Rickenbach
An der Gemeindeversammlung: «Wir werden ganz sicher nicht übermütig»

Als «erfreulich» wurde der Abschluss der Rechnung 2015 bezeichnet. Folge: Diskussionslose Gutheissung an der Gemeindeversammlung.

Urs Huber
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Rickenbach. (Archiv)

Rickenbach. (Archiv)

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Es gab nicht viel zu reden an der Gemeindeversammlung Rickenbach. 26 anwesende Stimmberechtigte hiessen sämtliche gemeinderätlichen Anträge einstimmig gut. Unter doppelt positiven Vorzeichen: Neben der erfreulichen Rechnung konnte Gemeindepräsident Dieter Leu auch die vollständige Genesung von seiner Krebserkrankung bekannt geben.

Mehr einnehmen

Die Gründe des positiven Abschlusses sind auch in Rickenbach nicht andere als andernorts, das «Gloria» ist jeweils austauschbar. Gemeinderat Lorenz von Felten machte es darum kurz: Wider Erwarten hohe Steuereinnahmen und eine stringente Budgetdisziplin bei allen Körperschaften innerhalb der Einwohnergemeinde. Gut 360 000 Steuerfranken mehr als vorgesehen landeten im Gemeindesäckel. «Das zeigt wieder einmal, wie schwierig die Steuereinnahmen zu budgetieren sind», kommentierte von Felten.

Markant auch die Gelder juristischer Personen aus Vorjahren. 317 000 statt der vorgesehenen 20 000 Franken wurden eingenommen. Positiv fand auch Erwähnung, dass die Sozialregion Untergäu zum zweiten Mal in Folge unter Budget abschliesst. Das bedeutet für Rickenbach konkret Minderausgaben von gut 30 000 Franken.

Aufwandüberschüsse in den Spezialfinanzierungen Wasserversorgung (48 680 Franken) und Abfallbeseitigung (2436 Franken) trüben das Bild nicht. Ein Überschuss von 27 369 Franken in der Abwasserentsorgung entschädigen. Derzeit befinden sich alle Spezialfinanzierung im soliden Zustand. Dass bei aller Erfreulichkeit aber noch immer Vorsicht Mutter der Porzellankiste ist, machte Dieter Leu mit seiner Bemerkung deutlich: «Wir werden ganz sicher nicht übermütig.»

Fast wortlos, aber ebenso einstimmig verabschiedet wurden auch Reglement und Gebühren zu den Anlassbewilligungen, welche neu die Einwohnergemeinde erteilt beziehungsweise die anfallenden Gebühren einfordert. «Es wird nicht teurer als bislang, die Bewilligung ist nun einfach bei der Gemeinde einzuholen und die Gebühren sind auch dort zu bezahlen», so von Felten. In Rickenbach nämlich hat man sich bei der Festlegung an den Richtlinien des Kantons orientiert.

Charmante (Vor-)Verabschiedung

Nach 35 Jahren im Dienst der Gemeinde Rickenbach wurde Finanzverwalterin Rosmarie Borner schon mal vorverabschiedet. Sie tritt Ende August in den Ruhestand. Die Rechnungsgemeinde vom Montag war ihre letzte als Finanzverwalterin. Ob all der herzlichen Worte meinte Rosmarie Borner: «Ich bin schon fast gerührt.» Dass draussen vor dem Schulhaus dazu die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach aufspielte, war der Gipfel der Krönung. Für wen, wenn nicht für Glückskinder, spielt die Musik denn sonst auf?