Olten

André Blattmann ist «stolz und dankbar» diesjähriger Vater Bastian zu werden

Korpskommandant André Blattmann bei seiner Rede vor rund 360 Gästen an der diesjährigen Bastiansfeier im Stadttheater.

Korpskommandant André Blattmann bei seiner Rede vor rund 360 Gästen an der diesjährigen Bastiansfeier im Stadttheater.

«Stolz und dankbar» nahm Korpskommandant André Blattmann seine Ernennung zum Vater Bastian 2014 entgegen. In seiner Rede vor den rund 360 Gästen sprach er sich für die Notwendigkeit der Schweizer Armee, aber auch für deren Verkleinerung aus.

Die 203. Sankt Sebastiansgemeinde der Stadtschützen Olten hat wieder einen neuen Vater: Korpskommandant André Blattmann. Der Chef der Armee zeigte sich ob der Ehre denn auch gerührt: «Ich bin auf dem Olymp des Schiesswesens angekommen», meinte der ranghöchste Militär hierzulande, der diese Ehre nach eigenem Bekunden «stolz und dankbar» entgegennahm.

Blattmann erntete für seine Rede stehende Ovationen der rund 360 Gäste. Und für Heinz Eng, Gastgeber und Präsident der ausrichtenden Stadtschützen, bedeutete die Rede Blattmanns auch Höhepunkt der diesjährigen Auflage. «Der Mann spricht volksverbunden, unaufgeregt, verständlich.»

Auf den Punkt gebracht

Blattmann brachte es in seiner gut viertelstündigen Rede tatsächlich auf den Punkt: «Eine eigene Armee ist eine Notwendigkeit. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder naiv oder opportunistisch.» Voilà.

Natürlich hatte niemand im Saal etwas anderes erwartet, aber der 58-jährige Blattmann pflegte über die ganze Viertelstunde einen äusserst ruhigen, unverkrampften, sachlichen Ton und wirkte dabei sehr integer.

Seine Sprache jedenfalls wurde verstanden. Auch sein Hinweis darauf, dass mit der Beschaffung des Gripen die Luftwaffe eine notwendige Modernisierung erfahre, weil niemand anders als die Schweiz Sicherheit für ihren Luftraum garantieren könne, fiel in Olten auf fruchtbaren Boden.

Und wer geglaubt hätte, der Chef der Armee könne sich mit der bevorstehenden Verkleinerung der Armee nicht abfinden, sah sich getäuscht. «Mir ist eine kleinere, aber zuverlässig ausgerüstete Armee lieber als eine unzuverlässig ausgerüstete grössere.»

Blattmann outete sich denn auch als Optimist: «Wir haben gute Leute», meinte er. Und er forderte im gleichen Atemzug auch eine Schweiz, die nach Möglichkeiten für Willige suche und nicht primär nach Lösung für Unwillige.

Gestärktes Selbstbewusstsein

Überhaupt gaben sich die Schützen an der Bastiansfeier mit neuem Selbstbewusstsein. Armee und Schützen seinen wieder näher zusammengerückt, meinte Eng in seiner Ansprache, was gleichbedeutend sei mit gesteigertem politischem Gewicht. «Die Schützengemeinde ist heute voll handlungsfähig und vermag politisch, wenn es sein muss, nach wie vor Hunderttausende in diesem Land zu mobilisieren.»

Damit spielte der Stadtschützenpräsident auf die Abstimmungsresultate bezüglich Abschaffung der Wehrpflicht und der Waffenschutzinitiative an. Freimütig verkündete er darum auch: «Wir Schützen sind heute gegenüber externen Einflüssen parat, geeint und sensibilisiert.»

Neben den Reden wurden traditionsgemäss auch verdienstvolle Bürger aus dem Schiesswesen geehrt: Drei neue Bastiansehrenbrüder sowie vier Tellensöhne aus den Reihen der Stadtschützen durften Auszeichnungen entgegennehmen. Wie schon seit Jahrzehnten.

«Das ist auch das Besondere an der Feier», meinte Eng kurz vor dem Erklingen des «Heideröslein», der eigentlichen Hymne der Bastiansgemeinde. «Die Feier läuft immer nach derselben Dramaturgie ab.»

Gleiches gilt auch die Maxime, nach dem Bastian sei vor dem Bastian, wie Eng es den Seinen im Stadttheater noch zugerufen hatte. Die Suche nach dem neuen Vater Bastian 2015 beginnt im Sommer.

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