine Zugabe verlangt. Abschluss eines energiegeladenen Konzertes zeichnete das vollakustisch performte «Reconcile».

Die sympathischen Basler spielten sich mit ihrer Spielfreude und ihrem publikumsnahen Auftritt in die Herzen der Konzertbesucher. Eine professionelle Liveband, die es auch in anderen Formationen und auf Tonträgern zu verfolgen gilt.

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