Wangen bei Olten

Am ersten Schultag gibts auch Applaus fürs neue Schulhaus

Eine flotte Begrüssung gibt’s für das neue Schulhaus in Wangen bei Olten. Zumindest formell steht die mit 4,2 Millionen Franken veranschlagte Baute am ersten Schultag im Mittelpunkt.

Wie schnell doch ein neues Schulhaus in Beschlag genommen und seiner Bestimmung übergeben ist: Es gibt auf dem Schulhausplatz Alp in Wangen Applaus für die am Werk beteiligten: Bauherrschaft, Handwerker, Planer. Und später für alle Kinder einen Bleistift mit dem Aufdruck «Schulhaus Alp II» als Erinnerungsgeschenk. Das war’s. Kein Wunder: Das eigentliche Einweihungsfest findet zum Monatswechsel statt.

Dann wenden sich Kinder, Lehrkräfte und die anwesenden Eltern schon wieder dem eigentlichen Kerngeschäft zu. Zwei, drei Lieder sorgen für einen reibungslosen Szenenwechsel: Zwei Koffer liegen auf dem Schulhof zu Füssen eines noch verdeckten Wegweisers, der in der neu gestalteten Umgebung für Orientierung sorgen wird. Noch aber ahnt niemand, was die Koffer verbergen. Also: reingeschaut. Zum Vorschein kommen Stofftiere und Bleistiftspitzer im Globus-Setting. Die Stofftiere werden später zu Reisebegleiter der einzelnen Klassen, der Spitzer Symbol für die Weltreise. Denn eine solche steht den Kindern in diesem Schuljahr bevor. Sie machen sich an einzelnen Schultagen auf zur Reise «zäme um d’Wält».

Jetzt erst mal den Kindergarten erobern

Aber erst nehmen unter anderem acht Kindergartenschüler den Weg zum neuen Schulhaus unter die Füsse, in dem auch sie, neben aktuell zwei zweiten Klassen, fortan zu Hause sein werden. «Wir waren noch vor den Sommerferien mal hier», sagt Kindergärtnerin Michèle Gerber. «Insofern ist das alles nicht ganz neu für die Kinder.» Aber nach fünf Wochen Sommerferien ist doch manches wieder anders und in den Hintergrund gerückt. «Sie müssen sich halt neu orientieren und können nicht mehr unbedingt auf die vertrauten Wege und Erfahrungen am alten Ort zurückgreifen,» so die Kindergärtnerin, welche die Klasse zusammen mit Kollegin Lea Wermelinger unterrichtet.

Wo bitte geht’s hier zu Schere und Papier?

Was findet sich wo am neuen Ort, dessen Nutzfläche etwas geringer ausgefallen ist als beim alten? Für die Kinder eine der Hauptfragen in den ersten Momenten. Aber die Orientierung ist schnell gefunden. Die Kindergärtnerin sorgt mit geschicktem Spiel dafür. Und auch die Umgebung, die noch nach nicht riecht, findet Gefallen bei den Kindern. «Die grüne Farbe der Schränke gefällt mir», meint die 5-jährige Seraina Kissling.

Eine halbe Stunde später: Die 10 Erstkindergartenschüler treffen mit ihren Eltern ein. Gespannte Erwartung liegt in der Luft. Wohin mit den Schuhen, der Kindergartentasche, der Jacke? Alles bekommt seinen Platz zugeteilt, während drinnen die grossen Kindergartenkinder auf ihr Gotti- oder Göttikind warten. Zwischenzeitlich haben die nämlich für die Neulinge ein kleines Segelschiff gebastelt: Reissnägel, Flaschenkorken, Kabelbinder, Moosgummi, Schere, Schaschlikspiesse. Eine Handvoll simple Dinge geben ein Begrüssungsgeschenk, das man auf dem Meer (einem blaufarbenen Tuch) zwischenwassert. Später, wenn alle 18 Kinder gemeinsam im Kreis sitzen, werden die Segelschiffe mit den besten Vorsätzen übergeben: «Eg wünsche dir e guete Start im neue Chindsgi!»

Trennungsschmerz überwinden durch Ablenkung

Die Mütter bleiben nur kurz. Vielleicht 20 Minuten. Dann sollen sich die Kleinkindergärtler mit den Grosskindergärtlern für ein gemeinsames Spiel an einen Tisch setzen. Eben doch zuviel Herausforderung für den einen oder andern Kleinkindergärtler. Sie spüren: Jetzt heisst’s Abschied nehmen. Natürlich gibt's den Trennungsschmerz, ein paar unter Tränen hervorgepresste Bemerkungen, die – wenn überhaupt – nur die Mutter verstehen kann. Aber Ablenkung fängt die paar Tränen auf. Schliesslich locken Spielkameraden, neue Erfahrungen. «Weinen, das kommt immer wieder vor», sagt Michèle Gerber unaufgeregt. Insofern unterscheiden sich neue Schulhäuser nicht von alten.

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