Mit einem zweiten Anlauf will der Oltner Stadtrat der anvisierten Stadtteilverbindung Hammer näher kommen. Bereits in den Jahren 2011/2012 wurde für die Realisierung der Verbindung Hammer-Olten SüdWest ein Projekt vorgelegt, welches in seiner Umsetzung auf rund 20 bis 30 Mio. Franken zu liegen gekommen wäre.

Das war dem Parlament seinerzeit zu viel; es verwarf im Jahr 2013 die Idee und meldete grundsätzliche Bedenken an, ob derzeit eine direkte Anbindung Hammer-Olten SüdWest für den Langsamverkehr tatsächlich notwendig sei. Seither wurden viele Möglichkeiten diskutiert.

Auf Basis des überwiesenen Postulats «rasche und kostengünstige Erschliessung Olten SüdWest» wurden jetzt «Handlungsalternativen und Einsparmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit der SBB evaluiert», so die Exekutive in ihrer Botschaft vom Donnerstag.

Endgültig Bescheid wissen

Nun will der Stadtrat bezüglich Stadtteilverbindung also endgültigen Bescheid vom Parlament. Mit einem Vorprojektierungskredit über 650'000 Franken sollen drei Varianten genauer geprüft werden, von denen das offizielle Olten jene mit dem Ausbau in gesamter Länge (Abbildung rechts), allerdings mit reduzierten Kosten, bevorzugt. Das Geschäft wird an der Sitzung des Parlaments vom 15. Dezember behandelt.

Gemäss Stadtrat sprechen für diese Variante:

  • die direkte, benutzerfreundliche und behindertengerechte Verbindung zwischen SüdWest, Bahnhof Hammer sowie Innenstadt
  • die optimale Nutzbarkeit für Zweiräder
  • der minimale Eingriff in den Bahnhofkomplex
  • die deutliche geringeren Gesamtkosten bei einmaliger Erstellung in Gegenüberstellung zu den Kosten einer Etappierung der Länge
  • die ausgeschöpften Beiträge von Grundeigentümerschaft (2,5 Mio.) und des Agglomerationsprogramms des Bundes (3 Mio.)
  • die Kompatibilität zu einem möglichen Perronausbau der SBB im Hammer ab dem Jahr 2030

Bezüglich Kosten lässt der Stadtrat wissen, dass diese in der Phase Vorprojekt ermittelt würden. Total sind für Planung und Ausführung im Finanzplan 15 Mio. Franken vorgesehen.

Drei aus sieben

Insgesamt hat der Stadtrat sieben Varianten in seine Überlegungen einbezogen. Nicht erwünscht sind etwa eine Überführung (Höhenunterschied 8m, 90 bis 100 m Länge), eine andere Positionierung der Unterführung oder gar der gänzliche Verzicht auf eine Verbindung. Geschätzt nämlich werden 2400 Bewegungen täglich, die bei Endausbau von Olten SüdWest über die angestrebte Verbindung erfolgen werden.

Gleichzeitig mit dem Geschäft Stadtteilverbindung sollen drei parlamentarische Vorstösse als abgeschrieben oder abgelehnt gelten. Das Postulat Wolfgang von Arx beauftragte den Stadtrat, die Fussgängerverbindung Olten SüdWest mit einer Treppenanlage zu optimieren.

Diesem Auftrag wurde entsprochen. Ebenso sieht der Stadtrat das Postulat der SP/Junge SP als erfüllt, welches eine rasche und kostengünstige Erschliessung von Olten SüdWest forderte.
Abzulehnen dagegen sei das Postulat Ernst Eggmann, welches die Personenunterführung über den Ausbau des Rötzmatttunnels realisiert haben wollte.

Abklärungen hätten ergeben, dass ein entsprechender Ausbau des Tunnel auf knapp 18 Mio. Franken zu stehen käme. Eine Summe, die ausschliesslich aus der Stadtkasse zu begleichen wäre.

Zudem müsste, Stand heute, für die einstreifige Verkehrsführung eine Engpassregelung etabliert werden, welche schliesslich zu einer Minderauslastung des Knotens um 40 Prozent führen würde.