Olten

Anja Schaffner und Jens Hinkelmann bringen regionale und faire Produkte in die «Marktecke»

Anja Schaffner und Jens Hinkelmann laden zur Eröffnungsfeier der Marktecke am Samstag an der Hauptgasse 4 in Olten ein.

Anja Schaffner und Jens Hinkelmann laden zur Eröffnungsfeier der Marktecke am Samstag an der Hauptgasse 4 in Olten ein.

Knapp ein Jahr nach der Schliessung des Bioladens «Grünland» an der Solothurnerstrasse darf Olten nun die Eröffnung eines neuen Ladens mit ähnlichem Konzept feiern: An der Hauptgasse 4, am ehemaligen Standort des Steinladens Achat, öffnen Anja Schaffner und Jens Hinkelmann am Samstag die Tore der «Marktecke».

«Wir waren Stammkunden im Grünland», sagt die gelernte Fachfrau Betreuung Anja Schaffner. «Man musste sich nie Gedanken darüber machen, woher die Produkte kommen oder ob sie gerade in Saison sind oder nicht.» Nachdem jedoch klar wurde, dass «Grünland» aus privaten Gründen schliessen wird, hätten dessen Besitzer sie motiviert, einen eigenen Laden auf die Beine zu stellen. «Für uns war recht schnell klar, dass wir es probieren wollen», erinnert sich die 23-Jährige.

Auf eine Inspirationsphase letztes Jahr folgte die Umsetzung. In Zusammenarbeit mit lokalen Biobauern und Schweizer Kleinbetrieben bieten Schaffner und Hinkelmann ein breites Sortiment an frischen, veganen und nachhaltig hergestellten Produkten. Darunter auch Unverpacktes wie Reis, Teigwaren, Polenta, Nüsse und Müesli. Aber auch Wein, Eingemachtes, Gewürze, und diverse Snacks sind in der «Marktecke» zu finden. Die Biobauernbetriebe Maurer aus Diessbach sowie Jäissli aus Niederbipp beliefern den Laden ausserdem donnerstags und freitags mit frischem Gemüse. «Wir schauen auch darauf, dass wir Kleinproduzenten aus der Region einbeziehen», erklärt Schaffner. So findet beispielsweise auch Sirup aus einer Dulliker Manufaktur Platz im Regal.

Regional und fair

Wie ihre Vorgänger legen Schaffner und Hinkelmann Wert auf Regionalität, fairen Handel und kurze Transportwege. «Der grösste Teil unserer Produkte stammt aus der Schweiz oder Europa», erklärt Jens Hinkelmann. Der ursprüngliche Kappeler arbeitet als Softwareentwickler in Zürich und wurde ebenfalls durch «Grünland» für das Projekt «Marktecke» inspiriert. Importwaren aus Übersee, wie beispielsweise unverpackte Nüsse und Trockenfrüchte, würden über Organisationen wie «Gebana» bestellt. Die Schweizer Firma betreibt fairen Handel mit Produzenten aus der ganzen Welt. «Wir wollen mit unserem Sortiment diejenigen ansprechen, welche die Produkte bereits kennen, aber bisher keine Möglichkeit hatten, sie in Olten zu beziehen», sagt der 28-Jährige. Die jungen Unternehmer wollen allerdings auch neugierig machen und Laufkundschaft in den Laden locken. «Wir möchten unser Sortiment stetig erweitern und versuchen, es den Bedürfnissen der Kunden anzupassen.»

Seit Januar wird das Ladenlokal renoviert: Die Decke musste stabilisiert, der Teppichboden entfernt, eine Küche eingebaut und eine Klimaanlage installiert werden. «Mitunter die grösste Arbeit hatten wir jedoch mit den fast 100-jährigen Holzwänden», sagt Anja Schaffner. Diese mussten zuerst freigestellt und anschliessend geschliffen werden. Mithilfe von Freunden waren die beiden wochenlang an der Arbeit. Unter den ehemaligen Schaufensterbänken seien ausserdem alte Holzschränke hervorgekommen, erzählt Schaffner. Die Grosseltern der Vermieterin hätten zu jener Zeit in denselben Räumlichkeiten einen Schirm- und Kofferladen betrieben. Überbleibsel, wie alte Preisschilder und alten Modeschmuck, welche die neuen Ladenbetreiber beim Umbau gefunden haben, werden im Laden ausgestellt, versichert Anja Schaffner.

Die Arbeiten sind zum grössten Teil erledigt und die Regale fast vollständig gefüllt. Am Donnerstagmorgen erhält die «Marktecke» ihre erste Gemüselieferung und öffnet am Samstag mit einer kleinen Feier die Türen (siehe Box). «Für viele Leute bedeutet Einkaufen Stress. Wir wollen, dass es bei uns Spass macht und die entspannte Einkaufsatmosphäre auch spontane Kaffeepausenbegegnungen zulässt», sagt Schaffner und lädt Besucher zum Verweilen in der kleinen Sitzecke im Lokal ein.

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