Olten

Am Fasnachts-Finale: «Die schöni Zyt isch jetzt verbii; mir dörfe ou chli truurig sii»

Die verdienstvollen Fasnächtler 2016 samt Zunftrat und Obernaar MacSven.

Die verdienstvollen Fasnächtler 2016 samt Zunftrat und Obernaar MacSven.

Der Fukoabend war das grosses Finale der diesjährigen Fasnacht. Das Fazit ist eindeutig: Alle sind noch in Bestform!

Proppenvoll Stadttheater und Konzertsaal Olten: Der Durchlauferhitzer Fukoabend, der die jeweilige Fasnacht noch einmal als Konzentrat der zurückliegenden sieben Tage zelebriert, Ehrungen und Verabschiedungen bereithält, ist noch immer ein Publikumsmagnet. Selten einer aus den Zünften, der dem Finale fernbleibt. «Lass es doch noch einmal geschehen» der Leitsatz. Und eigentlich lässt sich sagen: Je länger die Fasnacht dauert, desto besser werden die Ensembles; seiens Sänger oder Guggen. Jedenfalls zeigten sich alle noch in Topform.

Tschau MacSven

Obernaar MacSven alias Sven Nobs wurde hochwohllöblich verabschiedet. «Mit ihm durften wir eine tolle Fasnacht erleben», hob Fukopräsident Beat Loosli bei der kleinen Laudatio hervor. Aber: «Die schöni Zyt isch jetzt verbii; mir dörfe ou chli truurig sii», bilanzierte Oltens oberster Fasnächtler schliesslich noch, bevor Obernaar MacSven als Dudelsack-Pfeifer mit «Auld Lang Syne» und «Muess i denn zum Städtele hinaus ...» hinter den Kulissenvorhängen im Stadttheater entschwand. Er stecke seiner Lebtage in der Schuld seiner Trabanten, die wirklich alles zum Gelingen seines Obernaarenamtes gemacht hätten, hatte er zuvor noch gemeint. Es gab viel Applaus unten im Saal.

Siegfried Meier erhielt den Goldenen Oskar 2016.

Siegfried Meier erhielt den Goldenen Oskar 2016.

Eine Bereicherung

Den goldenen Oskar 2016, eine der höchsten Auszeichnungen für Aktivitäten während der Oltner Narrenzeiten, ging an Siegfried Meier, im Jahr 1964 Gründungsmitglied der Banause-Zunft. Dort jahrzehntelang federführend im Geschäft des Verselischmiedes habe er sich nie Wörtern aus der Fäkalschublade bedient. «Und das ist bis heute so gebleiben», meinte Loosli bei der Preisübergabe.

Der Oskar-Träger wurde als Bereicherung der Fasnacht hervorgehoben. Meier fasste sich kurz, aber seine Affinität zu Wörtern und deren Bedeutung dokumentierte er mit seiner Bemerkung zum Begriff «Hilarität», mit welcher ihn Loosli zuvor apostrophiert hatte. Die Fasnacht habe sich entwickelt, meinte der Geehrte diesbezüglich. Aber er wolle sich jetzt verabschieden und nicht länger werden, sonst käme bestimmt noch der Eindruck auf, er sei ein Höckeler. Der Mann führt eben noch immer den unmittelbaren Schalk mit sich.

Umzugsprämierung: Die Protagonisten der Guggi-Zunft mit v.l. Toni Zettel; Max Gruber, Beat Nyffeler und Marc Berthoud.

Umzugsprämierung: Die Protagonisten der Guggi-Zunft mit v.l. Toni Zettel; Max Gruber, Beat Nyffeler und Marc Berthoud.

Knapper Ausgang

Ganz knapp ging das Rennen um den originellsten und besten Umzugswagen aus. Den Kampf unter den Wagenbaugiganten Guggi-Zunft und Fröscheweid- Zunft entschieden gerade mal zwei winzige Punkte. So viel Vorsprung gabs für die Guggi-Wagenbauer rund um Max Gruber. Zum 60. Geburtstag hatte sich die Zunft ganz besonders ins Zeug gelegt und ihr gewähltes Motto «Met Volldampf unterwägs» auch wagenbautechnisch optimal umgesetzt.

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