Nach einem verpassten Frühling beginnt am Samstag im Kleinholz doch noch die Minigolfsaison. Für die ersten zehn Spielenden am Eröffnungstag sogar gratis. Nachdem die Minigolf Kleinholz AG nach 18 Jahren aus finanziellen Gründen im letzten Herbst die Schliessung der Doppelanlage verkünden musste, stellt die Sportpark Olten AG den Betrieb bis mindestens zum Chilbi-Wochenende sicher.

Damit feiern die Liebhaber des Minigolfparks, die zu bisherigen Preisen zum Schläger greifen dürfen, doch noch einen Erfolg. Als sie am 5. September 2013 bei der Stadt eine Petition mit 1320 Unterschriften für den Erhalt der Doppelanlage einreichten, sah es anders aus. Doch die Behörden machten den Weg für eine Lösung frei.

Konkurs abgewendet

Der Stadtrat ermächtigte die Sportpark Olten AG, in der die Stadt die Mehrheit der Aktien besitzt, ihre Leistungen auch auf den Betrieb der Minigolfanlage ausdehnen. Die Betreiberin des Eisstadions versprach damals betriebliche Synergien zu nutzen, um im Rahmen des bisherigen Budgets und Personalbestands auch das Funktionieren der Minigolfanlage zu ermöglichen. Indem der Sportpark in die Bresche springt und damit während zumindest sieben Wochen neue Einnahmen für die private Eigentümerin entstehen, kann die Minigolf Kleinholz AG die Unterdeckung in der Bilanz und den Gang zum Konkursamt in diesem Jahr vermeiden.

Eine Herausforderung zur Unzeit

Die Sportpark Olten AG habe eine solche Herausforderung nicht gesucht, stellt deren Geschäftsführer Viktor Müller klar. «Wir tun es der Sache zuliebe.» In einem Jahr, in dem das eigene Personal vier Fünftel seiner Arbeitszeit für Eigenleistungen für die laufende Sanierung des Eisstadions aufbringt, kommt ein solches Engagement alles andere denn gerufen. Normalerweise diene der Sommer zur Kompensation von Überzeit. Nun strapazieren Abbruch-, Aufbau- sowie normale Unterhaltsarbeiten rund ums Eisstadion und die Minigolfanlage die Kräfte.

Zusammen mit dem städtischen Werkhof haben die Eismeister der Sportpark Olten AG in dieser Woche die Filz- und Eternitbahnen wieder spieltauglich gemacht. Ein Eismeister besorgt inskünftig den Grobunterhalt am spielfreien Donnerstag. Mit Anna Gygax und Verena Lutz konnten die Verantwortlichen das bewährte Personal für die Kasse und den Restaurationsbereich gewinnen.

Müller hofft, dass der diesjährige Versuchsbetrieb 2015 in eine definitive Form überführt werden kann. «Dann warten auf unser Personal nur noch 15 Prozent der heuer anfallenden Bauarbeiten im Kleinholz.» Die sich normalisierende Arbeitsbelastung ist aber nur ein Faktor für das Gelingen des Unternehmens. Ob Minigolf nach dem Wegfall des Skaterparks 2015 längerfristig eine saisonale Ergänzung wird, hängt auch davon ab, ob die Urnenabstimmung im September zugunsten der Sportpark Olten AG ausgeht.

Antrag auf 750 000 Franken jährlich

Der Stadtrat hat beschlossen, für vier weitere Jahre bei Parlament und Volk jährliche Betriebskostenbeiträge von 750 000 Franken zu beantragen. Angesichts der Streichung von Ausgaben in anderen Bereichen ist der Spardruck auch auf die Sportpark Olten AG gestiegen. «Wir können unseren Leistungskatalog nicht erweitern, wenn wir die Betriebskosten reduzieren müssen», warnt Viktor Müller. Ein Stellenabbau oder die Erhöhung der Tarife für die Vereine wäre in einem solchen Fall unumgänglich.

Für diesen Fall drohe auch die Wiederholung des Szenarios, das die Vorgängerin der Sportpark AG ereilt hatte. «Der Kunsteisbahngenossenschaft fehlten 15 Jahre lang die Investitionen und genügend Mittel für den Unterhalt.» Diese Tatsachen hätten die aktuelle Sanierung erst nötig gemacht. Mit dem Businessplan sei der weitere Erneuerungsbedarf der Sportpark Olten AG bis 2022 klar ausgewiesen.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 13.30 bis 20 Uhr geöffnet. Während der Schulsommerferien ist sie ausser donnerstags von 13.30 bis 21 Uhr zugänglich.