Olten

An den Kabarett-Castings wird gezaubert, philosophiert und gesungen

Heute Abend fällt im Schwagertheater der Startschuss zum fünften Kabarett-Casting. Die auftretenden Künstler sind verschieden und bringen auch die Jury manchmal zum diskutieren.

Zwischen 20 und 25 Bewerbende konkurrieren jährlich um den begehrten Förderpreis von 10 000 Franken, den die Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage im Vorfeld ihrer Hauptveranstaltung jeweils zur Austragung bringt. Heuer zum fünften Mal übrigens. Rund die Hälfte von ihnen schaffts jeweils in die Ausscheidungsrunden. Zwölf Acts kommen 2016 als mögliche Preisträger infrage. Ausgesucht von den fünf Mitgliedern im OK-Kabarett-Casting, zu denen auch Edy Müller gehört.

«Natürlich werden im OK darüber Diskussionen geführt, wer die Ausscheidungsrunden erreicht. Denn zum einen sind unsere Geschmäcker verschieden und zum andern sind die Trennlinien von Kabarett und Comedy manchmal auch nicht scharf auszumachen», räumt Müller ein. Aber es gebe natürlich auch Eingaben, die auf den ersten Blick einfach als zu schmalbrüstig taxiert würden.

«Bislang jedenfalls konnten wir uns über die Nominationen noch immer verständigen», lächelt Müller, der am liebsten politisches Kabarett mag und Urban Priol und Günther «Gunkl» Paal zu seinen bevorzugten Akteuren zählt.

Durchaus Renommee

Am Preis, der einer eigentlichen Sprungfeder gleichkommt, haftet durchaus Renommee: Die erste Preisträgerin etwa, Lisa Catena, wurde auch dadurch in ungeahnte Kabaretthöhen katapultiert. Es gibt sogar Kandidaten, die sich am Wettbewerb mehrfach bewerben. «Ja, das kommt immer wieder mal vor», erzählt Müller.

Eine Dreifachbewerbung habe es allerdings noch nie gegeben. Vielleicht auch deshalb, weil die Teilnahmebedingungen einen doch recht langen Atem verlangen: Die Bewerbenden dürfen noch nicht in der Kabarett-Szene etabliert sein, kein abendfüllendes Programm führen, dürfen einen nur relativ geringen Bekanntheitsgrad aufweisen und noch keine Nachwuchspreise oder bekannte Wettbewerbe eingeheimst haben. Amateurstatus inklusive.

Heimisches Schaffen

Der Wettbewerb richtet sich in erster Linie an sogenannte Newcomer aus der Schweiz. «Es gehen eigentlich fast ausschliesslich Bewerbungen aus der Deutschschweiz ein», weiss Müller. Und das macht durchaus Sinn. Denn zum Förderpreis, der über das Urteil einer Fach- und Publikumsjury führt, gehört jeweils auch ein professionelles Coaching des Gewinners.

«Da macht es schon Sinn, dass sich die Preisträger einigermassen in Reichweite des Coachs aufhalten», weiss Müller. Alles andere wäre dann doch zu aufwendig.

In der ersten von drei Ausscheidungsrunden treffen heute Freitag, 26. Februar, 20.15 Uhr, im Schwagertheater gegeneinander an: «Bastler und Grautier» (erzählen skurrile Anekdoten, berichten von der Suche nach Job, Liebe, Mitfahrgelegenheiten und Sehenswürdigkeiten); «La Floretteuse» (singt und philosophiert etwa über die Geschlechter und ihre Rollen); Lisa Brunner (spricht schnell, singt hoch und sorgt mit Reimen für Glücksgefühle), und der Lokalmatador aus Zofingen, Tom Lauri (Zauberkünstler, der seine Tricks mit bissiger, politischer Satire verbindet).

Am Dienstag, 24. Mai, werden die Sieger aus den drei Ausscheidungsrunden im Rahmen der Kabarett-Tage ebenfalls im Schwager-Theater gegeneinander antreten.

Weitere Abende: Freitag, 18. März, mit Doris Friedmann, Kaspar Tribelhorn, Agota Dimen und Javier Garcia; Freitag, 8. April mit Peter Engel, Chrissi Sokoll und Sven Stickling

Infos/Ticketverkauf:

www.kabarett-casting.ch

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