Olten

An der JKON gabs Bargeld für den ausgezeichneten Geldvernichter

Die Förderpreisgewinner (v. l.): Gregor Vogel, Cornelia Fröhlich und Tony Weiss.

Die Förderpreisgewinner (v. l.): Gregor Vogel, Cornelia Fröhlich und Tony Weiss.

Die JKON Junge Kunst Olten hat sich bei der dritten Auflage weiter professionalisiert. Im Kulturzentrum Schützenmatte fand die Finissage mit Förderpreisverleihung statt.

Gepflegter, stimmiger, durchdachter als in den Vorjahren. Mit viel Raum zum Betrachten, Innehalten, Staunen. So ist die dritte Ausgabe der JKON Junge Kunst Olten gewesen, schenkt man den Rückmeldungen der gut 500 Besuchenden Glauben. «Dass wir erstmals mit Kuratorinnen zusammengearbeitet haben, hat sich gelohnt», sind sich Selina John und Marianne Werthmüller einig.

Die beiden sind im ehrenamtlichen zwölfköpfigen OK für Künstlerbetreuung und Infrastruktur verantwortlich und waren froh über die Inputs der jungen Kuratorinnen Shannon Zwicker und Andrina Keller. Letztere konzipierten die Ausstellung und berieten die 18 Kunstschaffenden bezüglich der Präsentation ihrer Arbeiten.

100 Banknoten zerstört

Drei jener Arbeiten wurden an der gestrigen Finissage und Förderpreisverleihung ausgezeichnet. Der 23-jährige Zürcher Gregor Vogel erhielt den mit 5000 Franken dotierten Bargeldpreis der Hans- und Beatrice-Maurer-Billeter-Stiftung. In seinem Videoprojekt «on money» dokumentierte er den Versuch, 100 verschiedene Banknoten aus 100 verschiedenen Ländern auf 100 verschiedene Arten zu zerstören. So wird etwa eine englische Pfundnote von einem Roboterrasenmäher zerschnitten.

Sandy Grieder, Vertreterin der Stiftung, war von der reflektierten, originellen Arbeit angetan. Mit einem Augenzwinkern meinte sie: «Gregors Werk begeistert wohl alle, die den Film schauen. Mit dem Gedanken, einem Kunstschaffenden 5000 Franken zu geben, der Geld zerstört, musste ich mich aber zuerst anfreunden.»

Der Ausgezeichnete betonte in einer kurzen Rede, wie wichtig es ist für junge Kunstschaffende, dass es Stiftungen gibt, die sie und ihr Wirken unterstützen. Und er versprach: «Ich werde das gewonnene Geld nicht zerstören, sondern damit unter anderem jene Menschen entlöhnen, die mir bei der Entstehung von ‹on money› geholfen haben.»

Den Projektraum im Kunstmuseum Olten darf während vier Wochen Tony Weiss bespielen, dies im Rahmen der Sommerausstellung «Voyage! Voyage! Über das Reisen in der Kunst». Die bunten Bilder des 30-jährigen Deutschen spielen mit vermeintlicher Idylle und zeigen nur scheinbar «Ferienmomente». So passen sie thematisch gut zur Ausstellung im Kunstmuseum, sagte Laudatorin Yolanda Ludwig.

Den Ausstellungsplatz im Kleinsten Kunstraum Olten (KKO) erhielt Cornelia Fröhlich. Die 29-jährige aus Küsnacht hat mit ihren gemalten Gesichtern, die von inneren Konflikten erzählen, den Nerv der Gäste und des Förderpreisspenders Verein art.ig Plattform für Kunst und Kultur getroffen.

Positive Schlussbilanz

Als eines der Highlights des viertägigen Events führte am Samstag der von Facebook und aus der Comedyszene bekannte Zukkihund durch die Ausstellung. «Mit teils provokanten Aussagen zu den Werken verschaffte er einen etwas anderen Zugang zur Kunst, was erfrischend und erheiternd war», meinte JKON-Vereinspräsidentin Anja Egger. Sie zog auch insgesamt eine positive Schlussbilanz. Der Ausstellung sei ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung geglückt, wie auch diverse Experten befanden.

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