Die erste MIO, an die sich Kurt Plüss erinnern kann, war jene im Jahr 1959. Damals sei er mit dem Kollegen per Velo von Brittnau bis Olten gefahren und um Mitternacht wieder zurück. Wie er sich erinnert, haben damals fünf Franken für den ganzen Abend gereicht.

Fast 60 Jahre später, genau genommen letzten Samstag, sass er mit Kollege Alfred Bützberger im Papalagi-Röstizelt und gönnte sich ein kühles Bier. Fünf Franken dürften schon allein damit aufgebraucht sein. Gemeinsam stiessen sie auf das schöne Wetter an.

Bei der Altstadtzunft wurden unterdessen fleissig Poulets ausgegeben. Ende MIO sind es erfahrungsgemäss gegen die 2000, das Wetter spielt hierbei eine grosse Rolle. Heute Montag werden bestimmt auch noch viele Portionen ausgegeben.

Volles Programm für Gross und Klein

Inzwischen legendär, waren es aber nicht immer Güggeli bei der Altstadtzunft. Mitglied Urs Strub erinnert sich 52 Jahre zurück: «Anfangs kochten wir Pot-au-feu, das wir vis-à-vis in der Metzgerei Rickli zubereiteten.» Zudem sei das Gewerbeschulhaus damals inexistent gewesen, und an der Stelle sei ein Fahrgeschäft gestanden: «Tourbillion de Neige hiess die Bahn», erinnert sich Strub.

Volles Programm hatte auch Familie Baumann aus Niedergösgen. Während Sohn Timo immer noch vom Karussell schwärmte, dachte seine Schwester Sophie bereits an ihren nächsten Auftritt. «Mehrmals am Tag stehe ich auf der Bühne», so das Mädchen. Die Kinder waren auch schon beim Ponyreiten und anschliessend gab es je eine Zuckerwatte. Ihre Eltern Rolf und Maarit waren schon als Kinder an der MIO, wie sie erklärten.

Erst seit sechs Jahren nimmt der Tierpark Mühlitäli an der MIO teil. «Messeleiter Mike Zettel hatte uns auf die Idee gebracht», erklärte Francois Baeriswyl, Präsident Wildpark Verein. Er deutet auf Manfred Segessenmann, der seine Promotoren-Tätigkeit sehr ernst nimmt, und Geld sammelt für eine neue Stützmauer im Waschbären-Gehege. Segessenmann erklärte den Besuchern anhand von Fotos, was dringend erledigt werden müsse. Eine Arbeit, die nicht einfach sei, ergänzt der Präsident, der sonst als Bier-Sommelier tätig ist.

Langlauf-Loipe in Olten

An der diesjährigen MIO stellen mehr als hundert Aussteller ihre Waren und Dienstleistungen auf einer Fläche von 1430 m2 aus. Als Gastregion wurde diesmal die Walliser Bergregion Goms eingeladen. An deren Stand gab es sogar eine Langlauf-Loipe.

Seit sechs Jahren findet die MIO nun unter der Führung von Mike Zettel statt, der bereits ein paar Anpassungen vorgenommen hat. Die Messe-Verantwortlichen sind laut eigenen Angaben bestrebt, die Aussteller in den Vordergrund zu rücken. «Die MIO soll vermehrt als Warenmesse wahrgenommen werden», lässt sich Arthur Spring, Präsident Quartier-Verein rechtes Aareufer in der aktuellen Messezeitung verlauten.

Zudem müssen sich die Aussteller weder um Auf- noch Abbau kümmern, was vor wenigen Jahren anders war. Auch das Datum der MIO wird künftig etwas vorverlegt.
Doch dies wird vermutlich nicht die letzte Optimierung gewesen sein, denn Spring drückt sich deutlich genug aus: «Eine Publikumsmesse, die über sieben Jahrzehnte bestand haben will, muss sich den Bedürfnissen der Zeit, Aussteller und Festbesucher anpassen, und darf nicht stehen bleiben.»

Eines wird die MIO immer bleiben: Ein Treffpunkt für alte Bekannte, die sich schon lange nicht mehr gesehen haben.

---
MIO heute Montag 12–20 Uhr/
Festbetrieb bis 21 Uhr.