Olten

An Bastianfeier wird ans Engagement der Milizarmee appelliert

Im Beisein von Stadtschützen-Präsident Heinz Eng (rechts) trat Daniel Kämpfer (links) als Nachfolger von Josef Dittli das Amt des Bastianvaters an.

Im Beisein von Stadtschützen-Präsident Heinz Eng (rechts) trat Daniel Kämpfer (links) als Nachfolger von Josef Dittli das Amt des Bastianvaters an.

Nach ein paar Wermutstropfen zur Abstimmung um die Revision des Waffenrechts richtete Heinz Eng an der Bastiansfeier als Erster den Fokus auf den bevorstehenden Urnengang zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. Der Präsident der Stadtschützen Olten sagte vor rund 300 Gästen, dass dessen Ausgang für eine eigenständige und glaubwürdige Sicherheitspolitik existenziell sei. Das Bekenntnis zur Milizarmee nahm Hans-Peter Walser als Bastiansredner gerne auf und kam zu einer unmissverständlichen Schlussfolgerung. «Ohne Erneuerung der Luftwaffe machen alle anderen Nachholinvestitionen keinen Sinn.»

Der Chef Kommando Ausbildung zeigte sich zuversichtlich, dass die materielle Überholung der militärischen Ausrüstung letztlich auf Kurs sei. Auch das Wappnen gegen neue Formen der Bedrohung mache Fortschritte. Der neue Cyberspezialistenlehrgang werde gar zum Vorbild für ausländische Armeen.

Mehr Sorgen bereitet Hans-Peter Walser, dass der Einsatz für Sicherheit und Freiheit antizipatives Denken verlange und dieses nicht «zur politischen DNA der Schweiz» gehöre. Im Bereich der Sicherheit fehle eine Organisation wie Avenir Suisse und eine breite politische Debatte. Noch bedenklicher ist für den Korpskommandanten, dass die allgemeine Wehrpflicht im Bewusstsein breiter Kreise zur Freiwilligkeit verkommen sei. «Es ist aber nicht die Schuld der Jungen, dass quasi eine Wahlfreiheit zwischen Militär- und Zivildienst besteht.»

Frauenförderung via Armee?

Daniel Kämpfer, der an der traditionellen Versammlung der Oltner Stadtschützen das Amt des Bastiansvaters von Josef Dittli übernahm, äusserte ähnliche Bedenken. Der in Herzogenbuchsee wohnhafte Unternehmer warb in seiner Ansprache für den Einsatz fürs Gemeinwohl an allen Fronten. «Freiheit, Sicherheit und Wohlergehen des Landes brauchen das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger.» Damit die Wirtschaft prosperieren könne, müsse der Staat gute Rahmenbedingungen setzen, die Steuern moderat gestalten und die Bürokratie auf ein Minimum reduzieren.

Auch der SVP-Mann zeigte sich beunruhigt, dass sich viele Jugendliche für den Zivildienst entscheiden. Sie verpassten damit auch eine Führungsausbildung, wie sie die Wirtschaft in jungem Alter nicht bieten könne. Um die Vertretung der Frauen in die Chefetagen der Unternehmen zu erhöhen, postulierte Daniel Kämpfer den Weg über mehr weibliche Kader in der Armee. «Dann erübrigen sich die Diskussionen um eine Frauenquote.»

Zu den Ausgezeichneten an der diesjährigen Bastiansfeier gehörte auch der Oltner Stadtpräsident. Martin Wey fand neben Festredner Hans-Peter Walser, Urban Kiefer und Christophe Sarasin neu Aufnahme bei den Bastiansehrenbrüdern.

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