Wer als Besucher beim Bahnhof Olten ankommt und in die Altstadt will, wählt am besten die Route über den Ländiweg. Hier hat man den schönsten Blick auf Olten und kann erst noch der Aare entlang flanieren.

Doch vor allem in der wärmeren Jahreszeit hat dieser Uferweg für viele einen Haken: Randständige, Jugendliche oder ganz einfach ein paar Büezer bei ihrem Feierabend-Bier machen den Ländiweg noch schmaler, als er sonst schon ist.

Dass so einige Leute nicht nur in der Nacht, sondern bereits am Tag ein beängstigendes Gefühl beschleicht, ist verständlich. Die zum Teil nicht ganz straffreien Biografien der sich dort aufhaltenden Personen tragen das Übrige dazu bei, wie die letzten beiden Wochen erneut gezeigt haben.

Bisher konnte der Stadtrat, wurde er auf den «Schandfleck» Ländiweg angesprochen, auf Andaare verweisen. Mit dem vom Volk angenommenen Projekt wäre der Ländiweg zu einer breiten Uferpromenade ausgebaut worden.

Die Nutzungskonflikte zwischen den verschiedenen Gruppen hätten so zumindest abgenommen. Doch seit der Stadtrat das 25-Millionen-Projekt aus Spargründen auf Eis gelegt hat, kann er diese Ausrede nicht mehr bringen.

Wenn einige Bürger für sich den Ländiweg bereits zur No-Go-Zone erklärten, ist der Stadtrat definitiv gezwungen zu handeln.

Eine Arbeitsgruppe, die sich unter anderem mit dem Ländiweg befassen soll, wird nun aktiv. Dass dies erst jetzt geschieht, ist allerdings ein Makel. Es hätte bereits vor knapp zwei Jahren passieren müssen, als die Regierung entschied, Andaare vorläufig nicht zu realisieren.